Kleiner Stromer von Mitsubishi

Autor / Redakteur: Klaus Peter Backfisch / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Der japanische Hersteller hat den elektrisch betriebenen Kleinwagen i-Miev vorgestellt, der in Japan schon verkauft wird und bei uns Ende nächsten Jahres auf den Markt kommt.

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Mitsubishi hat kürzlich in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg das Elektroauto i-Miev in Deutschland vorgestellt. Nach dem Start der Serienproduktion im Juni diesen Jahres erfolgte Ende Juli die Markteinführung in Japan (als Rechtslenker). Für Deutschland und anderen europäischen Ländern ist ab Ende 2010 eine modifizierte Linkslenkerversion vorgesehen. Der Viersitzer kostet in seinem Heimatmarkt umgerechnet etwa 34.000 Euro. Das ist ein Preis, der isoliert betrachtet und gemessen an konventionell angetriebenen Fahrzeugen dieser Kategorie sicher nicht zum Verkaufsrenner taugt, aber den sehr teuren Lithium-Ionen-Batterien geschuldet ist.

Der knapp 3,40 Meter lange Kleinwagen wiegt 1.100 Kilogramm. Basierend auf der Bauweise des benzinmotorgetriebenen Minicars „i“ hat Mitsubishi beim i-Miev (der wenig wohlklingende Name steht für Mitsubishi Innovative Electric Vehicle) den Heck-Mittelmotor und Unterflurtank durch ein Lithium-Ionen-Batteriepaket sowie Elektromotor, Umrichter und weitere elektrische Komponenten ersetzt. Diese Konfiguration ermöglicht einen langen Radstand (2.550 Millimeter) mit zusätzlichem Stauraum unter dem Fahrzeugboden für die Batterien.

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Das schafft einen tieferen Schwerpunkt, liefert hohe Fahrstabilität und agiles Handling. Außerdem konnten der Elektromotor und seine Peripherie an Stelle des konventionellen Motors und Getriebes eingebaut werden. Der i-Miev bietet so einen großzügig bemessenen Innenraum für bis zu vier Passagiere und einen vollwertigen Gepäckraum im Heck.

Schneller als der Benziner

Moderne Elektromotoren sind kompakter als Benzinmotoren und erreichen ein hohes Drehmoment praktisch aus dem Stand. Mit dem kleinen, leichten und hocheffizienten E-Motor ist der i-Miev dank stattlichen Drehmoments von 180 Newtonmetern dem 660 cm3 kleinen Turbobenziner „i“ in Leistung und Fahrdynamik überlegen. Die Beschleunigung von 40 auf 60 km/h beispielsweise erledigt er um 31 Prozent schneller, vibrationsärmer und um fünf Dezibel leiser. Mit drei wählbaren Betriebsarten ermöglicht der i-Miev an verschiedene Fahrbedingungen anpassen:

  • D (Drive): Normalbetrieb mit voller Leistung
  • E (Economy): Sparmodus – reduzierte Leistung für geringeren Energieverbrauch und erhöhte Reichweite
  • B (Brake): Bremsmodus – Effizientere Energierückgewinnung bei Bergabfahrten.

Der i-Miev besitzt Lithium-Ionen-Batterien aus 22 Modulen mit je vier Zellen. Nach dem europäischen Fahrzyklus erzielt er eine Reichweite von 144 Kilometern. Allerdings ist dies ein theoretischer Wert, ausreichend immerhin für die ausschließliche Nutzung als Kurzstreckenfahrzeug. Die Höchstgeschwindigkeit des 47 kW/64 PS starken Mitsubishi liegt bei 130 km/h.

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