MKM Huber: Vom Einzelbetrieb zum Nissan-Netzwerk
Den Vertrieb der Marke Nissan übernehmen in Deutschland überwiegend Familienbetrieben, weniger die Autohausgruppen. MKM Huber aus Wasserburg hat die Vorteile beider Vertriebskanäle im Autohimmel Bayern gebündelt.
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Die Gründungsgeschichte des Wasserburger Autohauses MKM Huber klingt wie die Verwirklichung des viel zitierten amerikanischen Traums – und erinnert an die Zeit, als die Banken an mutige Unternehmer noch Geld verliehen. Im Jahr 1994 holte sich Martin Huber 3,5 Millionen Mark von der Bank – sein Vater bürgte für die Idee des Sohnes. Mit diesem Startkapital baute Huber junior am Rande von Wasserburg sein zunächst noch kleines Nissan-Autohaus. Die ersten Jahre managte er nahezu 365 Tage im Jahr Verkauf und Service.
Ein mutiges Unterfangen, denn die Marke Nissan gehört nicht zu den (ein)gängigen Fabrikaten in Deutschland. Selbst heute sind Marktuntersuchungen zufolge die Japaner nur jedem zehnten Deutschen ein Begriff. Und dann, 1994, ein Nissan-Betrieb im weiß-blauen BMW-Hinterland? Ja, aber nicht als Selbstläufer! Denn über die Marke Nissan sagt der Geschäftsführer noch heute, dass „auf ein Nissan-Inserat hin kaum ein Mensch kommt“. Vielmehr zählen die Kundenansprache, die Marktbearbeitung, ein engagierter Verkauf.
Es hat funktioniert: Das Unternehmen hat immer neue Kunden gefunden, dadurch immer ausreichend Geld verdient und über die Jahre den Neuwagenabsatz nach und nach gesteigert. Inzwischen ist MKM Huber kein Einzelbetrieb mehr, sondern eine Filialgruppe. In diesem Jahr werden an 13 Nissan-Standorten etwa 2.500 Neuwagen verkauft. Diese Entwicklung lässt sich auf eine einfach klingende Erkenntnis von Martin Huber zurückführen: „Sie müssen sich jeden einzelnen Kunden suchen.“
Vom Einzelbetrieb zum Autohimmel
Zum ursprünglichen Huber-Betrieb in Wasserburg gehören derzeit zwölf weitere Filialen (dazu kommt noch ein unternehmensrechtlich eigenständiger Skoda-Chrysler-Betrieb in Wasserburg). Zurück geht diese Art der Expansion auf die Zeit, als Nissan noch ein Vertriebsnetz mit Haupt- und Unterhändlern hatte. Als der Importeur 2005 zur einstufigen Struktur zurückkehrte – Huber war bis dato Haupthändler –, entschloss sich das Unternehmen zur Filialisierung.
Um dem seither entstandenen Konstrukt in der Region zwischen Passau, Regensburg und München ein Dach zu geben, gründete Martin Huber 2008 die Vertriebszentrale Autohimmel Bayern, kurz AHB. Sie hat ihren Sitz im Hauptbetrieb von MKM Huber in Wasserburg/Inn, der nach mehrfachen Erweiterungen inzwischen gar nicht mehr klein ist. Hier laufen alle Fäden zusammen, von hier aus werden Vertrieb, Fahrzeugdisposition, Marketing und Callcenter-Aktivitäten gesteuert.
Marktanteil weit über dem Nissan-Schnitt
Noch im Jahr 2000 verkaufte Huber weniger als 150 Neuwagen. Als Haupthändler mit drei angeschlossenen Unterhändlern stieg der Absatz drei Jahre später auf 450 Einheiten. 2005 hatte sich der Absatz auf 900 Einheiten nochmals verdoppelt. 2007 verkaufte MKM schließlich 1.300 Nissan. 2008 waren es zehn Filialen und 1.550 Einheiten. In diesem Jahr werden es im strategischen Dreieck München – Regensburg – Passau wohl 2.550 Neuwagen sein. Der lokale Marktanteil vom MKM Huber erreichte zuletzt zwölf Prozent, Nissan liegt in Deutschland unter zwei Prozent. Und im Vertriebsgebiet des Autohimmels Bayern hat das japanische Fabrikat einen Marktanteil von fünf Prozent.
Huber steht mit seinen Filialen nicht nur für Wachstum und Weiterentwicklung, sondern auch für Fairness und Partnerschaft. „So eine Filialstruktur funktioniert nur, wenn alle Beteiligten engagiert arbeiten“, stellt Martin Huber fest. Angesichts seiner im Schnitt sehr jungen Mannschaft setzt Martin Huber auf den Einsatz qualifizierter Mitarbeiter, auf Weiterbildungsangebote sowie eine Mischung aus „Fordern und Fördern“. In den Bereichen Service und Verwaltung ergänzen das Team zudem Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung (weit über zehn Jahre).
Unternehmerisch denkende Mitarbeiter
Wichtig ist Huber vor allem, dass jeder Mitarbeiter nach unternehmerischen Gesichtspunkten handelt. Auf diese Weise sei ein für sein Unternehmen signifikantes „Mia san mia“-Gefühl entstanden, das sich durch einen starken Zusammenhalt ausdrückt. Die im Hause erfolgreich angewendeten Methoden in der Aus- und Weiterbildung gibt die MKM Huber GmbH zudem an die Filialen weiter. Das heißt, dass Mitarbeiter des Callcenters oder Verkäufer, die in Wasserburg ausgebildet wurden, mit dem erworbenen Huber-spezifischen Wissen schließlich in den Filialen arbeiten.
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