Pressebericht Nio an Audi-Werk in Brüssel interessiert

Von Andreas Wehner 2 min Lesedauer

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Der chinesische E-Auto-Hersteller ist wie viele Konkurrenten derzeit auf der Suche nach Produktionsmöglichkeiten in Europa. Laut den Zeitungen „De Tijd“ und „L’Echo“ bereitet Nio derzeit ein Angebot für die zum Verkauf stehende Fabrik vor.

Audi produziert in Brüssel derzeit den Q8 E-Tron.(Bild:  Audi)
Audi produziert in Brüssel derzeit den Q8 E-Tron.
(Bild: Audi)

Der chinesische E-Auto-Hersteller Nio hat nach Medienberichten Interesse an der Übernahme des Audi-Werks Brüssel. Wie die belgischen Wirtschaftszeitungen „De Tijd“ und „L’Echo“ berichteten, habe eine Nio-Delegation das Werk in den vergangenen Wochen besucht. Am Montag wolle Nio dem Volkswagen-Konzern ein Angebot unterbreiten.

Die Zukunft des Werks, in dem mit dem Elektro-SUV Q8 E-Tron nur ein einziges Modell gebaut wird, ist schon länger unklar. Im Juli hatte Audi mitgeteilt, man könne die Einstellung des Betriebs in Brüssel nicht ausschließen.

Produktionsvorstand Gerd Walker bestätigte am Dienstag, dass Volkswagen einen Investor für das Werk seiner Premium-Tochter sucht. Die Produktion des aktuellen Q8 E-Tron soll voraussichtlich im kommenden Jahr auslaufen, den Nachfolger will Audi nach aktuellem Stand in Mexiko bauen.

In Brüssel beschäftigt der Autobauer rund 3.000 Mitarbeiter, deren Jobs bei einer Schließung des Werks wegfallen würden. Das Werk ist recht klein, dafür sind die Produktionskosten laut Audi relativ hoch. Durch die Lage in einem Wohngebiet sind Erweiterungen schwierig. Dass nur wenige Zulieferer in der Nähe sind, treibt zudem die Logistikkosten in die Höhe.

Nio ist – wie andere chinesische Autobauer auch – auf der Suche nach Produktionsmöglichkeiten in Europa. Die drohenden EU-Strafzölle auf Elektroautos beschleunigen diese Bemühungen. Derzeit produzieren bereits Chery (Spanien) und der Stellantis-Partner Leapmotor (Polen) Autos in Europa. BYD baut momentan Werke in Ungarn und der Türkei.

Nio betreibt in China zwei Werke. Beide stehen in Hefei, wo kürzlich erst Volkswagen sein Forschungs- und Entwicklungszentrum aufgestockt hat. Der chinesische Hersteller ist seit 2021 in Europa aktiv und bietet seine E-Autos seit Herbst 2022 auf dem deutschen Markt an. Die Verkäufe bleiben jedoch hinter den Erwartungen zurück: Von Januar bis August kamen europaweit nur knapp 1.200 Fahrzeuge auf die Straße.

Nio vertreibt seine Premiumfahrzeuge direkt. Zur Kundenansprache dienen vor allem die Nio-Houses in bester Innenstadtlage, von denen das Unternehmen in Deutschland vier betreibt: in Berlin, Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf. Hinzu kommen Autohaus-ähnliche sogenannte Nio-Hubs in München und Köln.

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