Mercedes-Benz A-Klasse: Millennials statt Rentner im Visier

Autor Svenja Gelowicz

Im Mai geht die neue Generation der A-Klasse an den Start. Am äußeren Erscheinungsbild hat Mercedes nur wenig verändert, der weitaus größere Fortschritt ist das Cockpit. Das soll vor allem jüngere Kunden anziehen.

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Mercedes-Benz hat die vierte Generation der A-Klasse präsentiert.
Mercedes-Benz hat die vierte Generation der A-Klasse präsentiert.
(Bild: Daimler)

Die neue A-Klasse soll cool und jung sein. Und deshalb gibt sich Daimler-Chef Dieter Zetsche redlich Mühe, dafür die richtigen Worte zu wählen: „Smartphone auf Rädern“ nennt er die Kompakte, also genau das richtige für eine „Smartphone-affine Generation“. Mit der A-Klasse konnte sich der Premiumhersteller in seiner Zielgruppenansprache um zehn Jahre verjüngen – nämlich bis Mitte 40. „Das ist in der Automobilindustrie ein Meilenstein“, sagt Zetsche; und das zahle direkt auf die Markenwerte ein.

Dass der aufregende Teil der neuen A-Klasse nicht der ist, den man von außen sieht, war schon vor der Premiere bekannt; genauer gesagt: seit der Vorstellung des neuen Multimediasystems MBUX (Mercedes-Benz User Experience). Dieses System mit eigener Sprachsteuerung („Hey Mercedes!“) feierte seinen ersten Aufschlag zur CES 2018 in Las Vegas und war auch bei der Premiere der A-Klasse im Fokus.

Mercedes A-Klasse: Außen Evolution, innen Revolution
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Die Sprachsteuerung „Linguatronic“ haben die Stuttgarter mit dem Softwareunternehmen Nuance entwickelt. Aktiviert wird die intelligente Sprachassistenz entweder per Taste am Lenkrad oder eben mit dem Kommando „Hey Mercedes“. Außerdem kann die Sprachsteuerung lernen: Sie stellt sich auf den Benutzer und seine Stimme ein, kann Nicht-Muttersprachler verstehen und die Software auf dem Server soll auch neue Wörter oder einen geänderten Sprachgebrauch lernen.

Für das Navigationssystem setzt der OEM erstmals auf die Dreiwortadressen des Adresssystem-Start-ups What-3-Words, in das sich Daimler auch jüngst mit zehn Prozent eingekauft hat. Per Text- oder Spracheingabe gibt der Fahrer mit nur drei Wörtern sein gewünschtes Ziel ein und kommt auf neun Quadratmeter genau an – auch dort, wo es keine herkömmlichen Straßenadressen gibt.

Zetsche: „Können uns zurücknehmen“

Das Interieur haben die Stuttgarter bereits im November in ihrer Heimat vorgestellt. Am Freitag (2. Februar) zeigte Daimler schließlich sein Exterieur in Amsterdam. Im Vergleich zum Vorgänger gibt sich die A-Klasse deutlich dezenter. Zetsche: „Wir haben bewusst mit der letzten Generation der Kompakten einen lauteren Designweg gewählt – weil wir Aufmerksamkeit erwecken wollten, weil wir darauf hinweisen wollten, das wir in dem Segment eine attraktive Alternative sind. Das hat funktioniert. Deswegen können wir uns jetzt etwas zurücknehmen, etwas gelassener auftreten.“

Durch den vergrößerten Radstand und die seitliche Charakterlinie wird das Fahrzeug optisch gestreckt. Die Motorhaube fällt gegenüber der Vorgängerbaureihe stärker nach vorne ab und betont so die steil stehende Front. Die größeren Radhäuser sind für Räder von 16 bis 19 Zoll; sie sollen die Sportlichkeit der neuen A-Klasse unterstreichen.

Das Innenraumkonzept der A-Klasse

Daimler verzichtet komplett auf eine Hutze über dem Cockpit. Dadurch spannt sich der flügelförmige Grundkörper der Instrumententafel ohne Unterbrechung von einer Vordertür zur anderen. Das Widescreen-Display steht frei; die Lüftungsdüsen sehen aus wie kleine Turbinen. Daimler hat die Instrumententafel in zwei horizontale Volumenkörper aufgeteilt.

Der Innenraum ist außerdem gewachsen: Mehr Schulterraum, Ellenbogenbreite und Kopffreiheit sowie ein einfacherer Einstieg in den Fond – gerade dieser wurde massiv an der Vorgängergeneration bemängelt. Außerdem bietet der Kofferraum mehr Stauraum, genauer gesagt: 29 Liter größer als zuvor.

Bei den Sitzen halten Komfortausstattungen aus höheren Fahrzeugsegmenten Einzug: Auf Wunsch sind neben der Sitzheizung erstmals in dieser Baureihe auch Sitzklimatisierung und Multikontursitzpaket mit Massagefunktion für die Vordersitze zu haben.

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