Korruptionsverdacht Knaus Tabbert feuert zwei Vorstände

Von dpa.gr 2 min Lesedauer

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Knaus Tabbert hat sich von zwei altgedienten Vorständen getrennt. Die fristlose Entlassung steht in Zusammenhang mit strafrechtlichen Ermittlungen. Am Mittwoch hatte ein Großaufgebot an Beamten den Firmensitz durchsucht.

Die Knaus Tabbert AG hat zwei ihrer drei Vorstände ihrer Ämter enthoben.(Bild:  Knaus Tabbert)
Die Knaus Tabbert AG hat zwei ihrer drei Vorstände ihrer Ämter enthoben.
(Bild: Knaus Tabbert)

Der Freizeitmobilhersteller Knaus Tabbert hat zwei seiner derzeit drei Vorstandsmitglieder fristlos gefeuert. Die beiden Manager seien „ab sofort nicht mehr für die Knaus Tabbert AG“ tätig, teilte die im niederbayerischen Jandelsbrunn ansässige Firma mit. Das Unternehmen habe deren Bestellung zu Vorstandsmitgliedern widerrufen, heißt es in einer Pflichtmitteilung der Aktiengesellschaft.

Von ihren Vorstandsposten enthoben wurden laut der Mitteilung jene beiden Vorstände, die bei den jüngsten Rochaden im Führungsgremium übrig geblieben waren: Werner Vaterl als Chief Operating Officer (COO) und Gerd Adamietzki als Chief Sales Officer (CSO). Sie waren seit vielen Jahren im Unternehmen aktiv. Ihnen wurde vor wenigen Tagen, noch vor der Durchsuchung, Wim de Pundert als neuer Vorstandschef zur Seite gestellt.

Grund der Trennung sind die „strafrechtlichen Vorwürfe“, die Knaus Tabbert seit dem Vortag erschüttern. Die Staatsanwaltschaft Landshut hatte wegen Korruptionsverdachts Büros und Geschäftsräume am Firmensitz mit einem Großaufgebot von über 160 Polizisten durchsucht, zwei namentlich nicht genannte Mitarbeiter sitzen in Untersuchungshaft.

In den Ermittlungen geht es um Bestechungsgelder von Zulieferern, für die im Gegenzug Vorteile bei der Auftragsvergabe gewährt worden sein sollen. Knaus Tabbert betonte, dass dem börsennotierten Unternehmen selbst kein Fehlverhalten vorgeworfen werde, sondern es selbst geschädigt sei. Die Höhe des Schadens ist demnach unbekannt.

„Wir sind entschlossen, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um solche Ereignisse in Zukunft zu verhindern, einschließlich der Verbesserung der internen Prozesse und Kontrollen“, hieß es in einer zweiten Mitteilung des Unternehmens.

Schon vor den strafrechtlichen Vorwürfen gab es bei Knaus Tabbert personelle Turbulenzen in der Chefetage, als deren Ergebnis Großaktionär Wim de Pundert die Doppelrolle von Vorstandschef und Finanzvorstand übernommen hatte. Der Niederländer ist damit vorerst das einzige amtierende Vorstandsmitglied. Die Aufgabe der beiden entlassenen Vorstände werden laut Unternehmen vorübergehend von deren Mitarbeitern übernommen. Abgesehen davon kämpft Knaus Tabbert mit einer schweren Absatzkrise, die Produktion am Firmensitz und in einem ungarischen Werk ruht derzeit mangels Nachfrage.

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