Automotive Business Award 2025 Onlineangebote auf der Überholspur und ein runder R-Commerce

Von Dr. Martin Achter 6 min Lesedauer

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In der Kategorie „Digitalisierung“ haben sich sechs Händler für den Automotive Business Award 2025 in Stellung gebracht. Unter anderem der Daten- und Prozessfluss spielte in den Bewerbungen eine Rolle – aber auch ganz handfeste Themen wie schnelle Online-Aktionen für Autos oder zielgenaue Angebote für Winterräder.

Präsentation des Bewerbungsprojekts für die Kategorie „Digitalisierung“ des Automotive Business Awards 2025: Die Vor-Ort-Gespräche mit den nominierten Betrieben sind für Juroren ein zentraler Faktor für die Wertung. Im Bild: Der Jury-Besuch mit Präsentation beim Autohaus Kunzmann in Aschaffenburg.(Bild:  Achter – VCG)
Präsentation des Bewerbungsprojekts für die Kategorie „Digitalisierung“ des Automotive Business Awards 2025: Die Vor-Ort-Gespräche mit den nominierten Betrieben sind für Juroren ein zentraler Faktor für die Wertung. Im Bild: Der Jury-Besuch mit Präsentation beim Autohaus Kunzmann in Aschaffenburg.
(Bild: Achter – VCG)

Interne Vernetzung durch Middleware und perfekter Prozessfluss durch Workflow-Steuerung – unter anderem mit Themen wie diesen setzen sich aktuell die Unternehmen auseinander, die sich um den Automotive Business Award 2025 in der Kategorie „Digitalisierung“ beworben haben. Die Jury besuchte insgesamt sechs nominierte Betriebe vor Ort. Auch das Social-Media-Angebot eines Händlers sorgte für Aufmerksamkeit. Hier ein Überblick über die Bewerberbetriebe in der Kategorie Digitalisierung.

Sie sind gespannt, wer gewonnen hat und wollen bei der Preisverleihung am 6. Mai 2025 in Würzburg dabei sein? Dann melden Sie sich hier für die Automotive Business Days 2025 an. Im Rahmen des Fachkongresses von »kfz-betrieb« wird der Automotive Business Award 2025 verliehen. Die Fachmedienmarke richtet den Kongress und den Award zusammen mit den Partnern BDK, CG Car-Garantie, DAT, Loco-Soft, Mobile.de und TÜV Nord aus.

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Autohaus Kunzmann

Das Autohaus Kunzmann (Mercedes-Benz, Smart, Kia) in Aschaffenburg hat aus dem Geschäft mit Winterkompletträdern auf dem digitalen Weg eine runde Sache gemacht. Für den Händler ist dieses Business von großer Bedeutung mit Blick auf Umsatz und seine strategische Ausrichtung.

Schrieb das Autohaus Kunden bisher massenhaft per Post an und präsentierte ihnen – wenig spezifisch – Räder verschiedener Baureihen, wirbt es jetzt präzise per E-Mail-Newsletter, und zwar mit genau den Rädern, die exakt zum jeweiligen Fahrzeug des Kunden passen. Basis für diesen zielsicheren R-Commerce (Relationship-Commerce) im Rädergeschäft sind die Kunden- und Fahrzeugdaten, über die Kunzmann verfügt.

AUTOMOTIVE BUSINESS DAYS 2025

Automotive Business Days

Die nächsten Automotive Business Days finden vom 6. - 7. Mai 2025 im Vogel Convention Center Würzburg statt. In praxisnahen Vorträgen und Diskussionsrunden mit ausgewählten Top-Speakern werden die Themen und Fragen aufgegriffen, die alle Autohäuser bewegen: Wie sieht der Retail der Zukunft aus? Welche Chancen bieten neue Automobilmarken für den Handel, wie können Autohändler die Potenziale des Kerngeschäfts optimal nutzen und welche Zukunftsaussichten hat das Agenturkonzept? Autohändler und Kfz-Betriebe sowie Abonnenten unserer Automotive Medienmarken profitieren von besonders attraktiven Ticketpreisen.

