Mahle: Auch im Auto zu viel NOx

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Ottmar Holz

Dieselfahrzeuge mit unzureichender Abgasreinigung gefährden nicht nur die Gesundheit der Anwohner vielbefahrener Straßen – direkt hinter dem Lenkrad ist die Luft oft noch viel giftiger.

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Ein Innenraumfilter mit Aktivkohle schützt besser vor Stickoxiden und ist bequemer.
Ein Innenraumfilter mit Aktivkohle schützt besser vor Stickoxiden und ist bequemer.
(Bild: obs/AUTO BILD)

Der Stuttgarter Filtrationsspezialist Mahle hat zusammen mit dem Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg die Stickoxidbelastung im Fahrgastraum untersucht. Die jetzt veröffentlichte Studie ergab: Was über die Lüftung ins Fahrzeug gelangt, hat mit frischer Luft oftmals wenig zu tun. Im Dezember letzten Jahres testeten die Wissenschaftler um Dr. Denis Pöhler die Schutzfunktion von drei verschiedenen Innenraumfiltertypen von Mahle im realen Stuttgarter Straßenverkehr. Während ein konventionell aufgebauter Standardpollenfilter die Schadgaskonzentration fast nicht reduzieren konnte, hielten die zwei getesteten Varianten mit Aktivkohleeinlage über 90 Prozent der Stickoxide zurück.

Permanenter Vergleich von Innen- und Außenluft

Das von Dr. Pöhler und seinem Team entwickelte NO2-ICAD-Messgerät befand sich im Kofferraum des Testfahrzeugs. Die Ansaugpunkte für die Testluft befanden sich im Motorraum direkt vor der Innenraum-Luftansaugung und direkt hinter dem Luftgebläse im Innenraum. Ein Umschaltventil vor dem Messgerät stellte den Ansaugweg alle 25 Sekunden automatisch um. Während der Testfahrten konnten die Wissenschaftler hinter praktisch allen Dieselfahrzeugen einen deutlichen Anstieg der Stickstoffdioxidkonzentration feststellen. Die Spitzenwerte betrugen bis über 700 Mikrogramm pro Kubikmeter Außenluft (µg/m³). Der höchste langfristige Durchschnittswert von 1.230,7 µg/m³ stellte sich bei einer Tunneldurchfahrt ein – das ist das 30-Fache des europäischen Jahresgrenzwerts und das Sechsfache des 1-Stunden-Grenzwerts von 200 µg/m³.

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Die mittlere Abbaurate des geprüften Standardpollenfilters (LA994) lag bei sieben Prozent, während die beiden mit einer zusätzlichen Aktivkohleschicht ausgestatteten Alternativen (LAK994 und Caremetix) 93 Prozent des Schadgases ausfiltern konnten. Damit unterschritten sie den Jahresgrenzwert für NOx in der Atemluft um mehr als die Hälfte.

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