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Motoröl für Gasmotoren

| Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Fahrzeuge mit Erd- und Flüssiggasantrieb verlangen nach speziellen Motrölen. Von spezifischen Produkten profitieren laut dem Schmierstoffspezialisten Fuchs sowohl Werkstätten als auch Fahrzeughalter.

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Nächste Ausfahrt Gas: Kaum steigen seit wenigen Wochen die Preise für Benzin und Diesel, wird die Antriebsalternative Gas wieder interessanter. Davon sollten auch Werkstätten im Service profitieren. Fotos: Fuchs
Nächste Ausfahrt Gas: Kaum steigen seit wenigen Wochen die Preise für Benzin und Diesel, wird die Antriebsalternative Gas wieder interessanter. Davon sollten auch Werkstätten im Service profitieren. Fotos: Fuchs
( Archiv: Vogel Business Media )

Zu Recht rieben sich Autofahrer vor wenigen Tagen beim Anblick von Zapfsäulen die Augen. Kurzzeitig über 1,40 Euro für Benzin. „Ja ist denn schon wieder Weihnachten?“ Doch Wirtschaftsflaute hin oder her: Man muss kein Prophet sein, wenn man behauptet, dass Kraftstoffe langfristig spürbar teurer werden – allen voran unser geliebtes Benzin und unser geliebter Diesel.

So verwundert es nicht, dass sich immer mehr Mitbürger beim Fahrzeugkauf für ein Erdgasauto (CNG: Compressed Natural Gas) interessieren, bzw. wieder mehr Fahrzeughalter über eine Umrüstung auf Flüssiggas (LPG: Liquified Petroleum Gas) nachdenken. Mit Gas als Antriebsquelle kann der Nutzer die Spritkosten im Vergleich zum Benziner deutlich reduzieren. Aber nicht nur der Geldbeutel profitiert langfristig von dieser Umstellung: Die geringere Abgas- und CO2-Emissionen gasbetriebener Fahrzeuge entlasten auch unsere Umwelt – so weit die Theorie.

Doch wo viel Licht ist, ist der Schatten bekanntlich nicht weit – so auch in diesem Fall. Denn egal, ob ungerechtfertigte Anschuldigung oder maßlose Übertreibung, was Schäden an Gasmotoren betrifft: Fakt ist, die Motoren gasbetriebener Fahrzeuge haben im Vergleich zu ihren Benzinkollegen mit anderen, meist höheren Belastungen zu kämpfen.

Problemfall Direkteinspritzer

Der Umrüstungsboom auf Flüssiggas konzentrierte sich bis 2008 auf gebrauchte Fahrzeuge. Diese wurden mit Systemen nachgerüstet, die den gasförmigen Kraftstoff in den Ansaugtrakt einblasen. Die Preisentwicklung der flüssigen Kraftstoffe heizte die Nachfrage stark an.

Mit dem Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise Ende 2008/Anfang 2009 und den stark fallenden Preisen für flüssige Kraftstoffe ebbte dieser Boom erst einmal ab. Die Amortisationszeit für eine Umrüstung auf LPG oder CNG erschien zu diesem Zeitpunkt vielen potenziellen Kunden als viel zu lang, die Investitionskosten als zu hoch.

Parallel dazu steigt seit Jahren der Anteil an direkteinspritzenden, benzinbetriebenen Fahrzeugen, die mit der bisherigen Technologie nicht oder nur sehr schwer umzurüsten sind. Das Problem: Die mangelhafte Kühlung der serienmäßigen Einspritzdüsen. Werden diese nicht kontinuierlich mit Kraftstoff (Flüssigkeit!) versorgt und damit gekühlt, lagern sich an ihnen leicht Verbrennungsrückstände an und Beschädigungen können entstehen. Das bedeutet: Ohne Umrüstlösung für diese direkteinspritzenden, benzinbetriebenen Fahrzeuge (z. B. Volkswagen mit FSI- und Opel mit CGI-Technologie) wird der Markt begrenzt bleiben.

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Doch spätestens, seitdem die Preise für Benzin und Diesel wieder ansteigen, sprich seit Jahresbeginn, nimmt auch die Nachfrage nach Umrüstungen wieder zu. Und siehe da: Erste Anbieter haben marktfähige Lösungen für direkteinspritzende Benziner vorgestellt (z. B. die Firma Vialle).

Ein Problem bleibt: beim Umstieg von flüssigen auf gasförmige Kraftstoffe steigen die Temperaturen im Brennraum der Motoren an. „Unserer Erfahrungen zeigen, dass bereits leichte Temperatursteigerungen über lange Laufzeiten hinweg die Belastungen für die Motoren und nicht zuletzt für das Öl deutlich erhöhen“, beschreibt Markus Garb, Leiter Produktmanagement Automotive Schmierstoffe beim weltweit größten unabhängigen Schmierstoffhersteller Fuchs, die Situation.

Alle relevanten Bauteile unterliegen stärkeren Alterungsprozessen, insbesondere die Ventile und die Ventilsitze. Ähnliches gilt für das eingesetzte Motoröl: „Jedes Grad mehr an Verbrennungstemperatur sorgt für eine stärkere Alterung und reduziert die Lebensdauer des Öls erheblich“, sagt Garb. Als Konsequenz verkürzen Fahrzeughersteller, die eine LPG-/CNG-Lösung ab Werk anbieten, die Wartungsintervalle entsprechender Fahrzeuge.

Chancen für die Betriebe

Werkstätten haben die Möglichkeit, Autofahrern ein Motoröl zu empfehlen, das speziell auf diese Bedürfnisse zugeschnitten ist. Der Markt bietet seit einiger Zeit Motoröle für gasbetriebene Pkw. Diese sollen helfen, Schäden zu vermeiden und Verschleiß zu reduzieren.

Fuchs offeriert dem Fachhandel und Kfz-Betrieben seit Anfang 2009 spezifische Pkw-Gasmotoröle. Die Öle der Titan-Pro-Gas-Reihe zeichnen sich durch einen geringeren Verdampfungsverlust und eine reduzierte Alterungsneigung aus. Eine höhere Reinigungswirkung und thermische Beständigkeit sollen laut Fuchs die Motoren besser schützen.

Die Botschaft für Umrüster und Fachwerkstätten lautet: LPG- oder CNG-betriebene Fahrzeuge verlangen in der Regel spezielle Motoröle – auch wenn das Fahrzeughersteller oftmals verneinen. Und das kann eine interessante und lukrative Nische sein. Denn die Margen für diese Öle sind höher und die Kunden fühlen sich gut beraten, wenn man das passende Öl parat hat. Zudem können sich Umrüster und Werkstätten vom Wettbewerb differenzieren. Was will man mehr?

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