Ein Klick auf den Newsletter, und die gewünschten Räder liegen im digitalen Warenkorb – inklusive des gewünschten Werkstatttermins für die Montage. Der Händler kann auf dieser Datenbasis den Termin perfekt vorbereiten.

Bisher mussten Kunden erst telefonisch die Räder bestellen und dann separat den Werkstatttermin vereinbaren. Jetzt geht alles mit wenigen Klicks und Eingaben innerhalb von Minuten. Das ist bequem für die Autobesitzer und für den Händler reduziert sich der Aufwand.

Süverkrüp

Süverkrüp in Kiel treibt die Digitalisierung im Vertrieb voran und hat dabei die Customer Journey und die Prozesse rund um die Fahrzeuge in den Fokus genommen. Seit 2019 entwickelt der Mercedes-Benz-Partner mit einer Vielzahl von Digital-Tools unterschiedlicher Anbieter seine Kunden- und Fahrzeugprozesse weiter und verzahnt diese fortlaufend.

In der Leadbearbeitung lässt Süverkrüp so beispielsweise keine unnötige Zeit mehr vergehen und qualifiziert Kontakte jetzt sofort per KI-Chatbot nach – etwa wenn sie Autos über Onlinefahrzeugbörsen anfragen. Dem Verkäufer liegen dadurch 40 Prozent mehr Informationen vor als auf dem klassischen Weg. Die Leads wandern dann ins DMS und können bearbeitet werden.

Und auch der Fahrzeugprozess ist heute stark integriert: Autos werden nach der Hereinnahme per Datenschnittstelle in die Systeme übertragen und entweder in B2B-Auktionen überführt, oder sie wandern in den Prozess für den Verkauf an Kunden.

Dort werden die Fahrzeugdaten dann in Verbindung mit den Daten der Käufer gebracht. Die dafür vorgesehene Software steuert den Verkauf vom Verkäufer bis zur Buchhaltung. Verknüpft wird das alles durch eine selbst geschaffene Middleware. Für die Mitarbeiter wird der Verkauf so einfacher, für den Kunden wird er zu einem stimmigen Erlebnis.

Autohaus Wolfsburg Hotz & Heitmann

Das Autohaus Wolfsburg Hotz & Heitmann ist auf der Überholspur: Wenn die Marken des VW-Konzerns Neuwagen-Aktionen ankündigen, will die Gruppe so schnell wie möglich Gas geben. Deswegen hat sie zusammen mit einem Digitaldienstleister die webbasierte Software „Fastlane“ erstellt, mit der sie in Windeseile die Angebote rechtssicher auf die eigene Website bringt – und auch auf Social-Media-Plattformen.

15 Minuten dauert es, bis das Unternehmen die Aktionsfahrzeuge online hat. Der Händler kann also sofort verkaufen. Wenn die Aktionen – wie es häufig der Fall ist – nur wenige Tage dauern, ist das ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

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Bisher konnten schon mal zwei Tage von der Kalkulation bis zur Veröffentlichung verloren gehen – etwa für die interne Abstimmung oder die Kommunikation mit Agenturen. Was hätte da nicht alles verkauft werden können?

Chat GPT hilft bei der Erstellung der Texte, was den Prozess beschleunigt. Die Bilder nehmen sich die betreuenden Mitarbeiter aus der unternehmenseigenen Bilddatenbank.

Die Kosten für die Software spielte das Autohaus Wolfsburg Hotz & Heitmann schon nach sechs Monaten durch schnellere Verkäufe wieder ein. Und künftig will der Händler Fastlane auch nutzen, um Kunden Angebote für die Werkstatt zu machen.

Porsche-Zentrum Göppingen

Ein Händlerbetrieb wird zur Social-Media-Marke, die in Sachen Strahlkraft und Authentizität sicher Benchmark im Automobilhandel ist Deutschland ist: Simon Catalan und Ann-Kathrin Rommel aus dem Team des Porsche-Zentrums Göppingen der Hahn-Gruppe haben mit viel Herz und Einsatz den Instagram-Kanal des Autohauses innerhalb eines Jahres von knapp 3.000 auf jetzt über 126.000 Follower gepusht.

