Im Rennen um Marktanteile im deutschen Automarkt hat sich Nio mit einem speziellen Konzept positioniert. Nio Houses sollen der Marke Aufmerksamkeit bringen, der Vertrieb erfolgt zunächst in einem – sehr flexiblen – Abo-Modell.
Nio hat in Berlin den Deutschlandstart zelebriert. Ein Teil des Starts ist die Eröffnung des ersten deutschen Nio Houses am Kurfürstendamm. Es ist das erst zweite Nio House außerhalb Chinas.
(Bild: Grimm – »kfz-betrieb«)
Die chinesische Elektro-Premiummarke Nio hat den Startschuss für den Marktstart in Deutschland und einigen angrenzenden Ländern gegeben: Wie sie am Freitagabend in einer Presse- und Mitarbeiterveranstaltung in Berlin mitteilte, wird ab dem 16. Oktober die Limousine ET7 hierzulande zu haben sein. Zwei weitere Modelle sollen schnell folgen: Das SUV EL7, wie es jetzt heißt (statt ES7), geht Ende Januar an den Start und die kleinere Limousine ET5 Ende März.
Zu kaufen gibt es die Autos allerdings nicht. Nio bietet die Elektrofahrzeuge mit Premiumanspruch ausschließlich im Abomodell sowie im Leasing an. „Die Flexibilität des Besitzes ist eine neue Form von Premium“, erklärte Hui Zhang im Gespräch mit »kfz-betrieb« im Vorfeld der Veranstaltung. Entsprechend sollen beim Abo viele Optionen möglich sein.
Für die typische Laufzeit von drei Jahren werden für den ET7 1.199 Euro monatlich im Abo fällig, für den EL7 sind es 1.299 Euro und für den ET5 999 Euro. Im Sinne der Flexibilität ist beispielsweise auch nur eine Nutzung von einem Monat möglich. Dafür wird dann aber eine erhöhte Rate von 450 Euro fällig. Perspektivisch soll es auch gebrauchte Nio-Modelle im Abo geben, die dann je nach Alter zu günstigeren Preisen genutzt werden können. Übrigens: First Mover, die sich bis zum Jahresende entscheiden, bekommen einige Vergünstigungen wie etwa die kostenlose Zustellung und Abholung des gewünschten Modells.
Hui Zhang leitet das Europa-Geschäft von Nio.
(Bild: Grimm – »kfz-betrieb«)
Der klassische Handel hat von dem neuen Player allerdings nichts. Hui Zhang bekräftigte, dass die Wertschöpfungskette inklusive Vertrieb bei Nio bleibe. Dazu wird es in den deutschen Metropolen die bereits in Oslo erfolgreich erprobten Nio Houses geben. Das erste ist in Berlin aktiv – direkt am Kurfürstendamm/Ecke Breitscheidplatz gegenüber der Kaiser-Willhelm-Gedächtniskirche. In der norwegischen Hauptstadt habe das Nio House, das viel mehr sei als eine Verkaufsstelle, binnen eines Jahres 430.000 Besucher gezählt, berichtete Nio-Gründer William Li in seiner Rede zum Marktstart. Das ist ein Publikumsverkehr, von dem der klassische Autohandel nur träumen kann.
Das Nio House in Berlin liegt direkt am Bahnhof Zoo. In der Glasfassade spiegelt sich die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.
(Bild: Grimm –«kfz-betrieb»)
Das Nio House in Berlin ist der prestigeträchtige Auftakt des Marktangriffs in Deutschland. In Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg sind die Stores bereits im Aufbau. Im Süden würden dagegen Standorte fehlen, so Hui Zhang. Denn in den dortigen Metropolen habe man noch keine geeigneten freien Flächen gefunden. Weil Nio Houses eben nicht nur Autoverkaufsräume sind, sondern auch Orte des Aufenthalts und der Begegnung, benötigen sie riesige Flächen von 1.500 Quadratmetern aufwärts in zentraler Lage. Außerhalb Deutschlands sind weitere Stores in Amsterdam, Rotterdam, Göteborg und Stockholm bestätigt.
