Nutzfahrzeugmarkt Konjunkturkrise schlägt sich in schlechten Verkaufszahlen nieder

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Der europäische Nutzfahrzeugmarkt hat ein hartes Jahr hinter sich. Der Absatz der Transporter und Lkw ging signifikant zurück. Einzig das Bus-Segment zeigte positive Tendenzen.

Der europäische Nutzfahrzeugmarkt musste im Gesamtjahr 2025 deutlich Federn lassen. Die schlechte Konjunktur hinterlässt Spuren.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Der europäische Nutzfahrzeugmarkt musste im Gesamtjahr 2025 deutlich Federn lassen. Die schlechte Konjunktur hinterlässt Spuren.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Im Jahresverlauf 2025 sind die Nutzfahrzeug-Zulassungen in mehreren wichtigen europäischen Märkten teils signifikant zurückgegangen. Der Herstellerverband Acea führt die Entwicklung auf ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld zurück. Allein das Bussegment bildete eine Ausnahme von der Gesamtentwicklung. In diesem Bereich stiegen die Neuzulassungen europaweit um 8 Prozent.

Anders als im Pkw-Segment konnten die elektrisch aufladbaren Fahrzeuge nicht zu einer Trendwende beitragen, da die BEV-Zulassungen bei den Nutzfahrzeugen nach wie vor zu langsam wachsen. Die Marktakzeptanz sei „durch unzureichende Rahmenbedingungen weiterhin eingeschränkt“, heißt es vom Herstellerverband. Gemeint sind unzureichende Infrastruktur, hohe Energiekosten, ungünstige Gesamtbetriebskosten und uneinheitliche politische Rahmenbedingungen.

In der wichtigsten Nutzfahrzeugklasse, den Transportern, sanken die Verkaufszahlen in der EU, der Efta und in Großbritannien um 8,8 Prozent. 1,82 Millionen Einheiten kamen neu auf die Straßen. Allen voran die vier größten Märkte meldeten Absatzrückgänge: Großbritannien (-10,5 %), Frankreich (-5,6 %), Deutschland (-5,4 %) und Italien (-5,0 %). Im Gegensatz dazu verzeichnete Spanien einen Anstieg der Zulassungen um 11,7 Prozent.

Große Lkw-Märkte gehen in die Knie

Die Neuzulassungen von Lkw in der EU fielen um 5,4 Prozent auf 371.240 Einheiten. Dieser Rückgang war volumenmäßig auf einen Rückgang der Zulassungen von Schwerlastkraftwagen um 6,3 Prozent auf 298.000 Einheiten sowie einen Rückgang der Nachfrage nach mittelschweren Lastkraftwagen um 1,8 Prozent auf 73.500 Einheiten zurückzuführen.

Die negative Entwicklung war dabei in fast allen großen Märkten zu erkennen, wobei Deutschland (-12,2 %) sogar einen zweistelligen Rückgang verzeichnete. Auch in Frankreich lief die Nutzfahrzeug-Konjunktur schlecht (-9,0 %), in Spanien (-3,6 %) und Italien (-2,8 %) bestenfalls verhalten. Einzig in Großbritannien stiegen die Nfz-Verkaufszahlen leicht (+0,6 %) – allerdings getrieben durch eine Sonderkonjunktur bei den mittelschweren Lkw (+30,8 %).

Elektrifizierung kommt nur langsam voran

Dagegen scheint die Personenbeförderung derzeit hoch im Kurs zu stehen. Die Neuzulassungen von Bussen in der EU legten im Jahr 2025 um 8,0 Prozent auf 49.700 Einheiten zu. Unter den wichtigsten Märkten führten Deutschland (+28 %) und Polen (+16,6 %) das Wachstum an, während Italien (-15,9 %) und Spanien (-4 %) Rückgänge verzeichneten. Der Anteil der Zulassungen von elektrisch aufladbaren Bussen stieg dabei in den erfassten europäischen Staaten auf gut ein Viertel (25,9 %).

Im Bereich der Nutzfahrzeuge ist der Diesel jedoch die bevorzugte Wahl der Käufer geblieben. 63 Prozent der neu zugelassenen Busse arbeiten noch immer mit einem Selbstzünder. Bei den Transportern sind es 81 Prozent und bei den Lkw fast 93 Prozent. Trotzdem kommt die Elektrifizierung voran: Bei den Vans hat sich der E-Anteil sich von 6,5 auf 12 Prozent fast verdoppelt, bei den Trucks von 2,7 auf 4,8 Prozent doch zumindest signifikant erhöht.

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