MAN-Rückruf Motorschäden können zu Bränden führen

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Rund 120.000 Lkw und Bussen von MAN drohte ein Fahrzeugbrand, die Hälfte davon wurde schon durchleuchtet. Nun ruft der Hersteller nochmal nachdrücklich die anderen Einheiten in die Werkstätten.

Rund 60.000 MAN-Lkw und -Busse müssen wegen Brandgefahr in die Werkstätten.(Bild:  MAN Truck & Bus AG)
Rund 60.000 MAN-Lkw und -Busse müssen wegen Brandgefahr in die Werkstätten.
(Bild: MAN Truck & Bus AG)

Rund 60.000 Lkw und Busse des Nutzfahrzeugherstellers MAN müssen in die Werkstätten. Wie das Unternehmen am Freitag, 28. Juni, mitteilte, kann es bei den Fahrzeugen der Baureihen D2676LF51-53 oder D2676LOH35-37 zu Motorschäden kommen. Unter „ungünstigen Umständen“ könne es nachfolgend zu Motorbränden kommen, teilte MAN mit. Schadensfälle könnten insbesondere auftreten, wenn es zu einer übermäßigen Alterung und Verschmutzung des Motoröls und dadurch zu geschädigten Ölfilterbauteilen kommt. Dies könne der Fall sein bei Nicht-Einhaltung von Wartungsintervallen oder nicht fachgerecht ausgeführten Wartungsarbeiten.

Die betroffenen Lastwagen und Busse entstammen der Baujahre 2016 bis 2019 mit Euro-6c-Motoren. Ihre Pleuellager seien empfindlicher gegen Verunreinigungen und Ölalterung, weil damals aufgrund gesetzlicher Vorgaben in der Produktion auf bleifreie Lager umgestellt wurde. Bei Nichteinhaltung der Wartungstermine könne es nach längerer Laufleistung, in der Regel zwischen 400.000 und 500.000 Kilometern, zu starkem Verschleiß an den Lagern kommen, heißt es von MAN. Weitere bekannte Gründe für die genannten Schadensfälle sind eine Überdrehzahl beim Lkw, Eindringen von (Kühl-)Wasser ins Motoröl, Motortuning, die Verwendung nicht freigegebener Motoröle oder der Einbau nicht den Herstellervorgaben entsprechender Filter. In Folge können die Pleuellager fressen und ein oder mehrere Pleuel abreißen und den Motorblock durchschlagen. Das dabei austretende Motoröl, dass sich am Abgaskrümmer bzw. - Strang entzündet, führt dann zu besagten Bränden.

Mit den Motoren sind europaweit etwa 120.000 Lastwagen und 5.000 Busse unterwegs. Etwa die Hälfte war laut MAN bereits in der Werkstatt, da man bereits seit Ende 2022 die betroffenen Halter der Fahrzeuge informierte und aufforderte, entsprechende Werkstatt-Maßnahmen zur Schadensprävention und Robustheitssteigerung zu ergreifen. Für die weiteren Fahrzeuge wurden die Werkstätten hinsichtlich der Relevanz der Ölqualität sensibilisiert und gezielt instruiert, um Schäden vorher zu verhindern.

Nach den Erkenntnissen von MAN kam es seit Markteinführung der genannten Motoren zu 170 Brandfällen, die – neben anderen möglichen Ursachen – auf das genannte Motorschadensmuster zurückzuführen sein könnten. Im Jahr 2024 traten 18 Fälle auf, deren Ursache höchstwahrscheinlich im beschriebenen Schadensmuster liegt. Dabei sei es nur zu Sach-, nicht jedoch zu Personenschäden gekommen.

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