»kfz-betrieb«-Auto-Check: Seat Alhambra
Große Vans verlieren seit Jahren Marktanteile an die konzeptionell ähnlichen SUVs. Komisch – denn Familienspezialisten wie der Alhambra bieten weit mehr als die hochbeinige Konkurrenz.
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„Seat – Auto Emoción“ Vielen dürfte noch der von einer energischen Frauenstimme gefauchte Markenclaim im Ohr klingen, wenn es um ein Produkt von Volkswagens südländischer Tochter geht. Den Spruch gibt es inzwischen nicht mehr, spätestens mit Erscheinen des Alhambra hätte Seat den Slogan sowieso beerdigen müssen. Eine leicht andere Front und ein Lenkrad vom Leon, der Rest ist purer Sharan II. Auf dem Parkplatz fällt er trotzdem auf, denn er ist riesengroß. Und im Gegensatz zu den trendigen SUVs setzt er die schiere Größe auch in ein riesiges Platzangebot um. Von 267 Litern als Siebensitzer bis 2.297 Litern mit flachgelegten Sitzen reicht das Kofferraumvolumen – gerade junge Familien mit vielen Kindern schätzen die Transportqualitäten. Für einen sicheren Halt der Ladung sorgt neben der Laderaumabdeckung ein variables Transportsicherungsnetz mit im Raum fast völlig frei verstellbaren Haltestangen.
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Besonders kindgerecht sind die elektrisch betätigten Schiebetüren – wer schon einmal einen schlafenden Vierjährigen aus einem Kindersitz auf der Rückbank einer normalen Limousine heben musste, erkennt den Vorteil sofort. Die Lautstärke des obligatorischen Warnpiepers ist angenehm dezent, der Fahrzeugbesitzer muss keine spöttischen Vergleiche mit der S-Bahn fürchten.
Der Einstieg in die vordere der beiden Fondsitzreihen ist dank der großen Türöffnung einfach. Die hinterste Reihe erreichen dagegen auch kleine Personen trotz Easy-Entry-Funktion nur unter erheblichen Verrenkungen. Die Kombination von optionalem Glasdach und „Siebensitzer“ führt trotz des riesigen Innenraums zu sehr beengten Sitzverhältnissen für die Hinterbänkler; nur Kinder dürften sich dort wohlfühlen, denn die Kopffreiheit leidet stark unter dem dickeren Dachhimmel. Leider haben die Frontpassagiere wenig Cabrio-Feeling, denn die Dachluke beginnt erst über ihren Köpfen.
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