Mobile.de: „Positives Echo für neues Servicemodell“
Der Onlinemarktplatz sieht sich mit seinem neuen Preis- und Leistungssystem bestätigt: Händler begrüßen laut Commercial Director Daniel Breves die geschaffenen Wahlmöglichkeiten. Die Kritik einer indirekten Preiserhöhung sei unberechtigt.
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Mobile.de hat zum Jahreswechsel ein neues Preis- und Leistungsmodell für Autohändler eingeführt, die ihre Fahrzeuge auf dem Onlinemarktplatz anbieten. Commercial Director Daniel Breves sprach im Interview mit »kfz-betrieb« von einer insgesamt positiven Resonanz der Händlerschaft. Kritik einer versteckten Preiserhöhung wies er zurück.
Redaktion: Herr Breves, zum Jahreswechsel hat Mobile.de ein neues Leistungs- und Preismodell eingeführt. Auf welche Resonanz ist die Umstellung gestoßen?
Daniel Breves: Das Feedback ist positiv, weil es jetzt mehr Wahlmöglichkeiten gibt. Der einzelne Händler kann seinen Auftritt bei uns nun besser an seine Strategie anpassen. Der Grundsatz „One size fits all“ passt nicht zum Markt. Mit den neuen, höherwertigen Paketen haben Händler die Möglichkeit, ihr Autohaus und ihr Leistungsangebot stärker in den Vordergrund zu stellen.
Wie nutzen die Händler die neuen Präsentationsmöglichkeiten?
Klar, hier gibt es gerade noch einen Umgewöhnungsprozess. Wir beobachten aber, dass die Händler die neuen Möglichkeiten schon stark in Anspruch nehmen. Sie können auf den Fahrzeugdetailseiten ihr Autohaus oder andere Vorteile optisch präsentieren – und zwar sehr großflächig. Und auch in den Suchergebnislisten gibt es die Möglichkeit, wichtige Details zum Händlerbetrieb oder zum Fahrzeug hervorzuheben und das Händlerlogo einzubinden. Zusätzlich wird im Premiumpaket jetzt weniger Werbung ausgespielt. Die Aufmerksamkeit der Nutzer bleibt beim Autohaus und dem Fahrzeug.
Einzelne Händler kritisieren, dass sich das neue Kompakt-Paket – anders als angekündigt – doch vom früheren Standardkonto unterscheide. Der Export des Fahrzeugbestands zu anderen Börsen sei nur noch ab dem höherwertigen Komfort-Paket möglich. Gab es also eine verdeckte Preiserhöhung?
Nein, unser primäres Ziel war es, dem Handel mehr Wahlmöglichkeiten zu bieten. Wir haben darauf geachtet, dass in unserem Basispaket die grundlegenden Möglichkeiten enthalten bleiben. Im Vorfeld haben wir die Bedürfnisse der Händler abgefragt und darauf basierend die Pakete gestaltet. Daher ist es nach wie vor möglich, den Bestand zu Autoscout 24 zu exportieren. Dieses Angebot wird auch stark genutzt. Für vergleichbare Leistungen verlangen andere Akteure am Markt Geld.
Wie entwickeln sich die Zugriffszahlen und die durchschnittlichen Verweildauern auf Mobile.de?
Es greifen immer mehr Nutzer auf unseren Marktplatz zu. Die Zahl der Besucher ist im vergangenen Jahr um sechs Prozent gestiegen. Wir führen das auf verschiedene Faktoren zurück. Der Informations- und Entscheidungsprozess aufseiten der Kunden erfolgt zu immer größeren Teilen online. Der Autokauf wird also immer digitaler. Außerdem tun wir auch viel, um mit unseren Angeboten die Informationsbedürfnisse der Nutzer besser zu erfüllen. So haben wir im vergangenen Jahr das Informationsportal Motor Talk zugekauft und von dieser Plattform Angebote wie den Motoragenten – einen digitalen Kaufberater – in unser Angebot integriert. Außerdem verzeichnen wir bei den im vergangenen Jahr eingeführten Händlerbewertungen starke Zugriffszahlen.
Wie präsentiert der Handel seinen Fahrzeugbestand auf Ihrem Marktplatz? Wie stark schöpfen Autohäuser die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten aus?
Wir beobachten, dass sich die Qualität der Inserate verbessert. Die Fahrzeugbeschreibungen werden detaillierter. Das Textvolumen in den Inseraten ist im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent gestiegen. Was die Bebilderung der Fahrzeuge angeht, besteht allerdings noch Luft nach oben. Im Schnitt stellen Händler zehn Fotos zu einem inserierten Fahrzeug ein, im Premiumpaket wären aber 30 möglich. Auch ist die Geschwindigkeit, mit der Händler Inserate mit Fotos ausstatten, sehr unterschiedlich. Manche laden schon während der Aufbereitung Bilder hoch, andere brauchen deutlich länger. Fahrzeugvideos werden bisher nur marginal genutzt.
Ein Blick auf das Handelsgeschehen im vergangenen Jahr: Der Gebrauchtwagenmarkt ist gewachsen, das Volumen der Besitzumschreibungen leicht gestiegen. Hat der Handel entsprechend auch sein Onlinegeschäft mit Fahrzeuginseraten ausgeweitet?
Wir sehen bei der Entwicklung der Inserate auf unserer Plattform eine analoge Entwicklung. Die Zahl der Fahrzeuglistings ist deutlich gestiegen. Bei den Gebrauchtwagen verzeichneten wir einen Anstieg um mehr als drei Prozent. Aber nicht nur das Gebrauchtwagengeschäft war im Aufwind. Bei den Neuwagen wuchs die Zahl der inserierten Bestandsfahrzeuge um fast fünf Prozent – ein Entwicklung praktisch spiegelbildlich zur amtlichen Neuzulassungsstatistik. Lange verharrte der Gesamtmarkt auf dem Niveau von drei Millionen Neuzulassungen und sieben Millionen Besitzumschreibungen. Da liegen wir mittlerweile deutlich darüber. Das ist ein positives Signal. Hersteller und Handel haben ihre Ziele nach oben angepasst. Die Hersteller produzieren mehr, der Handel bekommt mehr Ware rein und verkauft sie gut ab.
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