Audi Tradition NSU – mit Liegestühlen, Blauwalen und Delphinen zu Rekorden

Von Steffen Dominsky 4 min Lesedauer

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Mit zum Teil abenteuerlich anmutenden Ausführungen ihrer Motorräder avancierte die Marke aus Neckarsulm zum vielfachen Gewinner bei Rennen und der Jagd nach Weltrekorden.

Sieht von der Seite aus wie ein Auto, ist aber ein Motorrad. Mit dem Prinzip des Liegestuhls bescherte Grafiker und Konstrukteur Gustav Adolf Baumm der Marke NSU diverse Rekorde.(Bild:  Audi AG)
Sieht von der Seite aus wie ein Auto, ist aber ein Motorrad. Mit dem Prinzip des Liegestuhls bescherte Grafiker und Konstrukteur Gustav Adolf Baumm der Marke NSU diverse Rekorde.
(Bild: Audi AG)

Ende der Sechzigerjahre macht sich der NSU Ro 80 einen Namen. Nicht nur aufgrund seines besonderen Antriebs, des Wankelmotors, sondern auch wegen seiner ebenso futuristischen wie windschnittigen Form. Seine keilförmige Karosserie ermöglicht einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,35 cW. Damit setzte der Ro 80 bei Serienautos neue Maßstäbe, was mit dazu beitrug, ihm den Titel „Auto des Jahres 1967“ zu verleihen. Doch schon rund zwei Jahrzehnte zuvor war NSU im Motorradbereich überaus windschnittig unterwegs, holte auf den internationalen Rennstrecken diverse Siege und stellt zahlreiche Weltrekorde auf.

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Eine treibende Kraft der Neckarsulmer Rekordambitionen war Wilhelm Herz: Der erfahrene Motorradrennfahrer stand schon seit Jahren in Diensten von NSU und fuhr mit der Marke viele Erfolge ein. 1948 gelang es ihm schließlich, die NSU-Cheftechniker von seinen Rekordplänen mit einer Konstruktion von Reinhard Freiherr von Koenig-Fachsenfeld, einem Pionier in der Aerodynamik, zu überzeugen: Das Fachsenfeld’sche Fahrzeug wurde aufgrund seiner besonderen Form und der für ein Motorrad ungewöhnlichen Länge von den Neckarsulmern kurzum „Rekordzigarre“ getauft. Die Konstruktion war vielversprechend und wurde ausgiebig getestet, allerdings vereitelte ein Unfall von Wilhelm Herz die Rekordpläne.