Nissan Cherry: Süßer Verführer der Deutschen

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In der Zwischenzeit hatten andere japanische Marken wie Daihatsu mit dem Charade, Mazda mit dem 323, Mitsubishi mit dem Colt und Honda mit dem Civic kompakte und modisch schicke Drei- und Fünftürer präsentiert, gegen die sich der sachlich gezeichnete Cherry, der in Japan nun Pulsar genannt wurde, erst einmal durchsetzen musste. Mit vergleichsweise günstigen Preisen und einem üppigen Gewährleistungspaket, darunter eine damals in dieser Klasse konkurrenzlose Fünf-Jahres-Garantie gegen Durchrostung, fand die 3,90 Meter lange Modellreihe aber schließlich ausreichend viele Liebhaber, um 1982 noch einmal erneuert zu werden und erstmals direkt gegen den Golf anzutreten.

Als kantig, aber elegant gezeichnete Drei- und Fünftürer mit optionaler Zweifarbenlackierung suchte die vierte Cherry-Serie nach der Lücke im Nissan-Programm zwischen dem gleichzeitig lancierten Kleinwagen Micra und dem kaum größeren Sunny. Tatsächlich basierte der letzte Cherry bereits auf dem Sunny, den es als Stufenhecklimousine, Kombi und Coupé gab. In den Ruhestand geschickt wurde der schicke, jetzt sogar zweifarbige Cherry aber erst, als der Sunny 1986 auch in drei- und fünftüriger Version debütierte.

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Und dann gab es noch eine kurzfristige Liason mit Alfa Romeo: Anfang der 1980er Jahre suchten die Italiener nach einem betont preiswerten Einstiegsmodell als Ersatz für den Alfasud. Nissan wiederum suchte Möglichkeiten, drohenden Einfuhrbeschränkungen für japanische Automobile in die europäische Union zu begegnen. Die Lösung der japanisch-italienischen Probleme lautete ARNA, ein Akronym für Alfa Romeo Nissan Autoveicoli.

Der Cherry wurde mit Motor, Getriebe und Vorderradaufhängung vom Alfasud kombiniert und anschließend je nach Vertriebskanal als Alfa Arna oder Nissan Cherry Europe verkauft. Keine zwei Jahre später war der Spuk vorbei, denn dem Arna fehlte die Seele des Alfa und die Qualität des Nissan. Deutlich länger dauerte es, bis die letzten Ladenhüter aus den Schauräumen der Händler verschwunden waren.

Wandel zum „europäischen Japaner“

Inzwischen ist Nissan eine feste Größe im europäischen Automobilmarkt geworden - mit Produktionsstätten in Spanien, Großbritannien und Russland auch ein Teil der europäischen Automobilindustrie. Nach schwierigen Jahren, nicht zuletzt in Deutschland, wächst die Marke inzwischen kontinuierlich und hat ergeizige Ziele formuliert: Man möchte europaweit die volumenstärkste asiatische Marke werden.

In der ersten Hälfte des laufenden Jahres sieht es für Nissan in Europa erneut gut aus: Während der Pkw-Absatz auf dem Kontinent in den ersten sechs Monaten um 428.000 Einheiten oder 4,5 Prozent zurückging, verzeichnet Nissan nach eigenen Angaben einen Zuwachs von rund 5 Prozent auf über 366.000 Fahrzeuge. Der Marktanteil liegt damit bei knapp unter vier Prozent.

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