Audi Premiere für den elektrischen A6

Von sp-x 4 min Lesedauer

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Audi elektrifiziert mit dem A6 E-Tron seine obere Mittelklasse. Zum Start gibt es die Varianten Avant, Sportback und S6 – Quattro und RS6 folgen später.

Der neue Audi A6 Avant E-Tron.(Bild:  Audi)
Der neue Audi A6 Avant E-Tron.
(Bild: Audi)

Drei Jahre lang herrschte bei Audi Premierenpause. Nun legen die Ingolstädter mit Nachdruck los. Nach dem Start des Q6 E-Tron und der Premiere der neuen A5-Baureihe ziehen sie den Schleier vom dieses Jahr wohl wichtigsten Neuzugang. Mit dem A6 E-Tron stellt Audi das zweite Modell auf die neue Premium Platform Electric (PPE). Und das bedeutet: 800-Volt-Technik, hohe Ladeströme, große Akkus und Reichweiten bis zu 750 Kilometer. Damit sind die mindestens 75.000 Euro teuren A6 Sportback und Avant für Viel- und Weitfahrer eine Überlegung wert.

Für den langen Atem der E-Tron-Modelle sind für die PPE neu entwickelte Akkus zuständig. Sie bestehen aus zwölf Modulen und liefern eine nutzbare Kapazität von knapp 95 kWh. Ein aufwendiges Thermomanagement reduziert gegenüber den Vorgängermodellen die Temperaturschwankungen der Energiespeicher. Zudem lassen sie sich mit bis zu 270 kW laden – das entspricht bis zu 210 Kilometern Reichweite in zehn Minuten.

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Anders ausgedrückt: In gut 20 Minuten lässt sich der Akku von zehn auf 80 Prozent füllen. Außerdem rekuperieren die E-Maschinen mit bis zu 220 kW. Laut Audi lassen sich rund 95 Prozent aller „normalen“ Bremsvorgänge per Rekuperation abwickeln. Mit Wippen am Lenkrad lässt sich die Verzögerungsstufe vom ungebremsten Segeln bis zum annähernden „One-Pedal-Feeling“ einstellen.

Basisvariante folgt später – wie Quattro und RS6

Zum Start Anfang 2025 bietet Audi zwei Antriebsversionen an. Zum einen den A6 E-Tron performance als Sportback und Avant mit jeweils 270 kW Leistung und Heckantrieb. Beide werden bei 210 km/h abgeregelt. Den WLTP-Verbrauch gibt der Hersteller mit 14,0 bis 17,0 kWh je 100 Kilometer an. Die Reichweiten: Sportback „über 750 Kilometer“, Avant „über 720 Kilometer“. Ebenfalls von Beginn an am Start sind die beiden Karosserieversionen des S6 E-Tron mit Quattro-Antrieb und einer Systemleistung von 370 kW. Sie sind maximal 240 km/h schnell. Der Sportback soll mit einer Akkuladung über 670, der Avant über 640 Kilometer weit kommen.

„Zu einem späteren Zeitpunkt folgen – marktspezifisch – noch weitere Modelle mit Heck- beziehungsweise quattro-Antrieb“, heißt es aus Ingolstadt. Gemeint sind damit zunächst die Basisversionen mit 210 kW, 83-kWh-Akku und Heckantrieb und die Quattro-Version mit 315 kW. Und dass bei Audi munter an einer RS-Variante gebastelt wird, ist ein offenes Geheimnis.

Beste Aerodynamik der Audi-Historie

Bei Design und Aerodynamik der A6-Modelle hat Audi sehr auf Effizienz geachtet. Der cW-Wert des A6 Sportback liegt bei 0,21 – der niedrigste Wert, den Audi je vorweisen konnte. Damit liegt diese Varainte an der Spitze seines Segments im kompletten VW-Konzern. Der Avant schafft einen Wert von 0,24. Das Design bezeichnet der Hersteller als „dynamisch, elegant und progressiv“. Der neue A6 ist trotz diverser gestalterischer Weiterentwicklungen etwa am Singleframe oder an den Lufteinlässen auf den ersten Blick als Audi zu erkennen, er wirkt modern und schreibt die Tradition der oberen Mittelklasse auf ansprechende Weise fort.

