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Uwe-Sven Knopf vom Chemnitzer Autohaus Schloz Wöllenstein und Bart van Veenendaal von AAA Auto in Prag schilderten aus Sicht ihrer Handelsbetriebe, inwieweit die neuen Plattformen das Händlergeschäft tatsächlich beeinflussen. Knopf betonte: „Der Ankauf ist auf jeden Fall schwieriger geworden.“ Dem entgegnete van Veenendaal, dass sich die Situation für sein Unternehmen durch neue Wettbewerber in den vergangenen Jahren nicht verschlechtert habe. Allerdings setzt AAA Auto auch stark darauf, Kunden durch Telefon-Kontakt oder Vor-Ort-Besuche abzufangen, bevor diese auf den Plattformen aktiv werden.
Van Veenendaal räumte jedoch ein, dass es für Betriebe wichtig sein kann, den Online-Ankauf frühzeitig als Chance zu erkennen. „Der Einkauf ist wichtig für die eigene Identität“, sagte der Niederländer. Noch einen Schritt weiter ging Carl Biedermann: „Der Kunde will beim Händler online einen Preis für seinen Gebrauchten sehen.“
Biete ein Autohaus seinen Kunden diese Möglichkeit, spreche das für die digitale Kompetenz des Händlers und könne Umsätze in anderen Geschäftsbereichen zur Folge haben, betonte Biedermann. Trotzdem kaufe auch Koch Privatautos bei den neuen Plattformen an, da der Bedarf über die eigene Webseite alleine noch nicht gedeckt werden könne.
Mobile.de plant eigenes Angebot
Der beste Weg für den Handel sei deshalb, eine Mischung zwischen eigenem Angebot und dem Zukauf über Plattformen zu finden, sagte Daniel Breves, Commercial Director bei Mobile.de: „Das muss keine Entweder-Oder-Entscheidung sein.“ Mobile.de selbst will im kommenden Jahr eine eigene Plattform starten, über die Händler Gebrauchtwagen von Privatleuten in ihrer Region kaufen können.
„Wir wollen als Vermittler zwischen Händler und Endkunde auftreten und ein besseres Angebot liefern, als es bislang auf dem Markt ist“, sagte Breves. Dabei wolle und werde Mobile.de mit möglichst realistischen Preisen arbeiten. Zuvor hatte BVfK-Vorstand Klein angemerkt, dass einige Anbieter auf dem Markt aus seiner Sicht „unfairen Wettbewerb mit realitätsfernen Lockvogelangeboten“ betreiben.
Das Schlusswort hatte Bart van Veenendaal, der ebenfalls auf die überhöhten Angebote auf Plattformen einging: „Sollen sie ruhig so weitermachen, die Kunden werden früh genug erkennen, dass Angebot und letztendlich gezahlter Preis dort weit auseinanderliegen. Damit machen sich die Plattformen selbst kaputt und nicht uns.“
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