Der VW Golf bleibt seiner Formensprache auch in der achten Generation treu – jedenfalls außen. Im Innenraum hingegen wird sich der ein oder andere Käufer stark umorientieren müssen.
Neu – und doch unverkennbar Golf: die achte Generation des Wolfsburger Bestsellers.
(Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)
Wenn ein Fahrzeugmodell so lange gebaut wird wie der Volkswagen Golf, dann ist es irgendwann mehr als nur ein Auto. Dann ist es ein Wegbegleiter – nicht nur für seine Besitzer, sondern noch mehr für die ganze Gesellschaft. Fast jeder Autofahrer und jede Autofahrerin hat einmal einen Golf besessen oder zumindest einmal in einem gesessen. Er steht stellvertretend für das Verhältnis der Deutschen zum Automobil an sich.
Und das mittlerweile in der achten Generation. Das Kommen und Gehen der Baureihen lässt den Autor, der bereits den Start des Golf V aus beruflicher Perspektive verfolgt hat, natürlich verstärkt an sein eigenes Altern denken – leider gibt es für Menschen keine Modellpflege. Meine eigene Beziehung zum Golf – so viel persönliche Reminiszenz sei erlaubt – begann erst mit der dritten Modellgeneration des Wolfsburger Bestsellers. Obwohl ich vom Alter her durchaus zur sprichwörtlichen Generation Golf gehöre, fand meine Kindheit auf der etwas unbequemeren Rücksitzbank eines Trabant statt.
Doch nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 wurde der Wolfsburger Kompaktwagen in meiner sächsischen Heimat nicht nur zum Symbol für Mobilität, sondern auch zum Synonym für sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze. Volkswagen errichtete ein Montagewerk in Zwickau und produzierte dort ab 1992 in großen Stückzahlen den Golf III. Diese Modellgeneration, obwohl bei Fans wegen ihrer Rostanfälligkeit weniger beliebt, hat deshalb seither einen besonderen Platz in meinem Herzen.
Für den Golf VIII ist der Markterfolg übrigens keineswegs so sicher wie für seine Vorgänger: Immer neue SUVs knabbern an seinen Zulassungszahlen, der elektrische ID 3 wird gar zum neuen Volkswagen schlechthin ausgerufen. Die achte Generation ist möglicherweise seine letzte, ganz sicher aber eine seiner wichtigsten, denn sie zeigt die Kunst der deutschen Automobilentwickler noch einmal in höchster Vollendung. In den neuen Kompakten haben die VW-Entwickler alles hineingepackt, was die Technikpalette des Konzerns hergibt – darunter allein fünf Antriebskonzepte. Neben Otto- und Dieselaggregaten wird es demnächst auch einen 48-Volt-Mild-Hybrid, einen Plug-in-Hybrid und einen Erdgasmotor geben.
Starker Dieselmotor mit niedrigem Verbrauch
Zum Test bei »kfz-betrieb« trat der Golf aber noch mit einem ganz klassischen TDI-Motor an – dem Antrieb, dessen Erfolgsgeschichte untrennbar mit der des Golf verbunden ist. Mit 110 kW/150 PS stellt der Zweiliter-TDI die stärkste derzeit lieferbare Motorisierung dar, und zusammen mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe einen sehr harmonischen Antriebsstrang, der jeder Anforderung gewachsen ist. Wenn man ihm etwas ankreiden will, dann höchstens den etwas zu lauten, schnarrenden Sound sowie das für aktuelle Dieselmodelle aus dem Volkswagen-Konzern typische zögerliche Anfahrverhalten. Vorbildlich ist allerdings der Kraftstoffverbrauch, der sich leicht unter fünf Liter auf 100 Kilometern drücken lässt – und das ganz ohne Hybridtechnik.
Das Fahrwerk des Testwagens war mit aufpreispflichtigen elektronisch verstellbaren Dämpfern ausgestattet, die eine große Spreizung zwischen sehr gutem Federungskomfort im Fahrmodus Komfort und exaktem Fahrverhalten in Stellung Sport erlauben. Zusammen mit der direkten Lenkung vermittelt der Golf auf kurvigen Strecken viel Fahrspaß und lässt vergessen, dass er mit 1.565 Kilogramm (laut Zulassungsbescheinigung) für einen normalen Kompaktwagen kein Leichtgewicht ist.
Digital ist das neue Normal
Typisch Golf ist auch das gute Platzangebot in der Kabine, mit dem eine Familie locker auskommen würde. Für die große Urlaubsreise fehlt es allerdings an Kofferraumvolumen – vor allem wenn, wie beim Testwagen, der Subwoofer des Harman-Kardon-Soundsystems unter dem doppelten Boden liegt. Hier sind die modischen SUVs dann doch geräumiger.
Das zentrale Merkmal des Golf VIII sind allerdings nicht Oldschool-Eigenschaften wie Fahrverhalten oder Kofferraumvolumen, sondern die umfangreiche Ausstattung mit Fahrerassistenzsystemen und elektronischen Entertainment- und Vernetzungsfunktionen. Eine gewisse Affinität zu solchen Techniken muss der Fahrer allerdings mitbringen, wenn er davon wirklich profitieren will.
Einstieg ab knapp unter 20.000 Euro möglich
Wer hingegen noch stolz darauf ist, dass er seine Musik nicht mehr auf CDs mit sich herumträgt, sondern auf einem USB-Stick, der erlebt eine böse Überraschung. Volkswagen verbaut nämlich keine normalen USB-Buchsen mehr, sondern nur die modernen USB-C-Formate. Eine kleine Enttäuschung ist auch, dass es im Armaturenbrett keine echten Schalter mehr gibt (außer am Lenkrad), sondern nur den Touchscreen und mehrere berührungssensitive Flächen für die Steuerung von Klimaanlage, Licht und Entertainment.
Stand: 08.12.2025
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Der Einstieg in die Golfklasse ist weiterhin für knapp unter 20.000 Euro möglich – mit einem 66 kW/90 PS starken Dreizylinder und Fünfganggetriebe(!). Die starke Dieselvariante ist erst ab dem Ausstattungsniveau Life zu haben und kostet mindestens 32.790 Euro. Der Testwagen kam in der hochwertigsten Ausstattung namens Style (Grundpreis 35.065 Euro) und hatte eine Sonderausstattung im Wert von knapp 9.000 Euro, darunter die adaptive Fahrwerksregelung für vergleichsweise schlanke 1.045 Euro, Matrix-LED-Scheinwerfer für 1.125 Euro und das vollwertige Head-up-Display für 700 Euro.