Die Proportionen stimmen (Länge 4,93 Meter, Radstand 2,95 Meter); das Kofferraumvolumen des Sportback liegt bei 500 bis 1.330 Liter, vorne gibt es wie beim bis zu 1.420 Liter fassenden Avant einen 27-Liter-Frunk. Limousine und Kombi dürfen bis zu 2,1 Tonnen an den Haken nehmen. Die aerodynamisch bis ins Detail optimierten Räder sind zwischen 19 und 21 Zoll groß, zehn Versionen gibt es zur Auswahl, dazu acht Außenfarben von Taifun Grey metallic bis Malpelo Blue metallic.

Beleuchtete Audi-Ringe und elektronische Spiegel

Wie schon beim jüngst vorgestellten Audi A5 war auch das Lichtdesign ein wichtiger Punkt bei der Entwicklung des A6 E-Tron. Es gibt individuell einstellbare Lichtsignaturen vorne und hinten ebenso wie die Möglichkeit, andere Verkehrsteilnehmer durch Hinweise auf den digitalen OLED-Heckleuchten vor Gefahrensituationen zu warnen. Premiere bei Audi: Optional sind die vier Ringe am Heck direkt über dem durchgehenden Leuchtenband beleuchtet. Kein wichtiges Detail – aber ein sehr auffälliges.

Auch die digitalen Außenspiegel-Kameras gibt es optional für den neuen A6, sie sind mittlerweile anklappbar. Und die Position ihrer Anzeige-Displays wurde verändert: Die Platzierung an den Türinnenseiten im Winkel von A-Säule und Türbrüstung ist gegenüber der ersten Generation eine Verbesserung. Für gelegentliche Nutzerinnen und Nutzer bleibt dieser Blick zurück trotzdem gewöhnungsbedürftig.

OLED-Technik und hochwertige Materialien

Wenig Gewöhnungszeit dürften Audiphile beim Rest des Interieurs haben. Es folgt dem aktuellen Ziel, alle Bedien- und Anzeigeelemente auf einer digitalen Bühne rund um den Menschen am Steuer zu präsentieren. Sprich: Es gibt das leicht gebogene MMI Panoramadisplay in OLED-Technik. Es besteht aus einem 11,9 Zoll großen Zentralinstrument und einem 14,5 Zoll großen Touchdisplay. Auf Wunsch darf der Beifahrer auf ein 10,9 Zoll großes Display blicken.

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Es geht sehr nobel und wohnlich zu im A6, wie die erste Sitzprobe zeigt. Die Materialien fühlen sich so wertig an wie sie aussehen, der Bogen von den Türen über das Armaturenbrett erzeugt ein Gefühl der Geborgenheit. Dazu kommen angenehme Sitze und reichlich Platz, so wie man es in der oberen Mittelklasse eben gewöhnt ist. Ein „smartes“ Panoramadach wird auf Knopfdruck transparent.

Android Automotive und Chat GPT

Audi hat sich wie beim Q6 E-Tron für das Android-Automotive-OS-Bordsystem entschieden, mit Connect-Dienste und dem serienmäßigen E-Tron-Routenplaner. Dazu sind Apps etwa aus den Kategorien Musik, Video, Gaming, Navigation, Parken und Laden, Wetter und Nachrichten verfügbar. Die Segnungen der Künstlichen Intelligenz kommen durch die Verbindung zu Chat GPT ins Auto.

Komfort bietet auch der neue, adaptive Fahrassistent plus. Er unterstützt beim Beschleunigen, Bremsen, Halten von Geschwindigkeit und eingestelltem Abstand sowie bei der Spurführung. Dazu nutzt er hochauflösende Kartendaten und in der Cloud berechnete Schwarmdaten anderer Fahrzeuge. Serienmäßig sind der Parkassistent plus, eine Rückfahrkamera und die Einparkhilfe plus mit Distanzanzeige.

Preislich startet der A6 E-Tron Sportback bei gut 75.000 Euro, der S6 E-Tron bei 100.000 Euro, die Avant-Modelle sind jeweils 1.650 Euro teurer. Erste Bestellungen sind ab September möglich, die ersten Auslieferungen verspricht Audi für Anfang 2025.

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