Fahrzeugbestand Mal wieder Oldtimerschwemme?

Von Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

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Es ebbt nicht ab, das Gefasel von der Flut alter verschlissener Pkw, die, nunmehr 30 Jahre alt geworden, in den Genuss des H-Kennzeichens kommen. Auch bekannte Redaktionen wie „Tagesschau“ oder „Spiegel“ beteiligen sich an einer häufig unqualifizierten Diskussion.

Kein Recht auf einen Status als Oldtimer mit H-Kennzeichen? Manch einer spricht dieses Fahrzeugen ab, die aktuell 30 Jahren alt werden. (Bild:  Audi AG)
Kein Recht auf einen Status als Oldtimer mit H-Kennzeichen? Manch einer spricht dieses Fahrzeugen ab, die aktuell 30 Jahren alt werden.
(Bild: Audi AG)

Eine alte Journalistenregel besagt: „Bad news are good news“ (Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten.). So gesehen ist es verständlich, dass so manche Zeitungs- beziehungsweise Fernsehmacher nur allzu willig den Begriff der „Schwemme“ gebrauchen, wenn sie sich mit der angeblich inflationären Vermehrung klassischer Fahrzeuge auseinandersetzen. Schließlich haftet einer Schwemme nichts Gutes an: Sie bringt bestehende Strukturen durcheinander und ist quasi so etwas wie die kleine Schwester der Flut.

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So griff erst kürzlich eine eigentlich für Seriosität und „guten“ Journalismus bekannte Nachrichtensendung namens „Tagesschau“ unter dem Titel „Auf dem Weg zur Oldtimer-Inflation“ wieder mal besagtes Thema auf. Und auch diesem Beitrag mangelte es an der nötigen Objektivität beziehungsweise am Einbeziehen sachlicher Fakten. Der Beitrag veranlasste prompt auch den Bundesverband Oldtimer-Youngtimer e. V. Deuvet zu einer Stellungnahme. Tenor: Wenn man heute und künftig ausschließlich Fahrzeuge als Oldtimer akzeptiert, die vor 1970 gebaut wurden und die aktuell schon einen ordentlichen fünf- oder gar sechsstelligen Wert repräsentieren, dann würgt man den Oldtimernachwuchs ab. Den gibt es dann morgen und übermorgen schlicht nicht mehr.