Mazda-Motoren: Auch in Zukunft eigenwillig

Von sp-x

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Seit Jahren meidet Mazda in Sachen Antriebe den Mainstream – und fährt gut damit. Auch künftig bleibt es bei eigenwilligen Antriebslösungen. Selbst im für Ende 2019 erwarteten Elektroauto will Mazda einen eigenen Weg gehen.

(Bild:  Mazda)
(Bild: Mazda)

Seit Mazda 2012 seine sogenannte Skyactiv-Architektur eingeführt hat – erstes Modell war der CX-5 – haben sich in Deutschland die Verkäufe um 65 Prozent erhöht, von 40.000 auf 67.000 Einheiten jährlich. Nun mag das weniger technisch begründet sein als vielmehr optisch - das Design ist unter den japanischen Autobauern herausragend.

Und wer sich Studien wie das Vision Coupé oder das Kompaktmodell Kai, aus dem der nächste Mazda 3 hervorgeht, anschaut, kann nur den Hut ziehen. Doch ebenso eigenwillig geht es in Sachen Motoren zu. Auch hier fädelt sich Mazda nicht in die Mainstream-Spur ein, sondern verfolgt andere Technologien. Und damit ist nicht der Wankelmotor gemeint.

Gegen den Downsizing-Trend

Während andere bei den Benzinern auf Downsizing mit gleichzeitiger Turboaufladung setzen, belässt Mazda es bei größeren Saugmotoren, nennt es „Rightsizing“, gibt diesen Aggregaten aber die höchste Verdichtung aller Serien-Benziner mit auf den Weg. Umgekehrt läuft es bei den Dieselmotoren. Die Selbstzünder werden extrem niedrig verdichtet, verbrennen nicht so heiß, emittieren weniger Stickoxide und schaffen so auch ohne SCR-Kat und AdBlue die Euro-6-Norm.

Allerdings: Die für bestehende Modelle ab September 2019 geltende, sehr strenge Vorschrift Euro 6d Temp schafft auch Mazdas Diesel nicht mehr ohne chemische Hilfe. „Wir werden bereits zum Herbst dieses Jahres alle unsere Dieselmodelle entsprechend anpassen“, so Mazda-Europa-Chef Jeff Guyton.

Eine kleine Revolution bei den Verbrennungsmotoren verspricht Skyactiv X. Dahinter steckt eine Art Mischung aus Diesel und Benziner. Der Magermotor mit homogener Gemischbildung und sogenannter „kontrollierter Kompressionszündung“ soll im Frühjahr 2019 serienreif sein und zuerst im neuen Mazda 3 zum Einsatz kommen. Dann folgen weitere Baureihen.

Erwartet wird eine Verbrauchseinsparung von bis zu 30 Prozent Benzin, was den Skyactiv X auf das Niveau eines vergleichbaren Dieselmotors senken würde – nur ohne dessen hohen Stickoxidausstoß. Auch Mercedes und VW haben sich an solch einem Motor versucht, das Projekt aber wieder in den Schubladen verschwinden lassen.

Baukastensystem soll Kosten senken

Denkbar sind Derivate des X-Motors, nach unten als Dreizylinder mit 1,5 Litern Hubraum, nach oben als Sechszylinder mit drei Liter Hubraum. Alle Motoren haben einheitlich 500 Kubikzentimeter Zylinderinhalt, die gleichen Kolben, Ventile, Pleuel, die prinzipiell gleichen Kurbeltriebe und Nockenwellen, die gleichen Einspritzdüsen und Zündkerzen. Das modulare Bauprinzip soll die Kosten massiv senken. Was noch fehlt, ist ein schlüssiges Abgas-Konzept. Da der Skyactive X im hochmageren Bereich (Lambda 2 und größer) läuft, kann hier der normale Dreiwege-Kat nicht alle Stickoxide in harmloses Stickstoff und Kohlendioxid umwandeln.

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