Pkw-Markt Oktober Nach dem Dämpfer kommt der Endspurt bei den E-Auto-Neuzulassungen

Von Andreas Wehner 2 min Lesedauer

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Im Oktober verbuchte das KBA nach dem Einbruch im September wieder einen wachsenden Neuwagenmarkt – auch, weil sich die Neuzulassungen von Elektroautos scheinbar wieder erholten. Nach Ansicht von Experten wird das Aufbäumen jedoch nur kurz andauern.

Die Neuzulassungen von Elektroautos legen wieder zu.(Bild:  MG)
Die Neuzulassungen von Elektroautos legen wieder zu.
(Bild: MG)

Der deutsche Pkw-Markt ist nach einem Dämpfer im September im vergangenen Monat wieder gewachsen. 218.959 Neuzulassungen entsprachen einem Plus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Freitag mitteilte. Allerdings hatte der Oktober in diesem Jahr einen Arbeitstag mehr als 2022. Bereinigt um die Anzahl der Arbeitstage ergäbe sich im Vergleich zum Vorjahrsmonat nahezu keine Veränderung, teilte der Importeursverband VDIK mit.

Zudem liegen die Neuzulassungen weiter deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Im Oktober 2019 lagen die Neuzulassungen 23 Prozent höher als im vergangenen Monat. „Der Oktober bringt einen temporären herbstlichen Lichtblick bei den Neuzulassungen, eine Trendwende hingegen können wir im Automobilhandel nicht ausmachen“, sagte ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn.

E-Auto-Neuzulassungen klettern wieder

Das Minus im September war vor allem auf einen Einbruch der E-Auto-Neuzulassungen zurückzuführen, die im August aufgrund der dann auslaufenden Förderung für Gewerbekunden eine Rally hingelegt hatten. Der Marktanteil von Elektroautos war im September auf nur 14,1 Prozent gesunken. Im Oktober kletterte er wieder auf 17,1 Prozent, lag aber immer noch niedriger als im Durchschnitt der Monate Januar bis August (18,6 %), als die Förderung noch gab.

„Der leichte Anstieg bei den batterieelektrischen Pkw ist dem beginnenden Endspurt um die Umweltprämie zuzuschreiben, die ja ab dem 1. Januar 2024 reduziert wird“, sagte Peckruhn. Auch Constantin M. Gall, Mobilitätsexperte beim Beratungsunternehmen EY, rechnet mit steigenden Elektro-Neuzulassungen in den kommenden Monaten.

„Unterm Strich rechnen wir im laufenden Jahr mit etwa 540.000 neu zugelassenen Elektroautos in Deutschland – das wären 15 Prozent mehr als im Vorjahr“, prognostiziert Gall. 2024 werde es jedoch wieder einen Dämpfer geben. „Die Nachfrage nach Elektroautos wird sich zu Jahresbeginn auf einem niedrigeren Niveau einpendeln“, erwartet der Experte.

Experte: 2024 wird schwierig

Insgesamt rechnet Gall mit einem schwierigen Jahr 2024 – und steigenden Nachlässen. „Die Kaufzurückhaltung der Kunden macht den meisten Herstellern zunehmend zu schaffen. Immer mehr Hersteller locken mit Rabatten und günstigen Finanzierungs- beziehungsweise Leasingangeboten“, so der Experte. Auch bei E-Autos würden Rabatte dann eine immer größere Rolle spielen werden: „Das Interesse an Elektroautos steigt nicht in dem erhofften Maße. Um die teils sehr ambitionierten Absatzziele zu erreichen, werden die Autohersteller ihre Preispolitik überdenken“, ist Gall überzeugt.

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