Pkw-Besitzumschreibungen Mehr Halterwechsel und längere Standtage bei sinkenden Restwerten

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Das Gebrauchtwagengeschäft vollzieht langsam einen Richtungswechsel. Zwar sind die Durchschnittspreise noch sehr hoch. Doch die Anzeichen für eine Trendwende mehren sich, nicht allein die Zahl der Besitzumschreibungen steigt.

Die Zahl der Besitzumschreibungen wächst, gleichzeitig steigt die Standdauer der Pkw.(Bild:  Seyerlein – »kfz-betrieb«)
Die Zahl der Besitzumschreibungen wächst, gleichzeitig steigt die Standdauer der Pkw.
(Bild: Seyerlein – »kfz-betrieb«)

Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland hat im April weiter zugelegt. Wie aus den Daten des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht, kletterte die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen im vergangenen Monat um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Im März hatten die Umschreibungen noch 5,0 Prozent zugelegt, im Februar war der Wert gesunken (-2,1 %).

Nach vier Monaten ist die Zahl der Halterwechsel im Pkw-Bereich damit auf knapp 1,51 Millionen Fälle gestiegen. Das sind 2,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Von einer echten Normalität ist der Markt aber weiter meilenweit entfernt. Im Jahr 2019 hatten nach vier Monaten noch 2,42 Millionen Pkw einen neuen Halter gefunden. Der Branche fehlt es, trotz grundsätzlich steigender Zulassungszahlen, weiterhin an Ware, sprich dem Zustrom aus Leasing- oder Vermieter-Geschäften.

Eine leichte Entspannung deutete sich zuletzt auch in den Zahlen der DAT an. Von Januar bis März seien die durchschnittlichen Restwerte von Gebrauchtfahrzeugen (Benziner wie Diesel) leicht gesunken, heißt es im aktuellen DAT-Barometer (Zahlen für April liegen noch nicht vor). Allerdings seien die Preise weiterhin auf hohem Niveau. „Gebrauchtwagen bleiben eine hochpreisige Anschaffung“, heißt es in der Auswertung.

Auch die Onlineplattform Autoscout 24 meldet einen leichten Rückgang des durchschnittlichen Angebotspreises der eingestellten Fahrzeuge um 0,4 Prozent. Im Vergleich zum April 2022 sei der Durchschnittspreis aber um 7 Prozent gestiegen. Grundsätzlich will Deutschland-Vertriebschef Stefan Schneck daher noch nicht ausschließen, „dass wir im Herbst noch einmal neue Höchstwerte sehen werden“. Und die Konkurrenz von Mobile.de berichtet von einer deutlich längeren Wartezeit, bis ein angebotenes Fahrzeug verkauft wird.

In den anderen Fahrzeugklassen entwickelt sich die Gebrauchtfahrzeug-Nachfrage weniger dynamisch. Die Lkw-Umschreibungen gingen um 0,5 Prozent auf 29.500 Einheiten leicht zurück, wobei der Gesamtjahrestrend noch positiv ist (+2,0 %). Bei den Zugmaschinen (-7,1 %) und speziell den Sattelzugmaschinen (-12,2 %) ist dagegen ein starker Einbruch zu verzeichnen. Auch bei den Krafträdern gab es deutlich weniger Halterwechsel (-9,6 %). Einzig das Omnibus-Segment legte zu (+10,8 %), hat mit 564 Einheiten aber auch nur sehr kleine Stückzahlen.

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