Volvo XC90 Liebe und Zuwendung für den Evergreen

Von Julia Mauritz 3 min Lesedauer

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Seit zehn Jahren ist das Flaggschiff des schwedischen Premiumherstellers auf dem Markt, und noch immer rangiert der XC90 hierzulande auf Platz drei in der internen Verkaufsstatistik. Mit einem dezenten Facelift und einigen technischen Neuerungen hält Volvo den Plug-in- und Mildhybriden nun noch für einige weitere Jahre attraktiv.

Der überarbeitete Volvo XC90 ist als PHEV und als Mildhybrid-Variante erhältlich.(Bild:  Mauritz – VCG)
Der überarbeitete Volvo XC90 ist als PHEV und als Mildhybrid-Variante erhältlich.
(Bild: Mauritz – VCG)

Vor gut zehn Jahren markierte die Weltpremiere der zweiten Generation des Volvo XC90 einen ganz besonderen Meilenstein: Der Siebensitzer war das erste von Volvo selbst entwickelte und in Schweden gebaute Modell der neuen Fahrzeug-Ära des schwedischen Premiumherstellers nach dem Geely-Einstieg. Im XC90 hatte zudem Volvos erster Plug-in-Hybridantrieb seinen Auftritt, gepaart mit fortschrittlichen Assistenzsystemen und einem neuen Innenraumkonzept, das fast ohne klassische Bedienelemente auskam.

Der Einstiegspreis für den damals noch erhältlichen Diesel: 53.400 Euro. Für den 400 PS starken Plug-in-Hybrid in der Topausstattung mussten die Käufer mit 76.705 Euro damals deutlich tiefer in die Tasche greifen. An Attraktivität verloren hat der Siebensitzer trotz seiner außergewöhnlich langen Lebensdauer kaum: Im Gesamtjahr 2024 wurden in Deutschland immer noch knapp 9.500 Einheiten neu zugelassen. Kein Wunder, dass Volvo das Modell nicht einfach ersatzlos durch den vollelektrischen EX90 ersetzt.

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Trotz seiner nach wie vor konsequent fortgesetzten Elektrifizierungsstrategie hat der schwedische Premium-Hersteller seinem Verbrenner- und PHEV-Flaggschiff noch einmal „Liebe und Zuwendung“ zukommen lassen und ihm auch ein sachtes optisches Facelift gegönnt.

Wer sich dem 4,95 Meter langen XC90 von hinten nähert, wird kaum einen Unterschied zum Vorgänger erkennen. Die Designänderungen beschränken sich im Wesentlichen auf die Fahrzeugfront. Volvo hat die Motorhaube seines Flaggschiffs neu geformt und den Kühlergrill gekonnt umgestaltet. Ebenfalls neu sind der Stoßfänger, der vordere Kotflügel und das Scheinwerfer-Design. Dazu gesellt sich mit der Lackierung Mulberry Red eine neue, elegante Außenfarbe, die je nach Lichteinfall ganz unterschiedlich wirkt.

Neues Infotainmentsystem

Was das skandinavisch geprägte, schnörkellose und elegante Innenraum-Design des XC90 angeht, lautet die Devise ebenfalls „Evolution statt Revolution“. Das Interieur, das wie beim Vorgänger ohne tierisches Leder und weitestgehend auch ohne klassische Tasten auskommt, kennt man im Wesentlichen vom Vorgänger.

Gleichwohl hat Volvo nicht nur etwas mehr Stauraum geschaffen und die Instrumententafel verschönert, sondern auch einige wesentliche Dinge verändert: Allen voran hält im überarbeiteten XC90 das Google-basierte Infotainmentsystem One HMI Einzug. Neue Schnelltasten, über die sich nun unter anderem auch die Fahrmodi steuern lassen, erleichtern die Bedienung des gewachsenen, 11,2 Zoll großen Hochkant-Touchscreens. Der ist nun auf die Instrumententafel aufgesetzt, statt wie früher darin integriert. Zugleich fährt das System schneller hoch als beim Vorgänger, und es ist sensitiver als früher. Ebenfalls möglich sind inzwischen Over-the-Air-Updates.

Am Fahrkomfort hat Volvo bei der Überarbeitung seines Allrad-Flaggschiffs ebenfalls angesetzt: Das Geräuschniveau im Innenraum konnte weiter gesenkt werden. Auch das Standard-Fahrwerk wurde verbessert. Das getestete adaptive Luftfahrwerk, für das ein Aufpreis von gut 2.400 Euro fällig ist, bügelt Unebenheiten im Fahrbelag ohnehin tadellos weg. Der XC90 fühlte sich auf der Testfahrt sowohl auf der Autobahn als auch auf kurvigen Bergstraßen pudelwohl.

Knapp 70 Kilometer elektrische Reichweite

Gleich geblieben sind beim überarbeiteten XC90 die Motoren und die Achtgang-Automatik: Die Käufer haben die Wahl zwischen einem 79.890 Euro teuren 184 kW/250 PS starke Mild-Hybrid-Benziner und einer kraftvollen Plug-in-Hybridvariante, die für den Sprung von 0 auf 100 km/h nur 5,4 Sekunden braucht. Sie kombiniert einen 228 kW/310 PS starken Vierzylinder-Benziner mit einem 107 kW/145 PS starken Elektromotor. Die Batterie leistet 18,8 kWh.

Damit kommt der Siebensitzer rein elektrisch knapp 70 Kilometer weit – ein realistischer, aber keinesfalls außergewöhnlicher Wert. Manch ein Hersteller knackt inzwischen schließlich schon die 100 Kilometer. Auch beim Laden setzt Volvo keine neuen Standards: Schnellladen ist mit dem Fahrzeug nicht möglich. Ist der Akku leer, lässt er sich mit einem 6,4-kW-2-Phasen-Bordladegerät in rund drei Stunden wieder auf 100 Prozent aufladen.

Das mit Abstand größte Verkaufsvolumen traut Volvo Deutschland der PHEV-Variante zu: Der Kölner Importeur geht davon aus, dass sich rund 90 Prozent der Käufer für diesen Antrieb entscheiden werden. Der Einstiegspreis liegt hier bei 87.490 Euro. Der Testwagen in der Topausstattung Ultra Bright kostete mit optionalen Extras wie der Akustikverglasung für die Seitenfenster, dem adaptiven Luftfahrwerk, einer Massagefunktion für die Frontsitze, dem Premium-Soundsystem von Bowers & Wilkins und der halbelektrischen Anhängerkupplung stolze 108.120 Euro.

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Auf einer Testfahrt punktete der Plug-in-Hybrid mit seiner Kraft und Laufruhe. Auch der Verbrauch konnte sich nach der gut 100 Kilometer langen Fahrt, die vorwiegend auf Landstraßen stattfand, sehen lassen. Mit voller Batterie gestartet, vermeldete der Bordcomputer am Ende 6,6 Liter/100 km.

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