Ergänzt werden die Nio Houses in der Fläche um die Nio Spaces, die dem Format der zuletzt häufiger von Händlern und Fabrikaten genutzten Pop-up-Stores gleichkommen und 150 bis 300 Quadratmeter groß sein sollen. Nur dass sie natürlich dauerhaft in den Innenstadtlagen präsent sein sollen. Ein erster Nio Space eröffnet nun in Bergen. Wie viele es in Deutschland werden sollen, verriet Hui Zhang nicht.
Im Berliner Tempodrom hatten sich Nio-Mitarbeiter und Journalisten zusammengefunden, um den Start in Deutschland und bald in weiteren europäischen Ländern zu begehen.
(Bild: Grimm – »kfz-betrieb«)
Anders als im Vertrieb setzt Nio beim Service auf Partner aus dem Kfz-Gewerbe. Perspektivisch werde ein flächendeckendes Netz aus autorisierten Servicepartnern aufgebaut, kündigte Hui Zhang an. Zu Beginn sollen es 12 bis 14 Stationen werden. Dazu greift Nio auf das Netz der Werkstattkette GAS zurück (Global Automotive Service), die sich nach eigenen Angaben bereits europaweit eine starke Elektrokompetenz aufgebaut hat. In den anderen von Nio bedienten Märkten arbeiten die Chinesen dennoch mit anderen Partnern im Service zusammen. Neben Deutschland startet Nio nun auch in den Niederlanden, Dänemark und Schweden.
Zwölf Standorte sind natürlich noch keine Flächendeckung im Sinne einer Anlaufstelle „ums Eck“. Ein Kernelement des Fahrzeugservice ist deshalb, dass der Service zum Kunden kommt. Eigens dafür ausgestattete Fahrzeuge sind bei den autorisierten Partnern stationiert, die dann an Ort und Stelle helfen sollen. Generell verschließt sich Hui Zhang nicht weiteren Partnern, macht aber deutlich, dass für sie strenge Kriterien genügen müssten.
Alleinstellungsmerkmal Swap Stations
Mit dem Marktstart von Nio erhält ein besonderes Konzept der Elektromobilität wieder Auftrieb: der Batterietausch als Alternative zum Laden. Die Chinesen verfolgen diesen Ansatz von Anfang an und haben dazu vor Kurzem die erste Tauschstation in Zusmarshausen bei München – noch ohne Autos auf den deutschen Straßen – eröffnet. Die zweite Station ist jetzt in Berlin-Spandau in der dortigen Motorworld an den Start gegangen. Die dritte entsteht derzeit in Hilden bei Düsseldorf.
Stand: 08.12.2025
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In den sogenannten Power Swap Stations wird die Batterie vollautomatisch in fünf Minuten gewechselt. Der Fahrer muss den Prozess nur starten. Das Auto fährt dann selbsttätig in die Station ein, Roboter bauen den Akku aus und einen neuen ein. Möglich werden soll damit auch bei Bedarf ein Upgrade der Akkukapazität, etwa vor Fernreisen. Derzeit stehen Akkus mit 75 und 100 kWh zur Wahl. Bestätigt ist nun, dass ein Feststoff-Akku mit 150 kWh folgen wird.
Insgesamt können derzeit in einer Swap-Station 13 Akkus gelagert und, vom Energiemanagement überwacht, möglichst schonend geladen werden. Künftig werden diese Stationen modular aufgebaut, sodass die Zahl der gelagerten Batterien an den Bedarf angepasst werden kann.
Für den Aufbau weiterer Wechselstationen sucht Nio ständig geeignete Flächen. Doch auch für sie gelten strenge Kriterien, insbesondere müssen sie gut erreichbar an hochfrequentierten Strecken liegen. Wobei zu Beginn sicher auch der regionale Bedarf eine Rolle spielt.
Grundsätzlich will Nio ein komplementäres Ladesystem aufbauen. Neben den Swap Stations will man frei zugängliche Ladesäulen errichten. Und natürlich können Nio-Fahrzeuge an öffentlichen Ladesäulen mit dem CCS-Stecker geladen werden.