Onlinevertrieb Mobile.de führt Autosuche per KI-Chatbot ein

Von Dr. Martin Achter 3 min Lesedauer

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Kaufinteressenten können Autos auf Deutschlands größtem Fahrzeugmarktplatz im Internet künftig auch mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz (KI) suchen. Mobile.de hat jetzt eine entsprechende Assistenzfunktion in seine Plattform eingebaut. Gesponserte Anzeigen soll der Chatbot nicht hervorheben.

Mobile.de führt eine KI-Fahrzeugsuche mit Chatbot auf seiner Plattform ein (Symbolbild).(Bild:  GPT Image Generator / KI-generiert)
Mobile.de führt eine KI-Fahrzeugsuche mit Chatbot auf seiner Plattform ein (Symbolbild).
(Bild: GPT Image Generator / KI-generiert)

Deutschlands größter Online-Marktplatz für Autos erweitert seine Suchfunktionen für Nutzer um einen KI-Assistenten. Der Agent namens „Mobee“ soll im Auftrag von Kaufinteressenten ab sofort die 1,4 Millionen auf der Plattform verfügbaren Pkw-Inserate von Händlern durchsuchen können, wie Mobile mitteilte. Andere Fahrzeugkategorien wie Wohnmobile oder Motorräder sind aktuell nicht in die KI-Suche integriert.

Die Funktion steht vom Start weg zunächst rund einem Zehntel der Nutzer zur Verfügung; die Plattform testet sie auf diese Art und Weise. In den kommenden Tagen soll der KI-Assistent laut Mitteilung schrittweise für alle Nutzer sichtbar werden.

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Den Chatbot will Mobile in die Startseite über ein entsprechendes Symbol integrieren. Autohändlern soll er „hochwertigere Leads“ bringen, wie der Plattformbetreiber erklärte. Dies soll dadurch geschehen, dass die KI durch Texteingaben der Nutzer deren Anforderungen erfasst und sie mit dem verfügbaren Bestand von Händlern abgleicht.

„Kunden kommen kaufbereiter“

Händler soll die KI den Angaben zufolge entlasten, indem sie eine Vorabberatung für Verbraucher leistet: „Die Kunden kommen noch kaufbereiter in das Autohaus“, erklärte Mobile. Dies liefere die Basis für Verkaufsabschlüsse.

Inwieweit Verbraucher durch eine solche KI-Beratung kaufbereiter werden, erläuterte Mobile in seiner Mitteilung nicht näher. Denkbar wäre auch, dass sich durch KI-Agenten wie jenem von Mobile für Verbraucher lediglich der Aufwand reduziert, der mit der Informations- und Fahrzeugsuche verbunden ist.

Verbraucher können mit der KI Mobee Fahrzeuge mit freier Texteingabe suchen. Die Chats bleiben zunächst zwölf Stunden gespeichert. Wie tief das Wissen der KI aktuell ist, ist nicht ganz klar. Einerseits spricht Mobile davon, dass der Bot über „umfassendes Auto- und Mobilitätswissen“ verfügt. Andererseits ist die Rede davon, dass er „grundlegende Fragen zu Modellen, Preisen oder Kraftstoffarten“ beantwortet und verschiedene Marken vergleicht.

Keine Tiefenberatung zu Finanzdienstleistungen

Auch kann der Bot den Unterschied zwischen Finanzierung und Leasing erklären, aber nicht detailliert in diesem Spektrum beraten oder kalkulieren. Zudem lässt sich die Suche mit dem Bot nicht nach Finanzierung oder Leasing filtern.

Nutzer können mit Mobee auch regional nach Fahrzeugen von Händlern in ihrer Umgebung suchen. Die Kontaktaufnahme erfolgt für den Kunden klassisch über das entsprechende Anfrageformular. Hierfür können sich Kaufinteressenten von dem Bot einen Textvorschlag erstellen lassen. Eine Funktion für den Fahrzeugankauf über den Chatbot gibt es bei Mobile noch nicht.

Ob ihre Inserate von dem Chatbot grundsätzlich gefunden werden, können Händler den Angaben zufolge „durch vollständige und genaue Fahrzeugdaten“ beeinflussen: „Füllen Sie alle Datenfelder aus und ergänzen Sie möglichst viele Fahrzeuginformationen“, rät Mobile.de den Händlern.

Gesponserte Anzeigen in dem Bot sind laut Mobile nicht möglich. Diese erscheinen demnach nur in Suchergebnisseiten. Es bleibt abzuwarten, ob Mobile diese Möglichkeit der Monetarisierung von Fahrzeug-Kleinanzeigen ungenutzt lässt. Hinsichtlich der Positionierung ihrer Inserate in Suchergebnislisten weist Mobile Händler darauf hin, dass die Buchung teurerer Tarifpakete bessere Platzierungen liefert.

KI-Herkunft soll künftig sichtbar sein

Händler können zunächst noch nicht erkennen, ob sie eine Anfrage eines Kunden erhalten, die Ergebnis einer KI-Suche ist. Dies soll aber künftig der Fall sein. Umstellungen in Dealer-Management-Systemen oder in Fahrzeugverwaltungen sind angesichts der Einführung der KI-Suche aktuell nicht nötig.

Künftig will Mobile den Chatbot stärker in den gesamten Such- und Kommunikationsprozess auf und über die Plattform integrieren. Auch Vergleichstabellen für Fahrzeuge und Bewertungsfunktionen sollen eine Rolle spielen.

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