Neuzulassungen Leichte Erholung auf niedrigem Niveau

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Auf das Januar-Tief folgt eine Februar-Erholung – der deutsche Neuwagenmarkt bleibt wechselhaft. Aufgrund der aktuellen Kraftstoffpreis-Rallye ergeben sich neue Unsicherheiten für die Zukunft – auch weil die E-Prämie noch nicht ihre volle Wirkung entfalten kann.

Ein wenig Sonnenschein für den gebeutelten Neuwagenmarkt: Im Februar legten die Neuzulassungen um 3,8 Prozent zu – einige Fabrikate schmieren trotzdem ab.(Bild:  Grimm – VCG)
Ein wenig Sonnenschein für den gebeutelten Neuwagenmarkt: Im Februar legten die Neuzulassungen um 3,8 Prozent zu – einige Fabrikate schmieren trotzdem ab.
(Bild: Grimm – VCG)

Der deutsche Neuwagenmarkt hat sich im Februar etwas positiver entwickelt als im Monat des Vorjahres. Wie aus den am Mittwoch, 4. März, vorgestellten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht, wurden im zweiten Monat des Jahres 211.262 Pkw neu zugelassen. Das waren 3,8 Prozent mehr als im Februar 2025.

Allerdings bleibt der Neuwagenhandel damit auf einem niedrigen Niveau – im Februar 2019 hatte die Behörde noch 269.000 Neuwagen registriert. Die hohe Diskrepanz gilt erst recht für die kumulierten Zahlen: In den ersten beiden Monaten 2026 wurden 405.243 Pkw neu registriert. Im Vorjahr waren es nach zwei Monaten 411.000 – der Jahresauftakt ist also weiterhin rückläufig (-1,4 %). Und im Jahr 2019 waren es gar 534.500 Neuwagen.

Dass der deutsche Neuwagenmarkt eine anhaltende Flaute erlebt, unterstreicht auch die Unternehmensberatung EY. Und die Situation dürfte sich mit den aktuellen weltpolitischen Geschehnissen und Folgen für die Kraftstoffpreise eher noch zuspitzen. „Steigende Benzin- und Dieselpreise dürften die Inflationserwartungen der Menschen beeinflussen und die Kauflaune zusätzlich belasten“, erwartet Constantin Gall, Mobilitätsexperte bei EY.

Gefahr steigender Kraftstoffpreise

Aus seiner Sicht bleiben die Rahmenbedingungen schlicht schlecht. „In diesen Zeiten bleiben Unternehmen und Privatleute bei größeren Anschaffungen vorsichtig. Wir stehen daher vor einem weiteren schwachen Autojahr“, prognostiziert er die Lage für die kommenden Monate. Allerdings berichtet der Verband der Automobilindustrie von einem deutlichen Anstieg der Auftragseingänge aus dem Inland im Monat Februar um 13 Prozent. Allerdings war der Auftragseingang im Vorjahresmonat sehr verhalten gewesen.

Seit Montag sind die Preise für Benzin- und vor allem Dieselkraftstoffe (auf über 2 Euro pro Liter) stark gestiegen. Diesel reagiere bei Kriegen und Versorgungsengpässen sensibler als Benzin und kann daher schneller und kräftiger steigen, heißt es dazu vom ADAC. Ähnliche Preisaufschläge habe es zuletzt vor gut vier Jahren im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine gegeben. Grundsätzlich hält der Autofahrerclub die Kraftstoffpreise allerdings für zu hoch. „Wahrscheinlich steckt im aktuellen Dieselpreis auch Spekulation“, sagte ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer.

Verhalten positiv interpretiert der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) die Februar-Entwicklung. „Der Pkw-Markt zieht wieder an – und die Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen zeigt deutliche Wachstumsimpulse, obwohl die Förderung noch nicht greift“, stellte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn fest. Wegen vieler noch ungeklärter Fragen könne die E-Prämie jedoch ihre volle Wirkung bislang nicht entfalten.

Elektromobilität legt weiter zu

Trotz der Unsicherheiten zeigt sich die Elektromobilität im Verkaufsmonat Februar als robust. 46.275 batterieelektrische Pkw (BEV) wurden laut KBA neu zugelassen, ein Anstieg von 28,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Zahl der Plug-in-Hybride (PHEV) stieg um 24,5 Prozent auf 24.328 Fahrzeuge. „Kaufprämie und Herstelleranreize zusammen setzen den Markt in Bewegung und liefern einen klaren Schub für den Hochlauf der Elektromobilität“, sagte der ZDK-Präsident.

Die steigende E-Quote sorgt für einen weiteren Rückgang der CO2-Emissionen. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß neu zugelassener Pkw sank im Februar auf 102,6 g/km (-6,5 %). Der Anteil der Privatzulassungen lag bei 31,5 Prozent.

Blickt man auf die einzelnen Marken, ergeben sich interessante Entwicklungen. So hat sich der mit Stellantis verbandelte Newcomer Leapmotor vorerst etabliert. Das chinesische Fabrikat kommt inzwischen auf 0,5 Prozent Marktanteil. Fiat hat seinen Absatz mehr als verdoppelt und liegt bei 2,8 Prozent Marktanteil. Und die seit Monaten mit Absatzrückgängen kämpfende Marke Tesla legte um 60 Prozent auf knapp 2.300 Neuzulassungen zu (1,1 % Marktanteil).

Daneben scheint sich weiterhin BYD über Eigenzulassungen den Markt zu kaufen. Die Chinesen kommen auf 3.050 Neuzulassungen und einen Marktanteil von 1,4 Prozent. Deutlich zugelegt haben zudem Mini (+49,2 %), Opel (+44,4 %) und Skoda (+26,5 %).

Großen Zuwächsen stehen jedoch auch starke Absatzverluste entgegen. Zu den Verlierern gehört der Mitsubishi-Handel. Die Neuzulassungen des Fabrikats halbierten sich auf nur noch 716 Einheiten. Deutlich verloren haben zudem Jeep (-32,7 %), Volvo (-29,6 %), Ford (-19,4 %) und Dacia (-15,4 %). Aber auch Seat (-11,1 %) und Mercedes (-8,9 %) verlieren deutlich Käufer.

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