Nach Korruptionsvorwurf Knaus Tabbert beruft Finanzvorstand und setzt auf die Händler

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Der angeschlagene Reisemobilhersteller Knaus Tabbert konsolidiert sich. Als neuer Finanzvorstand soll Radim Sevcik für Stabilität sorgen. Gleichzeitig läuft die Aufarbeitung der Korruptionsvorwürfe.

Der Reisemobilhersteller Knaus Tabbert arbeitet an seiner Neuaufstellung und hat zunächst einen neuen Finanzvorstand berufen.(Bild:  Knaus Tabbert)
Der Reisemobilhersteller Knaus Tabbert arbeitet an seiner Neuaufstellung und hat zunächst einen neuen Finanzvorstand berufen.
(Bild: Knaus Tabbert)

Der Reisemobilhersteller Knaus Tabbert versucht, mit einem neuen Finanzchef zurück zur Stabilität zu kommen. Bereits am vergangenen Donnerstag, 5. Dezember, hat der Aufsichtsrat Radim Sevcik zum Chief Financial Officer (CFO) der Knaus Tabbert AG bestellt. Der Schritt soll dazu beitragen, das von einem mutmaßlichen Korruptionsfall im Management erschütterte Unternehmen zu stabilisieren. Knaus Tabbert leidet zudem unter einer Absatzflaute und hatte verschiedene Abgänge im Spitzenmanagement zu verkraften.

Sevcik ist erst seit Kurzem im Unternehmen. Er kam erst im November zusammen mit dem jetzigen Vorstandschef Wim de Pundert und war zunächst als Finance Director ernannt worden. Nun steigt er als Chief Financial Officer (CFO) in den Vorstand auf, wie das Unternehmen mitteilte. Sevcik verfügt über Erfahrung im Finanzbereich: Er hat für die Boston Consulting Group und Merrill Lynch gearbeitet und war zuletzt vier Jahre lang als Investment Officer für HTP Investments tätig.

Vorstandschef Wim de Pundert hatte nach seinem Einstieg in operative Knaus-Tabbert-Geschäft zunächst auch die Funktion des verwaisten Finanzvorstands mit übernommen. Er hofft nun, sich durch die Berufung Sevciks „stärker auf Vertriebs- und operative Themen konzentrieren“ zu können. Pundert war im November in seiner Doppelrolle ins Unternehmen gekommen.

Radim Sevcik ist neuer Finanzvorstand (CFO) bei Knaus Tabbert.(Bild:  Knaus Tabbert)
Radim Sevcik ist neuer Finanzvorstand (CFO) bei Knaus Tabbert.
(Bild: Knaus Tabbert)

Nun will das Führungsduo „einen besonderen Fokus auf gesunde Profitabilität“ legen. Zudem will der Hersteller von Reisemobilen und Wohnwagen den Vorstand wieder erweitern und ein Programm zur Erreichung der strategischen Ziele starten. „Diese Maßnahmen sollen wesentlich dazu beitragen, dass Knaus Tabbert schon 2025 gestärkt aus dieser Situation hervorgehen wird“, heißt es aus der Firmenzentrale in Jandelsbrunn (Niederbayern).

Engere Verzahnung mit dem Handel

Dazu gehört explizit auch die enge Zusammenarbeit mit dem Handel. „Die weitere Stärkung der Beziehungen zum europäischen Händlernetz hat weiterhin höchste Priorität“, heißt es dazu. Das Unternehmen organisiert Townhall-Meetings, um Einblicke in die neue strategische Ausrichtung und organisatorischen Veränderungen zu geben sowie die Händler mit gemeinsamen Maßnahmen aktiv zu unterstützen.

Knaus Tabbert, vor einigen Jahren noch Börsenstar, strauchelt seit einigen Wochen. Erst ging der Vorstandschef, dann wurde die Produktion ausgesetzt, schließlich mussten zwei Vorstandsmitglieder wegen strafrechtlicher Vorwürfe entlassen werden. Die Staatsanwaltschaft Landshut hatte damals mit mehr als 160 Polizisten wegen Korruptionsverdachts Büros und Geschäftsräume am Firmensitz durchsucht. Der Börsenkurs der Aktie war von 47 Euro im Sommer auf phasenweise unter 13 Euro gefallen.

Knaus Tabbert selbst arbeitet mit der Staatsanwaltschaft zusammen und stellt fest, in den mutmaßlichen Korruptionsfällen selbst Geschädigter zu sein. Der jetzige Vorstand habe mit den Fällen nichts zu tun. Eine Arbeitsgruppe soll die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft unterstützen. „Der jetzige Vorstand war zu keinem Zeitpunkt in die vorgeworfenen kriminellen Handlungen involviert und kann somit vollkommen unabhängig und unbefangen bei der Aufklärung agieren“, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

Das Unternehmen habe zudem die Zusammenarbeit „mit allen Lieferanten, mit denen die beiden ehemaligen inzwischen entlassenen Vorstände mutmaßlich zusammengearbeitet haben, beendet“ und will rechtliche Schritte bis zu Schadenersatzklagen und Strafanträge einleiten.

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