17. Berliner Automobildialog Lieferengpässe setzen Mittelstand zu

Von Nick Luhmann

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Die mittelständische Automobilwirtschaft steht hinsichtlich Mobilitätswende und Wirtschaftskrise vor großen Herausforderungen. Vor allem die Lieferengpässe setzen dem Autohandel aktuell zu. Das bestätigten die Referenten des 17. Berliner Automobildialogs des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

Berliner Automobildialog 2022 (v. l.): Dr. Christoph Konrad, Leiter des ZDK-Hauptstadtbüros, moderierte die Veranstaltung, bei der Professor Hubertus Bard (Institut der deutschen Wirtschaft), Uta Maria Pfeiffer (BDI) und Dr. Manuel Kallweit (VDA) zu den aktuellen Herausforderungen der Automobilbranche referierten.(Bild:  Zietz – »kfz-betrieb«)
Berliner Automobildialog 2022 (v. l.): Dr. Christoph Konrad, Leiter des ZDK-Hauptstadtbüros, moderierte die Veranstaltung, bei der Professor Hubertus Bard (Institut der deutschen Wirtschaft), Uta Maria Pfeiffer (BDI) und Dr. Manuel Kallweit (VDA) zu den aktuellen Herausforderungen der Automobilbranche referierten.
(Bild: Zietz – »kfz-betrieb«)

Was bedeuten die Mobilitätswende und die aktuelle Wirtschaftskrise für die mittelständische Automobilwirtschaft? Mit dieser Kernfrage beschäftigte sich der 17. Berliner Automobildialog, zu dem das Hauptstadtbüro des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) unter der Regie von Dr. Christoph Konrad und Alex Jan Erdmann am Mittwoch eingeladen hatte.

In seinem Video-Grußwort forderte Tilman Kuban (MdB), Mitglied des Wirtschaftsausschusses und Bundesvorsitzender der Jungen Union, ein klares Bekenntnis der Regierung zum Automobil. Die CDU unterstütze die Forderung des Kfz-Gewerbes, bei der Neuregelung der E-Auto-Förderung das Bestelldatum des Fahrzeugs zugrunde zu legen. Auch Hybridfahrzeuge müssten als niedrigschwelliger Einstieg in die E-Mobilität weiter gefördert werden, so Kuban.

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Für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) wies Uta Maria Pfeiffer darauf hin, dass für den Weg zur Klimaneutralität bis 2045 dringend grüne Kraftstoffe benötigt würden. Die Ukraine-Krise beschleunige die Abkehr von den fossilen Kraftstoffen. Dringend notwendig sei die Ertüchtigung der Infrastruktur auf der Straße mit zurzeit 6.000 maroden Brücken, auf der Schiene mit vielen stillgelegten Gleisen und auf dem Wasser, wo zahlreiche Schleusen ausgebaut werden müssten.

Mit einem sehr hohen Auftragsbestand bei niedrigem Produktionsniveau hat die Automobilindustrie in Deutschland zu kämpfen. Laut Dr. Manuel Kallweit vom Verband der Automobilindustrie (VDA) werde diese Situation noch länger anhalten, da zurzeit etwa zwölf Prozent der weltweit verfügbaren Containerschiffe und damit doppelt so viele wie vor Corona im Stau stünden und die Lieferketten dadurch massiv beeinträchtigt würden.

Mit zusätzlichen Produktionskapazitäten für Halbleiter sei in diesem Jahr auch nicht zu rechnen, glaubt Kallweit. Im gesamten verarbeitenden Gewerbe in Deutschland klagten 75 Prozent der Unternehmen über fehlende Produkte. Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte hätten im April 2022 um 33,5 Prozent über dem Vorjahresmonat gelegen.

Prof. Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer und Leiter Wissenschaft beim Institut der deutschen Wirtschaft, wies darauf hin, dass das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland in diesem Jahr vor dem Kriegsbeginn in der Ukraine bei vier Prozent erwartet worden war. Aktuell habe sich diese Erwartung halbiert, das würde 65 bis 70 Milliarden Euro ausmachen. Es sei davon auszugehen, dass das Energiepreisniveau nicht wieder das Vorkrisenniveau erreichen werde, aber auch nicht dauerhaft auf dem jetzigen Level verbleiben werde.

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