ZDK-Verbandskrise Ziegler fordert zur Problemlösung im Verbandsstreit auf

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

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Anstatt öffentlich zu streiten, sollten sich die Beteiligten im Sinne der Mitglieder an einen Tisch setzen und Lösungen erarbeiten. Das fordert Michael Ziegler, Präsident des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg. Ungeachtet der Verbandskrise meldet der ZDK hohen Zuspruch auf seine Einladung zum Neujahrsgipfel.

Michael Ziegler, Präsident des Kfz-Gewerbes Baden Württemberg, zeigt keinerlei Verständnis für den Verbandsstreit. Anstatt Porzellan zu zerschlagen, sollten die Beteiligten im Sinne ihrer Mitglieder Lösungen erarbeiten. (Bild:  Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg)
Michael Ziegler, Präsident des Kfz-Gewerbes Baden Württemberg, zeigt keinerlei Verständnis für den Verbandsstreit. Anstatt Porzellan zu zerschlagen, sollten die Beteiligten im Sinne ihrer Mitglieder Lösungen erarbeiten.
(Bild: Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg)

Mit einem unmissverständlichen Appell schaltet sich Michael Ziegler, Präsident des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg, in die Verbandskrise ein. „In einer Phase des Umbruchs der Autobranche ist der Konflikt zwischen ZDK und ZVK unnötig und gefährlich zugleich“, sagte er. Die Probleme bei der Auditierung der AÜK seien für Betriebe, Innungen und Verbände zwar von sehr hoher Wichtigkeit, ließen sich mit gutem Willen aber auf unterschiedlichen Wegen lösen. „Umsicht und Weitsicht sowie die Bündelung aller Kräfte im Kfz-Gewerbe sind dagegen unbedingt erforderlich, um den Herausforderungen des Marktes bestmöglich zu begegnen“, teilte Ziegler mit.

Ziegler äußerte sich auf Nachfrage der Redaktion verständnislos für die aktuell erreichte Stufe der Eskalation. Wie berichtet, plant der Landesverband des Kfz-Gewerbes Nordrhein-Westfalen als Konsequenz des ZVK-Mitgliederbeschlusses zur Einrichtung einer eigenen ZVK-Geschäftsstelle, aus dem ZDK auszutreten. Die Mitglieder des Landesverbands sollen darüber während ihrer Jahresversammlung am 13. November in Düsseldorf abstimmen.

Ohne sich zu den einzelnen Streitpunkten äußern zu wollen, zeigte Ziegler Unverständnis für die Art und Weise des Zerwürfnisses. „Wenn ich Eigentümer eines Unternehmens bin, dann erwarte ich von meinem Geschäftsführer, dass er die im Betrieb auftauchenden Probleme löst.“ Dafür gebe es unterschiedliche Möglichkeiten, ob personell oder durch inhaltliche Maßnahmen, „aber doch nicht, indem man das Unternehmen auflöst“, sagte Ziegler. Genau das passiere aber aktuell aus der Sicht der Mitgliedsbetriebe, die Ziegler als Eigentümer der beiden zerstrittenen Verbände versteht.

Er erwartet im Sinne der Mitglieder, dass sich deshalb die ZDK- und ZVK-Spitzen zusammen an einen Tisch setzen, auch wenn die Gräben noch so tief sind. Wenn Probleme bestehen, sollten die Führungskräfte Lösungen erarbeiten, die für beide Seiten tragbar seien. „Wir appellieren deshalb an alle Beteiligten, in der momentan überhitzten Phase der Diskussionen über die Auslösung und die Ursachen des Konflikts zu reflektieren und das große Ganze im Auge zu behalten“, sagte Ziegler. Es sei selten zu spät, auf dem Weg zu einem angestrebten Ziel die Richtung zu modifizieren, ohne die verfolgten Ziele aus dem Auge zu verlieren.

Das Wohl der Betriebe im Blick

Aus seiner Sicht seien die Folgen einer Trennung der Verbände immens, aber im Detail nicht vorhersehbar. „Mit guter Absicht und der Bereitschaft, persönliche Konflikte im Sinne der gemeinsamen Sache zu begraben, ist eine Lösung des Konflikts im Sinne aller verfolgten Interessen und zum Wohle des gesamten Gewerbes möglich.“ Wir hoffen, dass alle Beteiligten diese Chance erkennen und den Willen mitbringen, wieder konstruktiv in den Dialog einzutreten, um eine gemeinsame, für alle Seiten tragbare Lösung zu erarbeiten. Das erfordert Größe und Überwindung auf beiden Seiten. „Das Wohl unserer Betriebe, ob gebunden oder frei, ist alle Anstrengungen wert“, so Ziegler.

Denn dass es einen starken Gesamtverband brauche, stehe angesichts der aktuellen Krise, in der sich die Automobilbranche befinde, außer Frage. „Dringender als je zuvor benötigen wir einen geschlossenen und starken Auftritt innerhalb des Gewerbes.“ Die Verbandsspitzen sollten keine Chance verstreichen lassen, um dem Anspruch „Wir sind viele und wir sind stark“ gerecht zu werden. „Alle Wege, die eine Geschlossenheit gefährden, schwächen unsere Position gegenüber der Politik und den Herstellern.“

Zusage von Merz und Wissing zum ZDK-Neujahrsgipfel

Auf die parallel stattfindenden Vorbereitungen des ZDK zu seinem dritten Neujahrsgipfel hat sich der Streit offenbar nicht ausgewirkt. Denn während sich die Verbandsspitzen offen streiten, laufen beim Zentralverband die Zusagen der Gäste ein und lassen auf ein hohes Interesse an der Veranstaltung schließen.

Mehr als 800 Personen haben sich bereits angemeldet, darunter die Ehrengäste

  • Volker Wissing (FDP), Bundesminister für Digitales und Verkehr;
  • Friedrich Merz, Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands (CDU);
  • Michael Kellner (Bündnis 90/Die Grünen), parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz;
  • Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA)

Die Teilnahme von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist laut ZDK angefragt, ebenso die des Präsidenten des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), André Schmidt.

Im Rahmen des ZDK-Events am 28. Januar 2025 im Gasometer auf dem Euref-Campus in Berlin-Schöneberg wird auch der 51. DAT-Report mit den neuesten Erkenntnissen zum Kauf- und Werkstattverhalten veröffentlicht.

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