Nissan-Handel: Rendite geht leicht zurück

Autor Christoph Baeuchle

Auf den im Amt bestätigten Präsidenten des Nissan-Händlerverbands, Frank Perez, warten zahlreiche Aufgaben. Die Marke steht gut da, gewinnt jedoch nicht die erhofften Marktanteile. Auch die Händlerrendite war zuletzt rückläufig.

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Im Amt bestätigt: Frank Perez, Präsident des Nissan-Händlerverbands.
Im Amt bestätigt: Frank Perez, Präsident des Nissan-Händlerverbands.
(Bild: kfz-betrieb)

Die Nissan-Partner haben auf der Mitgliederversammlung ihres Händlerverbands in Fulda die Führungsspitze einstimmig im Amt bestätigt. Präsident Frank Perez übernimmt die Aufgaben für weitere drei Jahre. Er tritt damit seine zweite Amtszeit an, nachdem er 2015 die Aufgaben von Peter Gerards übernommen hatte.

Einen Wechsel gab es im Vorstand: Gisbert Schücking stand nicht mehr zur Wahl. „Ich bin mittlerweile im Rentenalter“, so Schücking. „Es wird Zeit, für einen jüngeren Platz zu machen.“ Seinen Vorstandsposten übernimmt Alfred Gabrisch. Der 45-jährige führt einen norddeutschen Familienbetrieb mit einem jährlichen Absatz von rund 700 Fahrzeugen.

Weitere Änderungen gab es im Vorstand des Nissan-Händlerverbandes nicht: Marlies Wegener, Markus Walter und Jürgen Mattern wurden wie Gabrisch einstimmig in das Gremium gewählt.

Auf die Führungsspitze des Verbandes warten zahlreiche Aufgaben, sowohl fabrikatsspezifische als auch branchenübergreifende. Die positive Entwicklung der Marke aus den vergangenen Jahren ist 2016 etwas ins Stocken geraten. Mit einem Plus von 5,2 Prozent bei den KBA-Neuzulassungen konnte Nissan die Marktentwicklung (4,9 Prozent) in den ersten zehn Monaten mitgehen, aber kaum die erhofften Anteile gewinnen.

Zudem lasten die Forderungen des Importeurs und das veränderte Margenmodell auf der Rendite der Betriebe. Bis Juli Ende sank die Händlerrendite laut Nissan-Betriebsvergleich auf 2,1 Prozent, im Gesamtjahr 2015 lag sie noch bei 2,3 Prozent. „Wir befürchten, dass sich der Trend in den verbleibenden Monaten fortsetzt“, bedauert Vorstandsmitglied Jürgen Mattern.

Mit der negativen Rendite-Entwicklung kommt Nissan Center Europe von seinen ursprünglichen Zielen ab. Der Importeur hatte den Händlern für das laufende Jahr eine Rendite von 2,5 Prozent in Aussicht gestellt.

Zudem warnte Präsident Perez, dass die Zahlen aus dem Betriebsvergleich nicht den tatsächlichen Renditen entsprechen könnten.

Führungsteam des Nissan Händlerverbandes: (v.li.) Markus Walter, Alfred Gabrisch, Präsident Frank Perez, Marlies Wegener, Jürgen Mattern, Gisbert Schücking (ehemaliges Vorstandsmitglied) und Geschäftsführer Jörg Seemann.
Führungsteam des Nissan Händlerverbandes: (v.li.) Markus Walter, Alfred Gabrisch, Präsident Frank Perez, Marlies Wegener, Jürgen Mattern, Gisbert Schücking (ehemaliges Vorstandsmitglied) und Geschäftsführer Jörg Seemann.
(Bild: Baeuchle)

Doch unterm Strich zog Perez ein positives Fazit: Auf einer Skala bis zehn würde er Nissan die Note neun geben. „Aber wir haben noch zehn Prozent Verbesserungsmöglichkeiten.“ Geben die Händler als Kunden ein Bewertung für den Importeur ab, ist die Einstufung gleich, aber die Konsequenz eine andere: „Stufen uns die Kunden mit neun ein, erhalten wir nur 50 Prozent unseres Bonus“, kritisierte Perez. Was dies für Gehälter der Nissan-Manager bedeuten würde, machte Perez mit einem Augenzwinkern klar: „Die Boni müssen um die Hälfte gekürzt werden.“

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