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Neuwagenmarkt erreicht im September nur zweitniedrigstes Niveau seit 2009

Autor: Andreas Grimm

Der Neuwagenabsatz ist im September um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Doch das auf den ersten Blick gute Ergebnis erweist sich als ziemlich schwach im langfristigen Vergleich. Stark ins Laufen kommen allerdings gleich zwei alternative Antriebsarten.

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(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Der deutsche Neuwagenmarkt hat im September nominell kräftig gegenüber dem Vorjahresmonat zugelegt. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) kamen im vergangenen Monat 244.622 Pkw erstmals auf die Straßen. Das sind 22,2 Prozent mehr als im September 2018. Der Absatz im Vorjahresmonat war allerdings wegen der WLTP-Umstellung und den damit verbundenen Verwerfungen durch vorgezogene Käufe und Lieferschwierigkeiten besonders schwach ausgefallen.

Vor allem aber zeigt der langjährige Vergleich, dass der zurückliegende September das schwächste Zulassungsergebnis für den neunten Monat in diesem Jahrzehnt liefert nach 2018. Seit 2010 hatten im September bisher zwischen 247.000 (im Jahr 2013) und 298.000 (im Jahr 2016) Neuwagen ihre Erstzulassung erhalten. Auf dieses wenig erfreuliche Ergebnis weist unter anderem auch der Importeursverband VDIK hin. Für dessen Präsidenten Reinhard Zirpel ist dennoch klar, dass der deutsche Pkw-Markt 2019 „über Vorjahresniveau bleiben wird“.

Entsprechend weist das KBA für die ersten drei Quartale des Jahres 2,74 Millionen Erstzulassungen aus. Das sind 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr – und zugleich der beste Wert seit dem Umweltprämienjahr. Positiv ist zudem der steigende Auftragseingang aus dem Inland. Dieser lag im September 2019 laut dem VDA bei seinen Mitgliedsbetrieben 26 Prozent über Vorjahresniveau – im Gesamtjahr sind es 6 Prozent.

WLTP-Schlamassel zeigt sich vor allem bei Volkswagen-Marken

Die WLTP-Verwerfungen zeigen sich nochmals deutlich beim Blick auf die Entwicklung einzelner Marken. So steigerten verschiedene Marken des Volkswagenkonzerns ihre Neuzulassungen erheblich. Audi legte um 143 Prozent zu, bei Porsche sind es 431 Prozent (!) und VW Pkw sprang immerhin um 96 Prozent nach oben. Doch auch in manchen anderen Vertriebsnetzen ging im September ordentlich die Post ab, etwa bei Honda (+118 %) oder Hyundai (+36 %). Auch Tesla ist mit einem Marktanteil von 0,7 Prozent inzwischen ein relevantes Fabrikat (+807 %), das Subaru, Jaguar oder Land Rover klar hinter sich lässt.

Gleichzeitig gab es trotz des allgemeinen Aufwärtstrends Fabrikate, die Absatz verloren. Darunter sind unter anderem die deutschen Fabrikate BMW (-18,9 %) und Opel (-9,1 %), aber auch Importeure wie Citroën (-9,9 %) oder Suzuki (-6,4 %). Die Japaner haben allerdings derzeit auch mit vielen internen und Lieferproblemen zu kämpfen.

Alternative Antriebe auf dem Vormarsch

Im Antriebsmix sind die alternativen Antriebe weiterhin auf dem Vormarsch, während der Diesel nur wenig vorankommt. Der Anteil der Selbstzünder steigerte sich zwar im Septembervergleich von 29,3 auf 29,6 Prozent. Er blieb damit aber deutlich hinter dem mittleren Anteil von 32 Prozent im Gesamtjahr zurück. Rein elektrisch betrieben sind von September-Neuwagen 5.900 Einheiten (+149,5 %), Hybridantrieb haben knapp 19.000 Neuwagen (+88,5 %). Damit kommen die Elektro-Modelle auf einen Marktanteil von 10,1 Prozent. Selbst die Erdgas-Modelle verdreifachten im September ihre Zulassungen (+213,4 %), kommen aber dennoch nur auf ganze 514 Einheiten.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«