Die Produktion der Videos ist nicht perfekt – das braucht sie auch gar nicht zu sein – und die Präsentation der Inhalte maximal authentisch. Diese gut durchkomponierte Kombi schafft Ergebnisse, die die Fans des Autohauses und der Marke offensichtlich begeistern.

Nicht selten erzielen Videos Zehntausende von Likes und werden hundertfach kommentiert. Es geht um Fahrzeuge, die das Unternehmen zum Verkauf anbietet, um die Mitarbeitersuche für den Standort oder um den laufenden Umbau des Betriebs. Die Zahl der Follower und die Interaktionen der Nutzer sprechen ihre eigene Sprache: Das Porsche-Zentrum Göppingen fährt ein Social-Media-Konzept, das aufgeht.

Schneider-Gruppe

Eine Oberfläche statt über 20 Tools: Die Schneider-Gruppe mit Stammsitz in Chemnitz hat eine Vielzahl von Systemen über eine Middleware verknüpft, darunter die Bestell- und Vertriebssoftware ihrer Fabrikate – das Unternehmen vertritt an 18 Standorten unter anderem die Marken Renault, Dacia, Seat, Cupra und Land Rover. Die Mitarbeiter können auf diese Weise – gerade im Kundenkontakt – fokussiert arbeiten, weil sich nicht stets zwischen unterschiedlichen Anwendungen wechseln müssen.

Durch die Middleware werden Daten gesammelt, zusammengefasst, angereichert und den Mitarbeitern in Echtzeit zur Verfügung gestellt. So haben Verkäufer zum Beispiel den Weg eines Fahrzeugs vom Vertragsabschluss bis zur Auslieferung immer im Blick. Externe Systeme, etwa für die Zulassung, hat die Gruppe über Schnittstellen angebunden.

Die markenneutrale Middleware ist Herzstück eines kompletten Ökosystems, das der Händler immer weiter ausbaut. Bereits seit 2017 treibt das Unternehmen seine Digitalstrategie konsequent voran und hat schrittweise verschiedene Unternehmensprozesse sowohl mit bestehenden Softwareanbietern als auch mit eigenen Entwicklungen digitalisiert.

Autohaus Seitz

Die Autohausgruppe Seitz will Kunden in Perfektion bedienen – und ihnen ein Erlebnis aus einem Guss liefern. Das Unternehmen mit seinen 29 Standorten im Allgäu zählt zu den größten VW-Konzernmarkenhändlern in Süddeutschland und ist bekannt für seine Innovationskraft sowie für seine Offenheit, die Dinge auch mal ganz anders anzugehen.

Sein erst kürzlich eröffnetes Leasingrücknahme- und Auslieferungscenter ist ein Beispiel, sein Bewerbungsprojekt „Homebase“ auch. Die selbst entwickelte Workflow-Plattform dient als zentrales Steuerungstool für die Fahrzeuglogistik im Unternehmen. Die Software und das Leasingrücknahme- und Auslieferungscenter ermöglichen zusammen einen Vertriebsprozess aus einem Guss.

Sowohl die beteiligten internen Abteilungen als auch die externen Dienstleister können in der „Homebase“ den Status von Neuwagen, Gebrauchtwagen, Inzahlungnahmen und Leasingrückläufern in Echtzeit verfolgen und wichtige KPIs zur Prozesssteuerung abrufen – vom Vorlauf bis zur Auslieferung.

Klemmt der Prozess, kann Seitz sofort gegensteuern. In Kempten hatte die Jury des Automotive Business Awards die Gelegenheit, den abteilungsübergreifenden Prozess anhand eines exemplarischen Fahrzeugs zu durchlaufen. Die Mitarbeiter in den unterschiedlichen Bereichen bezog Seitz bei der Konzeption der Software eng ein.

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