Übernahme Nürnberger Versicherung wird Teil der österreichischen VIG

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Die Entwicklung hatte sich spätestens seit dem Sommer angedeutet, jetzt ist es offiziell. Die Nürnberger Versicherung wird geschluckt. Für die Kundenbeziehungen soll sich allerdings nichts ändern.

Die Nürnberger Versicherung wird Teil einer österreichischen Versicherungsgruppe.(Bild:  Nürnberger Versicherung)
Die Nürnberger Versicherung wird Teil einer österreichischen Versicherungsgruppe.
(Bild: Nürnberger Versicherung)

Zwei Monate nach dem Aufkommen der Gerüchte um die Zukunft der Nürnberger Versicherung herrscht nun Klarheit: Die Vienna Insurance Group (VIG) übernimmt die traditionsreiche Assekuranz, die mit verschiedenen Angeboten auch in der Kfz-Branche tief verwurzelt ist. Dazu zählen beispielsweise der Nürnberger Automobil Versicherungsdienst (NAU) und der Techno Versicherungsdienst (TVD) und der berufsständischen Versicherung Garanta.

Wie aus einer Pressemitteilung vom Donnerstag, 16. Oktober, hervorgeht, macht die VIG allen Aktionären der Nürnberger ein Erwerbsangebot ihrer Aktien zum Preis von 120 Euro pro Anteilsschein. Das liegt deutlich über den Kursen der Muttergesellschaft „Nürnberger Beteiligungs AG“ der letzten Monate. Erst seit der vergangenen Woche hat der Aktienkurs deutlich angezogen.

Dass die VIG die Mehrheit an der Nürnberger bekommt, ist dabei bereits unabänderlich. Wie es in einer Mitteilung heißt, habe sich die aus Österreich kommende VIG bereits Aktien in Höhe von insgesamt rund 64,4 Prozent des Grundkapitals von den strategischen Anteilseignern gesichert. Verkauft haben insbesondere die Münchener Rück, die  Versicherungskammer Bayern, Daido Life Insurance Company und Swiss Re Insurance Company. Auch die Mitglieder des Vorstands der Versicherung haben eingewilligt, sämtliche von ihnen gehaltenen Aktien an der Nürnberger zu verkaufen.

Strategisch geplanter Verkauf

Dem Übernahmeangebot der VIG vorausgegangen waren etwa zehnmonatige Gespräche und Verhandlungen. Zuvor hatte die Nürnberger zusammen mit der Strategieberatung Bain & Company einen detaillierten Anforderungskatalog für potenzielle Partner entwickelt. Auslöser für die Suche nach einem Partner war ein schlechtes Finanzjahr 2024, das mit einem Minus von 78,5 Millionen Euro abschloss, ausgelöst durch hohe Kosten in der Kfz- und Gebäudeversicherung.

„Mit der VIG gewinnen wir einen starken Partner, der unsere Werte teilt und unsere strategische Weiterentwicklung unterstützt“, sagt nun Harald Rosenberger, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger. „Die Partnerschaft gibt uns die Möglichkeit, als eigenständiges Unternehmen unsere Transformation signifikant zu beschleunigen und damit auch unsere Marktposition weiter zu stärken.“ Dass der Einstieg eines Investors für die Nürnberger kein Schaden sein muss und die Geschäftsbeziehungen erhalten bleiben sollen, hatte im August Daniel Parreira, Leiter Vertrieb Autohaus bei der Nürnberger Versicherung, im Gespräch mit »kfz-betrieb« verdeutlicht.

Ausdrücklich sieht die Vereinbarung zum Einstieg der VIG die Sicherung des Standortes in Nürnberg, der Arbeitsplätze und Betriebsvereinbarungen sowie Maßnahmen zur Bindung und Förderungen von Mitarbeitern zu. Hinzu kommen Zusagen zur Identität und Marke. Zudem hat die VIG Finanzierungsgarantien und erhebliche Investitionen zur schnellen Umsetzung eines Großprojekts zur IT-Transformation zugesichert, das die Schaffung einer modernen, effizienten und zukunftsfähigen Systemlandschaft vorsieht. Das Unternehmen soll nach der Übernahme von der Börse genommen werden.

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