Louis Dresen: Mit Wachstum durch die Krise

Autor / Redakteur: Susanne Kilimann / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Das Familienunternehmen Louis Dresen mit Hauptsitz in Neuss lässt sich vom Wachstumskurs durch die automobile Krise leiten. Den Löwenanteil des Erfolgs liefert die Rüsselsheimer Marke Opel.

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Die Dresen GmbH gehört zu den ganz Großen an Rhein und Ruhr. Das Markenportfolio der Autohauskette ist längst breit gefächert, doch Opel ist bis heute die wichtigste Säule des Unternehmens. Gerade in schweren Zeiten ist besonderes Engagement gefordert, lautet das Credo von Geschäftsführer Peter Dahlmann – und damit hält er sein Unternehmen auf Wachstumskurs.

Auf dem Schreibtisch eine weiße Orchidee, an den Wänden jede Menge Kunst. Peter Dahlmann hat es sich an der neuen Adresse schon ganz behaglich eingerichtet. Der Umzug liegt erst wenige Wochen zurück. Groß ist die Ortsveränderung allerdings nicht. Dahlmann hat sein Büro lediglich von der Neusser Moselstraße 11 in die Nummer 31 verlegt. Bis zum Sommer war das Autohaus auf dem neu erworbenen, günstig gelegenen Eckgrundstück, wo die Moselstraße auf den viel befahrenen Konrad-Adenauer-Ring trifft, eine Kroymans-Filiale. Dann ging Kroymans in Insolvenz – und Dresen übernahm den Standort in Neuss.

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In dicken, schmutzigweißen Lettern prangt derzeit noch ein Saab-Schriftzug auf dem Dach des neuen Autohauses. Der soll in den nächsten Tagen abmontiert werden. Peter Dahlmann will aus der Moselstraße 31 einen Seat-Standort machen. Damit sind es sechs Marken, mit denen Dresen auf der Neusser Automeile um Kundschaft buhlt: Schon jetzt wartet die Autohausgruppe hier mit Opel, Ford, Citroën, Chevrolet und Honda auf.

Von der spanischen Volkswagen-Tochter ist der Geschäftsmann derzeit äußerst angetan. Bereits im August brachte sein Unternehmen einen Seat-Betrieb in Korschenbroich an den Start. „Das sind gute Autos mit flottem Design, die vor allem junge Leute ansprechen“, schwärmt der Dresen-Chef. Auch im Großkundengeschäft sei Seat derzeit auf dem Vormarsch. „Viele Unternehmen wollen ihre Flotte jetzt auf kleinere Modelle umstellen, und wer von Audi kommt, wird mit ziemlicher Sicherheit bei Seat landen.“

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Dahlmanns Gespür für die richtigen Marken am richtigen Standort und die richtigen Investitionen zur richtigen Zeit hat die Dresen GmbH groß gemacht. Gemeinsam mit Ehefrau Beata leitet der 60-jährige die Autohausgruppe seit 1975. Ursprünglich hatten beide Ehepartner eine juristische Laufbahn geplant. Doch als Beata Dahlmanns Vater überraschend starb, übernahm das junge Ehepaar die Leitung des Familienunternehmens – und das fährt sogar in Krisenzeiten auf Wachstumskurs.

Bereits 21 Standorte

In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der Dresen-Standorte von 15 auf 21 erhöht, die Zahl der Mitarbeiter ist von rund 400 auf 550 gestiegen. Dazu kommen 65 kaufmännische und technische Auszubildende. Peter Dahlmann schwört auf gute Ausbildung und besetzt verantwortungsvolle Posten in seiner Firma am liebsten mit engagierten „Eigengewächsen“. Der Brandmanager, der zum Beispiel die neuen Seat-Häuser betreut, war auch schon als Azubi bei Dresen.

Der Blick auf die aktuellen Geschäftszahlen stimmt Dahlmann und seine Controller durchaus zufrieden. „Im Neuwagengeschäft haben wir in den ersten drei Quartalen dieses Jahres um 33 Prozent zugelegt – was natürlich in erster Linie der Abwrackprämie zu verdanken ist.“ Aber auch bei den Gebrauchtwagen habe sein Unternehmen um 22 Prozent zulegen können, berichtet der Geschäftsführer. Die Steigerungsrate ließe sich etwa zur Hälfte auf die Übernahme weiterer Autohäuser zurückführen. Die andere Hälfte entfalle auf die allgemein gute Geschäftsentwicklung in allen Filialen. Selbst in den Werkstattbetrieben ist es 2009 richtig rund gelaufen – immerhin machte die Gruppe auch hier noch ein paar Prozent mehr Umsatz als im Jahr zuvor.

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