273167, 155872, 144606 Neuer Ssangyong-Importeur für Deutschland

Redakteur: Andreas Grimm, Andreas Grimm

Ssangyong war vom deutschen Markt praktisch verschwunden. Jetzt konkurrieren zwei Unternehmen um die Handelspartner. Mit der Alcadis-Gruppe drängt ein europäischer Spieler auf den Markt.

Ssangyong will auf dem europäischen Fahrzeugmarkt neu starten. Dazu arbeitet der koreanische Hersteller nun mit der belgisch-schweizerischen Autohandelsgruppe Alcadis zusammen, die bereits in mehreren europäischen Ländern Automobile asiatischer und europäischer Marken importiert und vertreibt. Unklar ist nach diesem Schritt allerdings die Zukunft der Ssangyong Deutschland GmbH, die zuletzt von Nürnberg aus mit rund 60 Händlern und Servicepartnern die koreanische Marke hierzulande am Leben gehalten hatte.

Wie auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend auf Mallorca mitgeteilt wurde, soll Alcadis als offizieller Importeur in Deutschland künftig die koreanische Marke vertreten. Dazu sei derzeit die Gründung der Ssangyong Motors Deutschland GmbH mit Firmensitz im Großraum Köln in Vorbereitung. Das operative Geschäft soll das Alcadis-Tochterunternehmen noch im vierten Quartal dieses Jahres aufnehmen.

Das Händlernetz des neuen Importeurs sowie der Service sollen nach Aussage von Matthias Sileghem, Managing Director von Alcadis in Belgien, einerseits auf den bisherigen Partnern aufbauen. Zudem sei geplant, „zügig das Ssangyong-Netz auszubauen“. Innerhalb von zwei Jahren sollen nach seinen Aussagen 150 Vertragshändler „für einen optimalen Service den Kunden zur Verfügung stehen“. Mit zahlreichen Autohäusern würden bereits Verhandlungen geführt.

Konkurrenz der Importeure

Hinter den bisherigen Partnern dürften sich jene Händler verbergen, die der Marke auch nach dem Ende der Importaktivitäten der Kroymans-Gruppe im September 2007 treu geblieben waren. Nach langer Durststrecke hatte sich dann im Mai 2009 die Ssangyong Deutschland GmbH mit Sitz in Nürnberg gegründet. Nennenswerte Stückzahlen konnten die „Ssangyong-Enthusiasten“ allerdings nicht umsetzten. Für 2010 registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt nur 149 Neufahrzeuge.

Mehr Verkaufsschub ist von der Alcadis-Gruppe mit Firmensitz in Dietlikon (Schweiz) zu erwarten, die jährlich rund 40.000 Fahrzeuge in Europa vermarktet. Sie ist in neun Ländern aktiv - der Schweiz, Belgien, Portugal, Luxemburg, Niederlande, Frankreich, Spanien, England und Südafrika - und handelt neben Nisssan, Suzuki, Alfa Romeo und Fiat seit längerem auch mit Hyundai und Ssangyong. Für letztere Marken ist Alcadis Importeur in der Schweiz.

Alcadis selbst ist eine 100-prozentige Tochterfirma des belgischen Familienunternehmens Alcopa. Die Handelsgruppe vertreibt neben Autos auch Motorräder und Büromöbel.

Zunächst vier Modelle verfügbar

Produktseitig will SsangYong mit dem neuen Korando für den europäischen Markt zurückkehren, der vom italienische Designstudio Italdesign-Giugario gezeichnet wurde. „Der Korando wird das beliebte Segment der kompakten, vielseitigen und benutzerfreundlichen SUVs beleben“, sagte Sileghem. Erhältlich werde der Korando zunächst mit einem 2,0-Liter-Dieselmotor sein. Neben dem Kompakt-SUV können deutsche Kunden in Zukunft auch die Modelle Rexton (7-Sitzer), Rodius und Actyon Sports ordern.

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