Karpinski: „Wir drehen ein großes Rad“

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Parallel zur Ausbildungsordnung wird auf Bundesebene ein Rahmenlehrplan für den Berufsschulunterricht erarbeitet. Hat die einzelne Berufsschule hinreichend Möglichkeiten, dem differenzierten Berufsbild des Kfz-Mechatronikers mit seinen neuen Schwerpunkten gerecht zu werden?

Mit unserer jährlichen Anzahl von circa 20.000 neuen Ausbildungsplätzen bieten wir für die Berufsschulen eine gute Grundlage, um differenziert ausbilden zu können. Auch die Berufsschulen müssen zukünftig attraktiv sein, daher sollten sie schon auf die Anforderungen der Betriebe, differenziert auszubilden, eingehen.

Mit dem Abschluss eines Berufsausbildungsvertrags verpflichtet sich der Betrieb, dafür Sorge zu tragen, dass der Azubi das Ausbildungsziel erreichen kann. Sind die Lasten zur Erreichung dieser Ziele zwischen den Partnern Betrieb, ÜBL und Berufsschule vernünftig verteilt?

Ja, dies ist eine gute, gerechte und bewährte Aufteilung. Viele europäische Länder beneiden uns darum.

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Um einen Auszubildenden langfristig an ein Autohaus zu binden, bedarf es einer guten Betreuung von Anfang an. Wird dies in den Betrieben gelebt?

Wer als Betriebsinhaber oder Ausbildungsleiter seine Aufgabe im Ausbildungsbetrieb ernst nimmt, für den ist dieser Maßstab selbstverständlich. Und der Erfolg gibt diesen Betrieben in der Regel recht. Andere, bei denen dies nicht so ist, sollten prüfen, welche Gründe es für mangelnden Erfolg in der Nachwuchsgewinnung gibt.

Betriebe sollten die Leistungsbereitschaft ihrer Auszubildenden stärken, indem sie sie ernst nehmen und ihre Eigenverantwortlichkeit fördern. Hat sich das Vertrauen auf die Leistungsmöglichkeiten der Auszubildenden schon bei allen herumgesprochen?

Hier wiederhole ich gern, dass die Auszubildenden gefördert, aber auch gefordert werden wollen. Durch das Umsetzen erster eigener Projekte und das Ernstnehmen ihrer Ideen lässt sich die Motivation steigern, und damit wächst die Identifikation der jungen Menschen mit Beruf und Betrieb. Wer dies im eigenen Betrieb bereits erfolgreich umsetzt, weiß, wie wirksam diese Strategie ist.

Stimmt die Ausrichtung der heutigen ÜBL? Schließt sie die Lücken, die es in den meisten Ausbildungsbetrieben gibt, oder besteht hier Nachholbedarf?

Mit dem neuen Ausbildungsberuf haben wir uns die heutigen ÜBLs genau angeschaut, und sie schließen definitiv die Lücken. Ansonsten wären wir gegenüber unseren Ausbildungsbetrieben auch nicht ehrlich.

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