In eigener Sache Langjähriger Vogel-Geschäftsführer Ernst Haack ist verstorben

Von Jens Rehberg 2 min Lesedauer

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Er kam ursprünglich aus der Werkstatt und entwickelte sich vom Redakteur zum Verlagsbereichsleiter: 35 Jahre lang begleitete Ernst Haack journalistisch und später als Manager die Kfz-Branche.

Ernst Haack(Bild:  Untch)
Ernst Haack
(Bild: Untch)

Die Mitarbeiter der Vogel Communications Group trauern um Ernst Haack. Der 76-Jährige verstarb Ende Juni nach langer, schwerer Krankheit in Duisburg.

Für einen gelernten Handwerker machte Ernst Haack eine erstaunliche Karriere: In den Sechzigerjahren absolvierte er eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker und erarbeitete sich später den Meisterbrief. Die Arbeit in den VW-, Audi- und Porsche-Betrieben füllte Haack aber offenbar nicht völlig aus – er träumte vom Beruf des Fachjournalisten, der für ihn „der schönste“ sei, so erzählte er es anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Fachzeitschrift »kfz-betrieb«. „Weil man dort mit Menschen unterschiedlicher Couleur zusammenkommen, sich breites Wissen aneignen und vor allem seine eigene Persönlichkeit weiterentwickeln kann.“

1977 dann schaffte er den Wechsel in seinen Traumberuf und fing bei Vogel in Würzburg an – beim »kfz-betrieb«, der damals schon ein Vierteljahrhundert lang offizielles Organ des damaligen Zentralverbands des Kraftfahrzeughandwerks gewesen war. Acht Jahre später berief ihn die Verlagsleitung an die Spitze der Redaktion.

Zehn Jahre lang war Ernst Haack Chefredakteur des »kfz-betrieb« und machte das Blatt zum damals schnellsten Fachmedium der Branche. 1990 erschien der „kb“ 14-tägig, als Haack die Fachzeitschrift in eine Wochenzeitung und ein monatliches Unternehmermagazin aufsplittete. Die wöchentliche Erscheinungsweise war damals ein Novum in der Branche.

Parallel dazu baute Haack gemeinsam mit den Marketing- und Vertriebsexperten bei Vogel den Abonnenten-Stamm des Fachblattes aus: In der Wendezeit wuchs die Anzahl bezahlter kb-Abonnements von 22.000 auf 30.000 an. Später hob Haack die Fachtagung Freie Werkstätten, die noch heute zu den am besten gebuchten Veranstaltungen der Vogel Communications Group gehört, aus der Taufe.

1995 ließ Ernst Haack schließlich den Stift fallen und wechselte ins Verlagsmanagement. Weitere zehn Jahre lang leitete er die Geschicke des Verlagsbereiches, zu dem auch die Medienmarken Automobil Industrie, autoFACHMANN, autoKAUFMANN und »Gebrauchtwagen Praxis« gehörten, zunächst als Verlagsbereichsleiter, dann als Geschäftsführer der Vogel Automedien. In dieser Zeit revolutionierte das Internet das elektronische Publizieren, und es war wieder an der Zeit für den gelernten Mechaniker – diesmal stärker koordinierend –, die genannten Fachblätter neu zu positionieren; weitgehend so, wie wir sie heute kennen.


Ab 2005 war Ernst Haack bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2012 Mitglied der Geschäftsführung der Vogel Business Media.

An seine Redakteure und an sich selber hatte der Mann aus dem Ruhrpott immer einen hohen Anspruch. „Qualität ist keine Sache des Fingerschnippens“, hat er mal gesagt. Qualität müsse erarbeitet und im zweiten, in aller Regel mühsameren Schritt kontinuierlich auf hohem Niveau gehalten werden.

Bei »kfz-betrieb« denken wir an ihn als an einen Menschen, der jederzeit ansprechbar war, egal ob man über das Tagesgeschäft, etwas Privates, Politik oder das Gehalt sprechen wollte. Idealerweise erwischte man ihn im Innenhof beim Genuss ausgesuchter Tabak-Produkte. So behalten wir ihn in Erinnerung.

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