Kreislaufwirtschaft Mercedes-Benz eröffnet Batterie-Recyclingfabrik

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Mercedes hat eine Fabrik für Batterierecycling eröffnet. Die Anlage in Baden-Württemberg kann jährlich rund 2.500 Tonnen Rohstoffe liefern.

Ein Beschäftigter in der Batterierecyclingfabrik in Kuppenheim entnimmt eine Probe beim hydrometallurgischen Verfahren..(Bild:  Mercedes-Benz AG)
Ein Beschäftigter in der Batterierecyclingfabrik in Kuppenheim entnimmt eine Probe beim hydrometallurgischen Verfahren..
(Bild: Mercedes-Benz AG)

Mercedes-Benz hat im baden-württembergischen Kuppenheim eine Batterie-Recyclingfabrik mit integriertem mechanisch-hydrometallurgischem Verfahren eröffnet. Die erwartete Rückgewinnungsquote der Recyclinganlage beträgt laut Mercedes mehr als 96 Prozent. Die Rohstoffe – zum Beispiel Lithium, Nickel und Kobalt – will der Hersteller in neuen Batterien einsetzen.

Die Recyclingfabrik arbeitet vollständig mit Grünstrom. Die Photoviltaikanlage auf dem Dach leistet mehr als 350 Kilowatt-Peak.(Bild:  Mercedes-Benz AG)
Die Recyclingfabrik arbeitet vollständig mit Grünstrom. Die Photoviltaikanlage auf dem Dach leistet mehr als 350 Kilowatt-Peak.
(Bild: Mercedes-Benz AG)

Die Fabrik hat rund 2.500 Tonnen Jahreskapazität. Mercedes will die Rohstoffe in mehr als 50.000 Batteriemodulen für neue vollelektrische Modelle verwenden. Der Automobilhersteller kooperiert für die Recyclingfabrik mit Primobius: ein Joint-Venture des deutschen Maschinen- und Anlagenbauers SMS Group und des australischen Prozesstechnologieentwicklers Neometals.

Alle Recycling-Schritte abgedeckt

Die Batterie-Recyclingfabrik deckt laut Mercedes erstmals in Europa alle Schritte des Batterierecyclings ab: vom Zerkleinern der Batteriemodule bis hin zum Trocknen und Aufbereiten der batterieaktiven Wertstoffe.

Das mechanische Verfahren sortiert in einem mehrstufigen Prozess Kunststoffe, Kupfer, Aluminium und Eisen sortenrein. Im nachgelagerten hydrometallurgischen Verfahren geht es um die sogenannte schwarze Masse. Das sind aktive Materialien, aus denen die Elektroden der Batteriezellen bestehen.

In einem mehrstufigen chemischen Prozess werden dabei Kobalt, Nickel und Lithium einzeln extrahiert. Diese Rezyklate haben laut Mercedes Batteriequalität und eignen sich für die Produktion neuer Batteriezellen.

Das hydrometallurgische Verfahren ist anders als die in Europa etablierte Pyrometallurgie weniger energieintensiv und erzeugt weniger Abfall. Die Prozesstemperaturen liegen bei bis zu 80 Grad Celsius. Die Recyclingfabrik arbeitet bilanziell CO₂-neutral und bezieht 100 Prozent Grünstrom. Auf der Dachfläche des 6.800 Quadratmeter großen Gebäudes leistet eine Photovoltaikanlage mehr als 350 Kilowattpeak.

Förderung in Forschungsprojekt

Mercedes hat nach eigenen Angaben „einen zweistelligen Millionenbetrag“ in den Bau der Fabrik investiert – und ist Stand heute der erste Automobilhersteller weltweit, der den Batterie-Wertstoffkreislauf mit einer eigenen Anlage schließt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert die Anlage im Rahmen eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts mit drei deutschen Hochschulen. Das Projekt umfasst die gesamte Prozesskette des Recyclings inklusive Logistik- und Reintegrationskonzepte.

Zur Eröffnung waren Bundeskanzler Olaf Scholz und Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker vor Ort. „Ich gratuliere Mercedes-Benz zu Mut und Weitsicht bei dieser Investition in Kuppenheim. Deutschland bleibt ein Leitmarkt für neue und innovative Technologien“, sagte Scholz bei der Eröffnung.

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