Mercedes-Benz Konzerntochter übernimmt Teile von Kienle

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Noch bevor das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, gibt Mercedes-Benz bekannt, einen Großteil der Kienle Automobiltechnik zu übernehmen. Neben Ersatzteilen gilt das auch für zahlreiche Angestellte und Mitarbeiter.

Ein Großteil der Kienle-Werkstattmitarbeiter soll sein Auskommen künftig im Mercedes-Benz-Classic-Center in Fellbach finden.(Bild:  Mercedes-Benz AG)
Ein Großteil der Kienle-Werkstattmitarbeiter soll sein Auskommen künftig im Mercedes-Benz-Classic-Center in Fellbach finden.
(Bild: Mercedes-Benz AG)

Der Fall Klaus Kienle bzw. Kienle Automobiltechnik ist noch lange nicht ad acta gelegt, da kann zumindest ein Teil der Belegschaft des bekannten Restaurierungsbetriebs aufatmen. Denn heute (31. Januar) hat die Mercedes-Benz Heritage GmbH (siehe unten) bekannt gegeben, dass sie mit Wirkung zum 1. Februar wesentliche Bestandteile des insolventen Heimerdinger Unternehmens erwerben wird. Die Konzerntochter möchte diese in das Mercedes-Benz-Classic-Center eingliedern.

Dazu gehören das komplette Ersatzteillager wie auch Spezialwerkzeuge, vor allem aber die Produktivmitarbeiter. Mercedes-Benz möchte einen großen Teil dieser übernehmen. Wie die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten, sollen laut Heritage-Leiter Marcus Breitschwerdt rund 30 bis 40 Werkstattkräfte ein Übernahmeangebot erhalten, während Mitarbeiter aus dem Verwaltungsbereich leer ausgehen werden. Mithilfe der neuen Fachkräfte und auch des nicht unerheblichen Ersatzteile-Bestands der Kienle Automobiltechnik möchten die Stuttgarter im Klassikbereich weiter wachsen.

Bis vor zwei Tagen konnten Gläubiger von Kienle Ansprüche beim Insolvenzverwalter geltend machen. Am 19. Februar soll dann das Insolvenzverfahren am Amtsgericht Ludwigsburg über die Bühne gehen. Welchen Preis Mercedes-Benz bereit war, für materielle wie immaterielle Werte von Kienle Automobiltechnik zu bezahlen, ist aktuell nicht bekannt.

Übernahmeinteresse schon länger vorhanden

Fakt ist, dass der Stuttgarter Konzern bereits vor der Razzia und den Anschuldigungen gegen Klaus Kienle und sein Unternehmen an einer Übernahme des bekannten Oldtimerbetriebs interessiert war. Die Bemühungen um diesen wurden aber kurz vor Bekanntwerden des Skandals und der Betrugsvorwürfe um mehrere vermeintlich gefälschte Mercedes 300 SL eingestellt.

Ein Grund für das Übernahmeinteresse des Stuttgarter Autobauers dürfte die Tatsache gewesen sein, dass es finanziell nicht gut um Kienle stand. Seit vielen Jahren war das Betriebsergebnis „gerade mal so“ positiv, teilweise auch deutlich negativ. Zuletzt musste Kienle Automobiltechnik sogar das eigene Betriebsgelände verkaufen und selbst anmieten.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte jener 300 SL, den der Ehemann von Ex-Bundeslandwirtschaftsminsterin Julia Glöckner, der Oldtimerrestaurier und -händler Ralph Grieser, 2022 in der Schweiz erworben hatte. Denn wie sich beim Versuch Griesers, diesen Wagen in Deutschland zuzulassen, herausstellte, existierte bereits ein Fahrzeug mit derselben Fahrgestellnummer. Dieses verkaufte Klaus Kienle 2019.

Die Mercedes-Benz Group AG hat im Frühjahr 2023 sämtliche Classic-Aktivitäten in der Mercedes-Benz Heritage GmbH zusammengeführt. Sie möchte damit den Classic-Bereich weiter stärken, womit sich dieser flexibler und dynamischer entwickeln soll. Neben dem Mercedes-Benz-Classic-Center, zuständig für Werksrestaurierungen, Reparaturen und Wartungen, gehören hierzu das Mercedes-Benz-Museum, das Konzernarchiv, die Fahrzeugsammlung, die Mercedes-Benz-Classic-Original-Teile, der Fahrzeughandel von Mercedes-Benz-Classic sowie das Classic-Clubmanagement.

 

(ID:49895164)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung