VW-Vertrieb Martin Sander ersetzt Imelda Labbé

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Nach nur zwei Jahren bei Ford kehrt Ex-Audi-Manager Martin Sander zurück in den Volkswagen-Konzern. Dass in Wolfsburg eine zentrale Stelle im Vertrieb frei wird, war schon vor zwei Wochen spekuliert worden. Der Wechsel selbst wirft bei Ford Fragen auf.

Martin Sander (Archivfoto vom Amtsantritt bei Ford) wird Vorstand für Vertrieb, Marketing und Aftersales von Volkswagen Pkw.(Bild:  Ford-Werke)
Martin Sander (Archivfoto vom Amtsantritt bei Ford) wird Vorstand für Vertrieb, Marketing und Aftersales von Volkswagen Pkw.
(Bild: Ford-Werke)

Der Volkswagen-Konzern holt Martin Sander zurück in die eigenen Management-Reihen. Nach einem Ausflug zu Ford wird der frühere Audi-Vertriebschef für Deutschland und dann Europa ab dem 1. Juli den Bereich Vertrieb, Marketing und Aftersales von Volkswagen Pkw leiten. Er folgt in dieser Funktion auf Imelda Labbé, die als Vertriebsvorständin seit Mitte 2022 im Amt war.

Der Wechsel Sanders kommt zu einem für Ford schwierigen Zeitpunkt. Die Marke öffnet sich – sehr spät – für die Elektromobilität und hat in diesem Zuge viele Traditionsmodelle wie den Fiesta oder früher schon den Mondeo aus dem Angebot genommen. In der Folge sind Absatz und Marktanteil abgeschmiert. Das dafür zuständige Vorstandsressort muss mit Sanders Abgang nun neu besetzt werden. Sander war auch Chef der europäischen Elektrosparte – und hatte in dieser Funktion am Montag nicht am offiziellen Produktionsstart des elektrischen Ford Explorer teilgenommen – offiziell entschuldigt war er laut der „DPA“ „aus persönlichen Gründen“.

„Der Zeitpunkt ist für Ford und die Belegschaft total falsch“, heißt es in einem Statement des Betriebsrats, das der Nachrichtenagentur vorliegt. Allerdings stellt sich auch die Frage, seit wann Ford vom Wechselwunsch Sanders wusste. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Plattform für den Ford Explorer samt Batterie von Volkswagen zugeliefert wird.

Über das Ausscheiden Labbés war seit einigen Wochen spekuliert worden, eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Die 57-Jährige wird den Volkswagen-Konzern nun im Rahmen einer Altersregelung „aus persönlichen Gründen“ verlassen, wie es in einer Konzernmitteilung heißt. Sie war seit 2013 im Unternehmen, zunächst als Sprecherin der Geschäftsführung von Skoda Auto Deutschland.

Für Martin Sander bedeutet der Schritt nach Wolfsburg eine Rückkehr in seine persönliche wie berufliche Heimat. Der gebürtige Hildesheimer arbeitete nach einem Ingenieursstudium an der TU Hildesheim ab 1995 für die Konzerntochter Audi. In dieser Zeit hatte er eine Reihe verschiedener Führungspositionen in Nordamerika und Europa inne. Ende 2021 verließ er die Ingolstädter Richtung Köln, um bei Ford neu zu starten.

Nur zwei Jahre bei Ford

Bei Ford übernahm Sander ab dem 1. Juni 2022 eine Doppelaufgabe. Er wurde General Manager, Passenger Vehicles Ford Europa sowie Vorsitzender der Geschäftsführung der deutschen Ford-Werke. Mit dieser Zusammenlegung der Funktionen wollte Ford damals die Elektrifizierung seiner europäischen Produktpalette und die Digitalisierung beschleunigen. Nach gerade mal zwei Jahren muss der US-Autobauer nun also seine Führung neu aufstellen.

„Mit Martin Sander gewinnen wir einen erfahrenen Vertriebsexperten, eine ausgewiesene Führungspersönlichkeit“, sagte Volkswagen-Markenchef Thomas Schäfer, an den Sander direkt berichtet. Er werde neue Impulse setzen, um den Vertrieb der Marke Volkswagen nachhaltig für die Zukunft aufzustellen. Zu seinen Aufgaben wird es nicht zuletzt gehören, Sparmaßnahmen umzusetzen. Vier Milliarden Kostensenkung fordert Schäfer von diesem Bereich bis 2024. Im Raum steht auch eine Ausweitung des Agenturvertriebs auf die Verbrennermodelle.

Labbé habe mit ihrer Vertriebsexpertise die Marktanteile von VW Pkw gesteigert und Volkswagen in der Werbung „wieder das typische Gesicht zurückgegeben“. Sie habe wichtige Impulse in der Neuausrichtung der Marke für die Zukunft gesetzt. „Ich habe großen Respekt für ihren Einsatz und ihre Leistung und wünsche Imelda für die Zukunft alles Gute“, wird Schäfer in der Mitteilung weiter zitiert. Labbé war seit 1986 in der Automobilbranche tätig, bis 2013 bei Opel und General Motors.

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