Kfz-Innung Halle wählt neuen Obermeister
In seiner ersten Amtszeit als Obermeister der Kfz-Innung Halle will Jens Stierwald sich verstärkt um Nachwuchskräfte für das Kfz-Gewerbe kümmern. Zuletzt hatte die Bewerberzahl nachgelassen.

Die Kfz-Innung Halle hat einen neuen Obermeister. Auf ihrer Jahresversammlung wählten die Mitglieder Jens Stierwald. Er tritt die Nachfolge von Horst Mundt an, der zuvor zwölf Jahre das Amt innehatte. Einen Schwerpunkt für seine erste Amtsperiode sieht Stierwald in der Sicherung des beruflichen Nachwuchses. In den vergangenen Jahren hat sich die Situation für die Kfz-Betriebe stark gewandelt. So hat sich in der letzten Dekade die Zahl der Bewerber um rund 70 Prozent verringert.
Dieser Entwicklung will Stierwald entgegenwirken. Er will jungen Männern und Frauen die Vorteile einer Ausbildung im Kfz-Gewerbe näherbringen. Dabei will er den direkten Kontakt zu den jungen Menschen suchen und verstärkt in Schulen und auf Bildungsmessen werben.
Denn die Betriebe reagieren bereits: Findet ein Autohaus oder eine Werkstatt keinen Bewerber, so setzt es die Ausbildung für ein Jahr aus. Andere geben das Engagement ganz auf: „Es gibt Kollegen, die bilden gar nicht mehr aus“, bedauert Stierwald. Allerdings seien diese noch eher die Ausnahme. Pro Jahr spricht die Innung zwischen 60 und 70 Auszubildende frei.
Doch dann fängt der Wettbewerb erst richtig an. Die im Kfz-Gewerbe ausgebildeten Junggesellen sind in der Automobilindustrie heiß begehrt. Mit Arbeitslöhnen, bei denen Autohäuser und Werkstätten nicht mithalten können, werden die jungen Fachkräfte in die Industrie gelockt. Da wird so mancher Geselle schwach und „wechselt von der Hebebühne ans Band“, so Stierwald.
Dies trifft die Betriebe dann ein weiteres Mal. Dennoch ist die Situation der Betriebe in der Region nicht schlecht. Rund 70 Mitgliedsbetriebe – davon etwa die Hälfte Vertragshändler – umfasst die Innung, die in einer wirtschaftlich stabilen Region in Sachsen-Anhalt liegt. Herausforderungen gibt es dennoch: Neben der zunehmenden Schwarzarbeit, gegen die laut Stierwald von den Behörden trotz Aufforderung nichts unternommen wird, ist dies vorwiegend die Schadensteuerung der Versicherer.
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