Volvo KBA findet Abschalteinrichtungen in älteren Dieselmodellen

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Wieder einmal ist eine Manipulation an Dieselmotoren aufgefallen, die helfen sollte, Abgasgrenzwerte einzuhalten. Im Fokus des KBA steht schon länger die Marke Volvo, jetzt ist der Behörde der Kragen geplatzt. Den betroffenen Haltern droht die Stilllegung des Autos.

Wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen droht 1.700 Volvo XC60 in Deutschland die Stilllegung.(Bild:  Volvo)
Wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen droht 1.700 Volvo XC60 in Deutschland die Stilllegung.
(Bild: Volvo)

Das Thema Diesel-Abgase lässt die Branche nicht ruhen. In einem aktuellen Fall geht das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gegen Volvo vor und hat die sofortige Vollziehung eines Rückrufs angeordnet. Laut einem Bescheid vom 30. Juni 2025 hat der Importeur rund 1.700 Fahrzeuge des Typs Volvo XC60 2.0 Diesel Euro 5 (Typ D, 120 kW, Frontantrieb) mit einer Erstzulassung zwischen März 2011 bis etwa April 2013 aus dem Verkehr zu ziehen.

Das KBA hat einer Mitteilung der Behörde zufolge Volvo verpflichtet, in den nächsten zwei Monaten auf jeden einzelnen Halter der skizzierten Fahrzeuggruppe zuzugehen. Die Fahrzeugtypgenehmigungen wurden seinerzeit durch die spanische Typgenehmigungsbehörde erteilt. Der Bescheid selbst ist noch nicht bestandskräftig.

Nach eigenen Angaben hat die Behörde im Rahmen der Marktüberwachungsprüfungen eine unzulässige Abschalteinrichtung an der Fahrzeug-Charge festgestellt. Demnach erfolge eine Reduzierung der Abgasrückführung in Abhängigkeit von der Außentemperatur, wodurch die Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems hinsichtlich der Stickoxide verringert wird. Der Temperaturbereich wurde so appliziert, dass die Reduzierung der Abgasrückführung den überwiegenden Teil des Jahres erfolgt. Eine solche Funktion ist nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) nach der Zielrichtung der Vorschrift jedoch nicht zulässig.

Fall erinnert an VW-Skandal

Weiter schreibt die Behörde, man habe den Hersteller seit dem Jahr 2023 wiederholt aufgefordert, geeignete Abhilfemaßnahmen zur Beseitigung des Mangels zu konzipieren und mitzuteilen. „Nachdem diese Maßnahmen bis heute nicht mitgeteilt wurden, hat das KBA am 30. Juni nun die aufgeführte Anordnung getroffen“, hieß es. Volvo muss die betroffenen Fahrzeughalter entsprechend anzuschreiben und informieren.

Abschalteinrichtungen und weitere Tricksereien in der Abgasnachbehandlung waren vor zehn Jahren der Auslöser für den VW-Dieselskandal. Im Wolfsburger Konzern wurden die Abgaswerte in großem Stil manipuliert, vor einigen Wochen fielen die ersten Urteile gegen hochrangige Manager. Der Prozess gegen den damaligen VW-Konzernchef Martin Winterkorn wurde zuletzt aus gesundheitlichen Gründen ausgesetzt.

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