Kfz-Gewerbe Thüringen: Pure Lust

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

2016 lief für die Thüringer Autohäuser und Werkstätten sehr gut. Entsprechend sprüht die Branche vor Optimismus. „Wir haben richtig Lust auf 2017“, fasst Präsident Holger Schade die Situation zusammen.

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Lust auf 2017: Holger Schade, Präsident des Kfz-Gewerbes Thüringen.
Lust auf 2017: Holger Schade, Präsident des Kfz-Gewerbes Thüringen.
(Bild: Kfz-Gewerbe Thüringen)

Das Thüringer Kfz-Gewerbe blickt auf ein „glänzendes Jahr“ zurück und ist bereit für die nächsten zwölf Monate. „Wir haben richtig Lust auf 2017“, sagte Holger Schade, Präsident des Kfz-Gewerbes Thüringen, während eines Pressegesprächs im Rahmen der Automobil Messe Erfurt. Er gehe davon aus, dass die Autohäuser und Werkstätten in Thüringen 2017 einen ähnlich guten Geschäftsverlauf haben werden wie im vergangenen Jahr.

Der Neuwagenabsatz im Freistaat legte letztes Jahr um 7,4 Prozent auf knapp 67.000 Pkws zu, bundesweit stiegen die Neuzulassungen um 4,5 Prozent. Noch besser lief es mit den Gebrauchten. Hier lagen die Thüringer deutlich über der bundesweiten Entwicklung von einem Prozent: Im Freistaat stieg die Zahl der Besitzumschreibungen um knapp zehn Prozent auf rund 177.000 Einheiten.

Gute Stimmung beim Kfz-Gewerbe Thüringen: (v. li.) Helmut Peter (Handelsbeauftragter), Uwe Crüger (Vizepräsident), Holger Schade (Präsident) und Dietmar Hoffmann (Geschäftsführer).
Gute Stimmung beim Kfz-Gewerbe Thüringen: (v. li.) Helmut Peter (Handelsbeauftragter), Uwe Crüger (Vizepräsident), Holger Schade (Präsident) und Dietmar Hoffmann (Geschäftsführer).
(Bild: Kfz-Gewerbe Thüringen)

„Auf der anderen Seite stimulieren die zu erwartenden Lohn- und Gehaltssteigerungen, niedrige Zinsen und eine weiterhin niedrige Arbeitslosenquote die Konsum- und Investitionsbereitschaft der Verbraucher“, fasste Präsidiumsmitglied Helmut Peter die positiven Aspekte zusammen. „Im gewerblichen Bereich sehen wir gute Chancen für weiteres Wachstum, da die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland trotz aller globalen Unsicherheiten positiv eingeschätzt wird.“

Doch es gibt durchaus auch kritische Anzeichen: Die dauernde Diskussion um die Zukunft des Dieselantriebs und mögliche Fahrverbote kommt bei Autokäufern schlecht an. „Dies verunsichert die Verbraucher und könnte gerade für Handwerksbetriebe, die vielfach erst jüngst in neue Diesel-Fahrzeuge investiert haben, bedrohlich werden, da sie in ihrer Berufsausübung eingeschränkt werden“, konstatiert Vizepräsident Uwe Crüger.

Ausbildungszahlen steigen wieder

Positive Nachrichten gibt es auch von den Nachwuchskräften. „Die Entwicklung der Ausbildungszahlen sind sehr erfreulich“, fasst Geschäftsführer Dietmar Hoffmann die Situation zusammen. Das „Tal der Tränen“ hätten die Autohäuser und Werkstätten vor vier Jahren durchschritten. „Mittlerweile zeigen die Zahlen wieder nach oben.“

In den Thüringer Autohäusern und Werkstätten – in den zwölf Kfz-Innungen sind rund 1.000 Mitgliedsbetriebe organisiert – machen knapp 1.500 junge Männer und Frauen eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Noch deutlicher zeichnet sich die positive Entwicklung bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen 2016 ab: 474 Jugendliche entschieden sich im vergangenen Jahr für eine Kfz-Mechatroniker-Ausbildung, zwölf Prozent mehr als 2015.

„Die Faszination Kfz ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ungebrochen. Uns muss es aber noch besser gelingen, gerade leistungsbereite junge Menschen davon zu überzeugen, dass sie die hohen Anforderungen der Kfz-Berufe als lohnende berufliche Aufgabe sehen und die hervorragenden Perspektiven erkennen“, ergänzte Hoffmann.

Die vorhandene Faszination für das Auto spiegelt sich auch in der positiven Entwicklung der Messe Erfurt wider. Mit mehr als 27.000 Besuchern erzielte die Messe im zehnten Jahr ihres Bestehens einen neuen Besucherrekord. Der Landesverband unterstützt die Messe, bei der die Händler aus der Region ausstellen. Vor allem Helmut Peter, Handelsbeauftragter des Verbands, ist stark engagiert. Der Wegfall der Leipziger AMI habe der Erfurter Messe einen zusätzlichen Schub gegeben, berichtet Hoffmann.

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