Finanzkrise Stellantis befürchtet weitere Milliardenkosten durch US-Zölle 

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Für Stellantis kommt es derzeit richtig dicke. Nachdem das erste Halbjahr  bereits Milliardenverluste gebracht hatte, provozieren nun die US-Zölle zusätzliche horrende Kosten. Gleichzeitig rebellieren die Händler.

Baustelle Stellantis: Die Finanzzahlen sind schlecht, die US-Zölle belasten, die Händler sind stinkig.(Bild:  Stellantis)
Baustelle Stellantis: Die Finanzzahlen sind schlecht, die US-Zölle belasten, die Händler sind stinkig.
(Bild: Stellantis)

Der Autokonzern Stellantis geht für das zweite Halbjahr von deutlichen Belastungen durch die US-Zollpolitik aus. Nachdem bereits in den ersten sechs Monaten 0,3 Milliarden Euro an Sonderkosten anfielen, dürften es in der zweiten Jahreshälfte noch einmal 1,2 Milliarden Euro sein, wie das Unternehmen in Amsterdam mitteilte. 

Der Mutterkonzern von Marken wie Peugeot, Fiat, Chrysler und Opel hatte bereits von einem Milliardenverlust in den ersten sechs Monaten berichtet. Dabei fielen vor allem abgebrochene Modellprogramme sowie Abschreibungen auf technische Plattformen und für den Konzernumbau ins Gewicht. Der neue Konzernchef Antonio Filosa stellt nach der Zolleinigung der USA mit der EU jedoch eine Verbesserung im Tagesgeschäft im Rest des Jahres in Aussicht.

Seiner Prognose zufolge soll der Umsatz gegenüber der ersten Jahreshälfte zulegen. Die um Sondereffekte bereinigte operative Gewinnmarge soll sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich bewegen. Im ersten Halbjahr lag sie nur bei 0,7 Prozent. Auch die Entwicklung der freien Finanzmittel soll sich bessern: Nach sechs Monaten hat Stellantis im Industriegeschäft – also ohne die Finanzdienstleistungen gerechnet – rund 3 Milliarden Euro an Barmitteln verbrannt.

Die bereits bekannten Eckdaten aus dem Tagesgeschäft bestätigte Stellantis. Der Umsatz sackte um 13 Prozent auf 74,3 Milliarden Euro ab. Im zweiten Quartal gingen die Verkäufe um 6 Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge zurück. In der ersten Jahreshälfte war es damit ein Minus von 7 Prozent auf knapp 2,7 Millionen Fahrzeuge. Vor allem im früher für Stellantis so renditestarken Markt Nordamerika ließ das Unternehmen weiter Federn.

Krise dauert schon länger an

Seit Längerem kriselt der Vielmarkenkonzern, weil er auf dem nordamerikanischen Kontinent seine großen SUVs und Pickups nicht mehr wie gewohnt loswird. Das kostete auch den einst so mächtigen Ex-Chef Carlos Tavares den Job. Stellantis war aus der Fusion der französischen PSA-Gruppe mit dem italoamerikanischen Fiat-Chrysler-Konzern entstanden. Im US-Markt sind mit Chrysler, Dodge, Jeep und RAM vier der 14 Fahrzeugmarken des Konzerns zu Hause.

Das Geschäft mit den teuren SUVs und Pickups sorgte lange dafür, dass Stellantis den Löwenanteil seines Gewinns in den USA einfuhr.

In Deutschland droht dem Konzern zudem ein Verlust von Präsenz und Sichtbarkeit. Das zeigt eine Mitgliederbefragung der Allianz deutscher Stellantis-Partnerverbände (Opel, Peugeot, Citroën, Jeep und Alfa), deren Ergebnisse am Montag bekannt geworden waren. Demnach plant eine erhebliche Zahl an Händlern verschiedener Fabrikate, Standorte zu schließen – aus finanziellen Gründen. Gleichzeitig wächst in der Händlerschaft wieder der Frust über den Konzern.

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