Kein Run auf Filter

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Die Anzahl der verkauften Partikelfilter hält sich trotz Förderung in Grenzen. Die Autofahrer sind verunsichert, und vor allem für ältere Autos sind noch gar keine Rußfänger lieferbar.

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Der Markt für Partikelfilter fährt weiter Achterbahn. Alles bleibt im Fluss – die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Situation hinsichtlich der Umweltzonen und Fahrverbote und nicht zuletzt die Nachfrage der Autofahrer nach Filtern.

Am 4. Juli beschloss das Bundeskabinett, die noch druckfrische Kennzeichnungsverordnung zu ändern. Nun sollen Autos, die einen Ottomotor mit geregeltem Katalysator nach US-Norm haben, doch die grüne Plakette bekommen, die ihnen zuerst verweigert wurde.

Keine Filter für Euro 1

Auch Diesel-Pkw nach Euro-1-Norm könnten nun eine Plakette erhalten, wenn sie mit einen Partikelminderer nachgerüstet werden – allerdings bieten die DPF-Hersteller für diese Autos gar keine Filter an. Die Situation ist paradox: Filter gibt es fast ausschließlich für Fahrzeuge (Euro 3 und 4), denen gar keine Fahrverbote drohen.

Besserung ist nicht so schnell in Sicht. Zwar entwickeln einige Lieferanten Rußfänger für ältere Diesel, sie berichten allerdings von einem Stau bei der Typprüfung. Schließlich benötigt jeder Filter für jedes Fahrzeugmodell eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE). Kein Wunder, dass sich die Dieselfahrer nicht gerade um die Filter reißen. Immerhin ist laut ZDK-Pressesprecher Helmut Blümer „die Zwischenbilanz für 2007 ermutigend. Wir haben bisher knapp 100 000 Rußpartikel-Filter nachgerüstet. Damit liegen wir allerdings nicht im Korridor unserer selbstgesteckten Erwartungen.“

Nachfrage flachte schnell ab

Michael Vitkus, Geschäftsführer des DPF-Lieferanten Vitkus Abgastechnik in Jarplund-Weding, verzeichnete nach dem 1. April eine starke Filternachfrage. Doch danach flachte das Interesse wieder ab. Vitkus Abgastechnik hat seit dem 1. April etwa 10 000 Filter abgesetzt. Andere Filterhersteller gaben keine Produktionszahlen heraus.

Michael Vitkus verspricht sich einen weiteren Nachfrageschub, wenn die ersten Fahrverbote in Kraft treten, und ist sich darin mit den anderen Experten einig. Tenneco-Marketingleiter Jörn Lorenz berichtet: „Die große Aufregung um den Filter hat sich gelegt, aber der Markt ist noch lange nicht gesättigt.“

Auch Helmut Blümer hofft auf eine Jahresendrallye: „Nach wie vor gilt das Jahresziel von 250 000 Filternachrüstungen. Die zum Ende des Jahres erwarteten Diskussionen über Umweltzonen und die damit verbundenen Fahrverbote werden für eine deutliche Nachfrage sorgen.“

Filterboom kam nicht an

Laut Blümer müssten sich vor allem die Flottenbetreiber sehr schnell entscheiden, ihre Flotte nachzurüsten oder neue Dieselfahrzeuge zu beschaffen. „In einem insgesamt schwierigen Automarkt 2007 ist die Nachrüstung mit Filtern ein durchaus zufriedenstellender Servicebereich“, resümiert Blümer.

Das ist den Kfz-Betrieben nur zu wünschen. Dort kam vom lange versprochenen Filterboom kaum etwas an. Bei einer Umfrage, die »kfz-betrieb« zusammen mit der BDK durchführte (siehe vorhergehende Seite), gaben 82 Prozent der befragten Autohäuser an, dass der DPF ihr Servicegeschäft wenig bis gar nicht belebt hätte.

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