Onlinevertrieb „KI wird für neuen Wettbewerb unter Autobörsen sorgen“

Von Dr. Martin Achter 7 min Lesedauer

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Es gibt klare Gründe dafür, warum Autohändler die Gebühren der dominierenden Autobörsen schlucken, sagt Plattformexperte Jonathan Turpin. Auch im Scheitern des alternativen Anbieters Heycar sieht er eine Logik. KI könnte jedoch Bewegung in den Markt bringen.

Jonathan Turpin vom Beratungs- und Branchenfinformationsdienstleister AIM Group sieht in KI-Agenten eine große technologische Herausforderung für Online-Autobörsen.(Bild:  Ulf Büschleb)
Jonathan Turpin vom Beratungs- und Branchenfinformationsdienstleister AIM Group sieht in KI-Agenten eine große technologische Herausforderung für Online-Autobörsen.
(Bild: Ulf Büschleb)

Redaktion: Herr Turpin, in Deutschland gibt es unter den Online-Autobörsen zwei dominierende Player. Alle anderen Marktplätze tun sich deutlich schwerer, manche scheiden komplett aus dem Markt aus. Ist eine solche Marktstruktur im internationalen Vergleich üblich?

Jonathan Turpin: Deutschland ist insofern ungewöhnlich, als es hier neben einem unangefochtenen Marktführer nach wie vor einen starken zweiten Player gibt. In vielen entwickelten Märkten gehört der gesamte Markt oft nur einer Plattform. Eine Konstellation wie in Deutschland ist vergleichsweise selten. In Großbritannien ist Auto Trader beispielsweise etwa elf mal größer als der Zweitplatzierte, gemessen am Umsatz. Mobile hingegen ist nur zweieinhalb mal größer als Autoscout. Ein anderes ungewöhnliches Beispiel sind die USA, wo die schiere Größe des Marktes es zulässt, dass drei bedeutende Auto-Marktplätze nebeneinander existieren. Händler haben in Deutschland also eine stärkere und bessere Auswahl als anderswo.