Sie sammeln und transportieren weiterhin Hilfsgüter, bieten Ersatzfahrzeuge an oder spenden Geld: Eine ganze Reihe von Autohäusern hat den Betroffenen der Hochwasserkatastrophe unter die Arme gegriffen. Jetzt fließt aus der Porsche-Welt eine größere Summe.
Auf die Flutkatastrophe folgte eine beeindruckende Solidaritätswelle.
Selbst einige Wochen nach der Jahrhundertflut im Westen Deutschlands ist jede Art von Hilfe weiterhin willkommen und nötig. Zahlreiche Autohäuser haben bereits einen Beitrag geleistet, um die Not der Menschen vor Ort – zumindest ein Stück weit – zu lindern. Nun legen die Porsche Zentren der Hahn Gruppe nochmals einen großen Geldbetrag drauf.
Die fünf Zentren der Gruppe (in Reutlingen, Göppingen, Schwäbisch Gmünd, Pforzheim und in Böblingen) spenden laut einer Mitteilung der Autohausgruppe 50.000 Euro. „Es ist uns ein großes Bedürfnis in dieser Krisensituation zu helfen“, erklärt Wilfried Honig, Sprecher der Geschäftsführung der Porsche Zentren der Hahn Gruppe. Der Betrag dient als Soforthilfe für Flutopfer und soll die Rettungsorganisationen in den betroffenen Regionen unterstützen. Eingebettet ist die Hilfe in eine umfassende Unterstützung aus der Porschewelt, durch die insgesamt gut 750.000 Euro zusammengekommen sind, die an das Bündnis Aktion Deutschland Hilft fließen.
Zuvor hatte beispielsweise das nordbayerische Autohaus Beständig in Gochsheim, das die Marken Mercedes-Benz, Smart, Jeep und Kia vertreibt, in seinem Stammhaus kurzerhand eine Sammelstelle für Spenden eingerichtet. Sieben Paletten mit Kleiderspenden, Lebensmitteln, Getränken und Hygieneartikel transportierte das Unternehmen schließlich mit einem Sattelzug der eigenen Transportfirma in die Hochwassergebiete in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.
Auch das freie Autohaus Krause aus Mitterteich nahe der bayerisch-tschechischen Grenze reagierte mit einer Sammelaktion auf die Katastrophe. Nadine Krause-Köbler zeigte sich auf der Facebook-Seite des Betriebs über die Hilfsbereitschaft der Menschen in ihrer Region überwältigt: Binnen weniger Stunden sei die Annahme des Autohauses voll mit Sachspenden gewesen.
Mit fünf Transportern ins Katastrophengebiet
Mit insgesamt fünf voll bepackten Kleinbussen und einem Fünftonner machte sich Krause-Köbler dann gemeinsam mit anderen Helfern auf den Weg nach Hagen in Nordrhein-Westfalen. Die Transporter wurden ebenfalls von Händlern zur Verfügung gestellt.
Die Mehrmarken-Autohausgruppe Dresen im nordrhein-westfälischen Neuss wollte ursprünglich Hilfsgüter für ihre von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Mitarbeiter in Bonn und Euskirchen sammeln, berichtete die Tageszeitung „Rheinische Post“ auf ihrem Onlineportal. Am Ende kam die Aktion dann aber deutlich mehr Menschen zugute: Die Autohandelsgruppe sammelte Sachspenden mit einem Gesamtgewicht von über 20 Tonnen – von Kleidung über Ladegeräte bis zu Küchenutensilien.
30 Autohausmitarbeiter sortierten die Ware, die dann in 13 Fahrzeuge gepackt und in ein leerstehendes Autohaus der eigenen Unternehmensgruppe in Bad Godesberg nahe Bonn transportiert wurden. Die Betroffenen konnten die benötigten Güter direkt dort abholen. Außerdem übergab Dresen-Geschäftsführer Ben Dahlmann in Bad-Münstereifel eine Wagenladung Arbeitshandschuhe an die Helfer und die Stadtverwaltung.
