ZDK Oldtimerausschuss unter neuer Leitung

Von Steffen Dominsky

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Erstmals moderierte Stefan Meyer Mitte Mai den Fachausschuss rund um Young- und Oldtimer des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Themen waren unter anderem die neue Qualifikation „Restaurator“ und ein neues Oldtimerseminar der TAK.

Stefan Meyer, Pressereferent beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), verantwortet seit Kurzem den Oldtimerausschuss innerhalb des Verbands.(Bild:  Zietz / »kfz-betrieb«)
Stefan Meyer, Pressereferent beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), verantwortet seit Kurzem den Oldtimerausschuss innerhalb des Verbands.
(Bild: Zietz / »kfz-betrieb«)

Fünf Jahre ist es her, da war die Mitgliederversammlung des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) einem Vorschlag des Vorstands gefolgt und hatte einen Ausschuss ins Leben gerufen, der eine „automobile Randgruppe“ zum Inhalt hat: den Ausschuss für Oldtimer. Dem saßen seitdem ZDK-Referentin Andrea Zeus und Matthias Kemmer vor, bekannter Oldtimer-Dozent bei der Akademie Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (TAK) und selbst Inhaber eines Oldtimer-Fachbetriebs.

Seit der letzten Ausschusssitzung fungiert Kemmer als alleiniger Vorsitzender im Ehrenamt. Stefan Meyer, ZDK-Pressereferent und Nachfolger von Andrea Zeus, die kürzlich in den Ruhestand wechselte, sitzt ihm künftig bei. Meyer, selbst Klassikerfan und Besitzer eines Old- und zweier Youngtimer, freut sich auf seine neue (zusätzliche) Aufgabe. „Das Thema will ich auf keinen Fall jemand anderem überlassen!“, erklärte er voller Überzeugung Mitte Mai gegenüber den Ausschussmitgliedern.

Image von „alten Autos“ bessert sich

Dass nicht nur eine einzelne Person, sondern auch eine ganze Gesellschaft ihre Standpunkte ändern kann, dafür sind alte Autos im Allgemeinen und Oldtimer im Besonderen ein gutes Beispiel. „Das Image alter Autos hat sich in jüngster Zeit spürbar ins Positive gedreht. Immer mehr Menschen erkennen, dass die möglichst lange Nutzung von Konsumgütern massiv zur Ressourcenschonung beiträgt“, stellte Stefan Meyer fest. In dieselbe Richtung geht auch die Gesetzgebung der EU, die künftig eine Reparaturmöglichkeit für viele Produkte vorschreibt, so der ZDK-Mann.

Ebenfalls neu und made by EU ist das geänderte Kaufrecht – hierzulande geregelt durch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Dieses hat ebenso Auswirkungen auf Kaufverträge von Fahrzeugen, also auch Oldtimern. „Deshalb wird die TAK ab Herbst ein entsprechendes Seminar für Fachbetriebe, Händler und andere anbieten. Dieses hat zum Ziel, allen Beteiligten eine ausreichende Rechtssicherheit zu vermitteln. Dabei wird auch das Thema ‚verschärfte Sachverständigenhaftung‘ eine Rolle spielen“, informierte Matthias Kemmer den Ausschuss.

Kurse für Restaurator des Handwerks sollen starten

Dass eine Pandemie in den vergangenen zwei Jahren nicht nur in diesem Land vieles verzögert hat, ist bekannt – und trifft auch auf die neue Zusatzqualifikation „Restaurator des Handwerks“ zu. Dennoch soll im 3./4. Quartal dieses Jahres der erste Kurs starten. Oberstes Ziel – nachdem der gemeinsam mit dem Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugbau (ZKF) erarbeitete Rahmenlehrplan steht, und dem Zentralverband Deutsches Handwerk (ZDK) zur Genehmigung vorgelegt wurde – sei es, nun geeignete Bildungsstätten zu finden, die entsprechendes Klassikwissen vermitteln können, so ZDK-Berufsbildungsreferent Joachim Syha. Hier sei man aber bereits auf einem guten Weg.

Eine neue Zusatzqualifikation ins Leben zu rufen, ist alles andere als trivial – von einem neuen Ausbildungsberuf ganz zu schweigen. „Derartiges regelt hierzulande das Berufsbildungsgesetz und ein neues Berufsbild, wie beispielsweise einen ‚Oldtimer-Mechaniker‘ ins Leben zu rufen, ist ein extrem aufwendiges und kostspieliges Unterfangen“, stellte Matthias Kemmer fest. Eine Aussage, die sich vor allem an eine Gruppe Oldtimerinteressierter aus München richtete, zu der Kemmer kürzlich eingeladen war. „Man kann hierzulande nicht der Ansicht sein, ich brauche Fachpersonal für das Oldtimerhandwerk, also kreiere ich einfach mal in ein paar Monaten einen neuen Beruf“, sagte der Ausschussvorsitzende Kemmer.

Kfz-Betriebe fragen Oldtimerqualifikation nur wenig nach

Apropos Fachpersonal: Praktische Qualifizierungsangebote für dieses aus dem Bereich Young- und Oldtimer bietet die TAK bereits seit Längerem an. Doch gerade beim Technikseminar mit hohem Praxisbezug, dem „Servicespezialist Oldtimer und Youngtimer“, herrscht seitens Werkstätten aktuell ein absolutes Nachfragetief, so Ausschussmitglied Andreas Zühlke von der TAK. Die Betriebe sind offenbar nicht bereit, ihre Mitarbeiter zwei Mal fünf Tage für einen derartigen Lehrgang zu entbehren. Das verwundert einerseits und wirft natürlich die Frage auf, wie die Situation im Fall einer deutlich umfangreicheren beruflichen Qualifikation aussähe.

Positives hingegen gab es in Sachen „Servicemobil“ zu berichten. Das ehemalige Oldtimer-Rallye-Begleitfahrzeug des ZDK hat eine neue Bestimmung gefunden: Der ehemalige Mercedes-Benz-Feuerwehrbus wird seinen Einsatzstandort demnächst in den hohen Norden verlegen. Der Landesverband Schleswig-Holstein möchte ihn künftig als Messemobil und für Social-Media-Projekte nutzen. Er bekommt sogar einen eigenen Youtube-Kanal. Bei den Holsteinern sollen allen voran junge Mechatroniker und Mechatronikerinnen den rollenden Eyecatcher nutzen und damit bei ebenso jungen Leuten Lust aufs Kfz-Gewerbe machen.

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