Kfz-Service: Analog war gestern

Autor / Redakteur: Norbert Rubbel / Norbert Rubbel

Am 30. November dieses Jahres ist es wieder so weit. Im Focus der dritten Autoservicetage steht die Digitalisierung. Experten und Aussteller geben Tipps für ein erfolgreiches Servicegeschäft.

Die Teilnehmer der Autoservicetage 2016 dürfen sich auf spannende Vorträge und Diskussionen freuen.
Die Teilnehmer der Autoservicetage 2016 dürfen sich auf spannende Vorträge und Diskussionen freuen.
(Bild: Stefan Bausewein)

Das Kfz-Gewerbe steuert mit Vollgas auf die digitale Servicewelt zu. Doch während 46 Prozent der Vertragspartner der Automobilhersteller die Digitalisierung als Chance sehen, meinen 21 Prozent, sie sei „eher eine Bedrohung“. 33 Prozent der Autohaus-Inhaber haben zum Thema Digitalisierung überhaupt keine Meinung. Dies ergab eine Umfrage des Fachmediums »kfz-betrieb«. Rund 84 Prozent der Befragten befürchten, dass branchenfremde Unternehmen wie Amazon, Google, Apple und Co. mehr Einfluss auf die Geschäftsfelder der Kfz-Betriebe nehmen.

Die Digitalisierung ist sicher eine große Herausforderung für alle Marktteilnehmer. Sie bietet den Unternehmen aber auch die Chance, ihre Servicekompetenz gegenüber ihren Kunden und Geschäftspartnern auszubauen. Wie die Digitalisierung die traditionellen Serviceprozesse, die Kundenkommunikation, das Marketing und die Marktbearbeitung beeinflusst, zeigen die Experten der diesjährigen Autoservicetage auf. Zudem geben sie nützliche Tipps, welche Servicestrategien in der digitalisierten Kfz-Branche Erfolg versprechen.

Dialogannahme im Fahrzeug des Kunden

Über sein ungewöhnliches Annahmekonzept wird Bernhard Wasner, Geschäftsführer des Autohauses Paul in Passau, berichten. Kommt dort ein Kunde zum Service, steigt der Serviceberater zu ihm ins Fahrzeug. Die gemeinsame Probefahrt führt sie zum „Paul Digital Vehicle Scan & Sensor System“. Das ist ein befahrbares Portal für Pkw und Nutzfahrzeuge, das mit umfangreichen Mess- und Prüftechniken ausgestattet und mit dem Dealer-Management-System des Mercedes-Benz-Betriebs vernetzt ist. Mehrere Kameras nehmen Rundum-Bilder vom Fahrzeug auf. Sie prüfen beispielsweise die Profiltiefe und den Fülldruck der Reifen sowie den Zustand der Lackierung, der Verglasung und des Unterbodens. Alle ermittelten Daten erhält der Serviceberater auf seinem Tablet-PC, auf dem der Kunde auch seinen Reparaturauftrag unterschreibt. Der Vorteil: Die Dialogannahme im Fahrzeug des Kunden spart Zeit und ist papierlos. Und die Werkstattbesucher sind begeistert.

Mit ausgefallenen Strategien Kunden begeistern

Wie digitale Marketingstrategien die Kunden begeistern, erläutern am 30. November im Würzburger Vogel Convention Center DAT-Geschäftsführer Jens Nietzschmann und Matthias Naumann vom Audi-Zentrum Dresden. Die Videos auf den Social-Media-Plattformen des Autohauses in der sächsischen Landeshauptstadt haben nicht nur zahlreiche Fans, sondern auch schon Kultcharakter. In humorvollen Kurzgeschichten präsentieren die Autohausmitarbeiter zum Beispiel Zubehörartikel.

Im Rampenlicht der Würzburger Autoservicetage steht auch ein Vertreter eines Automobilherstellers: René Bernard Tchamendje von Peugeot Citroën Deutschland. Er wird über die Aftersales-Offensive des französischen Autokonzerns berichten. In die Schlagzeilen kam die PSA-Gruppe mit dem Einstieg in das Werkstattportal Autobutler und mit dem Aufbau des markenübergreifenden Werkstattkonzepts Euro Repar Car Service.

Die Teilnehmer der Autoservicetage 2016 können sich auf insgesamt acht spannende Vorträge freuen. Informationen zum Programm und zur Anmeldung erhalten Sie unter www.autoservicetage.de und von Eventmanagerin Heidi Schnedelbach, Telefon: 0931/418-2242, heidi.schnedelbach@vogel.de.

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