Kostenlos Fahrzeuge zur Verfügung gestellt
Andere Betriebe stellten Fahrzeuge kostenlos zur Verfügung. Dazu zählt das Ford-Autohaus Bayer in Alzey in Rheinland-Pfalz. Wie das regionale Nachrichtenportal „VRM-Lokal“ berichtete, stellte die Gruppe einen Ford Transit zur Verfügung, um Kleiderspenden des diakonischen Werks in die überfluteten Gebiete zu transportieren. Das Kölner Ford- und Mazda-Autohaus Kierdorf wiederum stellt seinen von der Überflutung betroffenen Kunden für maximal vier Wochen ein kostenloses Ersatzfahrzeug zur Verfügung.
Für Aufsehen sorgte die Hilfsaktion eines freien Gebrauchtwagenhändlers namens Mr. Mo Autohandel aus Köln, über die der „Kölner Express“ berichtete. Geschäftsführer Mohamad Obeid rief die von der Flut Betroffenen auf, ihm eine E-Mail zu schicken mit einer kurzen Erklärung, warum sie dringend ein Fahrzeug brauchen. An vier ausgewählte Personen verschenkte er dann je einen Gebrauchtwagen.
Mehrere Autohäuser haben auch Geld an die Betroffenen der Flutkatastrophe gespendet. Dazu zählt die Mercedes-Benz-, Smart- und Skoda-Autohausgruppe Schade mit Hauptsitz in Eisenach. Das Unternehmen spendete an das Deutsche Rote Kreuz 10.000 Euro. „Es gab zahlreiche Ideen der Mitarbeiter, in welcher Form diese Unterstützung geleistet werden könnte. Aus diesem Grund haben wir uns direkt mit den Einsatzkräften in Verbindung gesetzt, die im Krisengebiet tätig sind. Es wurde schnell klar, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine Geldspende durch die Schade-Stiftung die effektivste Unterstützung für die Hochwasserbetroffenen darstellt“, erklärte Geschäftsführer Holger Schade.
Stand: 08.12.2025
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Geldspende soll direkt Privatpersonen zugute kommen
Die beiden zur Kamps-Gruppe gehörenden Porsche-Zentren in Chemnitz und Bensberg haben 15.000 Euro an die Hochwasserhilfe der Stadt Bergisch Gladbach gespendet. Das Geld soll privaten Personen zugute kommen, die besonders hart von der Flutkatastrophe getroffen sind.
Roman Konrads, Geschäftsführer im Porsche-Zentrum Bensberg, erläuterte: „Die Situation vieler Menschen und Familien macht uns sehr betroffen. Als lokales Unternehmen sehen wir uns in der Verantwortung, mit gutem Beispiel voranzugehen und somit andere zu ermutigen, ebenfalls ihren Beitrag zu leisten – egal in welcher Form. Sei es Manpower, mit Hilfsgütern oder einer Spende.“
Die Lüdenscheider Autohausgruppe Piepenstock spendete jeweils 5.000 Euro für Betroffene in den Städten Hagen und Hemer. „Ich bin beeindruckt von der bundesweit großen Solidarität der Bevölkerung und Handwerksbetriebe – sei es durch persönlichen Einsatz beim Aufräumen oder Sach- und Geldspenden“, unterstreicht Dr. Michael Piepenstock, Geschäftsführender Gesellschafter.
Autohausgruppe selbst von Hochwasser betroffen
Auch einer der Standorte der Piepenstock Autohausgruppe selbst war vom Hochwasser betroffen: Der VW- und Audi Betrieb in Hemer, den das Unternehmen erst im Frühjahr 2021 übernommen hatte, wurde komplett überschwemmt.
Im Showroom, in der Werkstatt und im Teilelager standen bis zu 60 Zentimeter und auf dem Gebrauchtwagenplatz über ein Meter Wasser und Schlamm. Neben den Betriebs- und Geschäftsausstattungen wurde auch das Gebäude beschädigt. Der Standort muss vorerst geschlossen bleiben.
Spendenkonten im Überblick
Um den Betroffenen der Hochwasser-Katastrophe in den verschiedenen Regionen finanzielle Hilfe zukommen zu lassen, gibt es eine ganze Reihe von Spendenkonten: