MAN aktiviert „Service Complete“
Mit den neuen Euro-6-Varianten der Trucknology-Familie möchte MAN den Absatz befeuern – zusätzliche Dienstleitungen in den Werkstätten sollen die Kundenbindung erhöhen.

Mit einem neuen Aftersales-Konzept möchte MAN sein Serviceangebot ausbauen. „Wir haben in Deutschland 145 Servicestützpunkte mit diesem Gütesiegel zertifiziert“, sagte Aftersalesleiter Thomas Auwärter im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« anlässlich der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover über das neue „Service Complete“. „Wir wollen uns branchenorientierter aufstellen und unter anderem verstärkt Kühltransporte und Baufahrzeuge angehen“, so Auwärter. 14 spezialisierte Standorte für Transportkühlung zählt MAN bereits in Deutschland – vornehmlich im Norden. „Wir planen derzeit, uns mit diesem Angebot vor allem in Ballungszentren stärker zu engagieren“, sagte Auwärter. Mit dem Konzept verfolgt MAN einen weiteren Gedanken: „Fünf Prozent der Werkstattauslastungen erlangen wir durch die Reparatur an Aufbauten und Aufliegern. Dieses Geschäft wollen wir auf bis zu zehn Prozent steigern. Mit dem neuen Konzept schaffen wir die Basis“, sagte Auwärter.
Neue MAN-Servicecard
Zur IAA stellte die MAN Truck & Bus AG in Kooperation mit der Volkswagen Leasing GmbH als Kartenherausgeber die neue MAN-Servicecard vor. „Wir wollten mehr als nur ein reine Tankkarte schaffen“, sagte Auwärter. Mit der Karte sollen Fahrer und Spediteure für Reparaturen, Wartungsarbeiten und Ersatzteile an über 1.350 Stützpunkten bargeldlos bezahlen können. Sie würde auch für den Pannendienst-Service Mobile 24 gelten – inklusive Bergen und Abschleppen.
Auch an den Tankstellen des DKV-Netzes soll es möglich sein, mit der Karte zu bezahlen und Rabatt auf den Kraftstoff zu erhalten. 2013 möchte MAN das Produkt um neue Dienstleistungen erweitern. „Die Karte ist Teil unserer Kundenbindungsmaßnahmen. Hier sind wir bereits gut aufgestellt: In Deutschland zählen wir aktuell 25.000 laufende Serviceverträge. Das sind 30 Prozent unserer Fahrzeuge – Tendenz steigend“, so Auwärter.
2013: Vorgezogene Neuwagenkäufe
Mit diesen Leistungen reagiert MAN zusehends auf den rückläufigen Lkw-Markt. „Im August verzeichneten die Hersteller in Deutschland einen Rückgang von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung hat auch uns getroffen“, sagte Reinhard Pöllmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der MAN Truck & Bus Deutschland GmbH. „Die Maut-Kilometer gehen zurück und bei den Kunden besteht Unsicherheit bezüglich der Euro-6-Bezuschussung“, ergänzte Pöllmann. Deshalb erwartet er im Jahr 2013 einen schwierigen Markt, beeinflusst von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Ohne deutliche Zeichen der Bundesregierung hinsichtlich der Maut-Incentivierung von Euro-6-Fahrzeugen erwartet der MAN-Verantwortliche 2013 unter Umständen eine stärkere Anfrage nach den letzten verfügbaren Euro-5-Modellen.
Auf die Frage nach einem möglichen Transporter in Kooperation mit Volkswagen waren die beiden MAN-Verantwortlichen zu keinem offiziellen Statement bereit.
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