Opel GT: Rasante Geburtstagsparty auf dem Hockenheimring

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Grand Tour 2018: Prominente Piloten und schnelle Opel GT

Beim Revival der Opel-Tage in Hockenheim wollten alle dabei sein: Der Präsident des amerikanischen GT-Clubs, Gil Wesson, war über den großen Teich geflogen. Er hatte in diesem Jahr bereits eine achttägige Geburtstagstour entlang der legendären Route 66 durch die USA organisiert. Der Regisseur der Grand Tour hieß hingegen Olaf Moldzen. Der Norddeutsche aus Ratzeburg steht dem Dachverband europäischer Opel-GT-Clubs vor. Dazu gehören aktuell 28 Vereine mit rund 1.450 Mitgliedern und 1.550 Fahrzeugen. Klar, dass Moldzen auch in Hockenheim mit seinem 69er GT 1900 sowie obendrein einem Irmscher-Tourenwagen am Start stand. Apropos Rennwagen: Neben einem zweiten, neu aufgebauten Coupé von Opel-Haustuner Irmscher röhrte ein Conrero GT im Motodrom. Der Renner aus Italien ist der Held der Targa Florio von 1971, wo er sich gegen motorisch überlegene Konkurrenz von Porsche behaupten konnte. Ebenfalls sehr auffällig war der orangefarbenen GT 1900 Junior von Volker Strycek. Der Direktor Performance Cars und Motorsport bei Opel lenkte seinen Oldie wie immer leidenschaftlich durch die Kurven.

1968 rollte der erste Opel GT vom Band, zuvor auf Herz und Nieren geprüft im damals neuen Opel Test Center Dudenhofen. Das Sportcoupé war das Ergebnis einer deutsch-französischen Zusammenarbeit und somit ein waschechter Europäer: Die französischen Karosseriebauer Chausson und Brissoneau & Lotz, bei Opel aufgrund vorangegangener Projekte wohlbekannt, übernahmen die Press- und Schweißarbeiten der Blechteile sowie Lackierung und Innenausstattung. In Deutschland fand die Montage von Fahrwerk und Motor statt.

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Für die GT-Kunden standen zwei Triebwerke zur Wahl: Ein aus der Kadett-Familie bekannter 1,1-Liter-Vierzylinder mit 60 PS und ein 90 PS starkes 1,9-Liter-Aggregat aus der Rekord-Baureihe. Von Anfang an besonders gefragt war der GT 1900: Bei 185 km/h Spitze und einer Beschleunigung von null auf Tempo 100 in 11,5 Sekunden schlugen und schlagen die Herzen sportlicher Autofahrer höher. Serienmäßig gelangte die Motorkraft über ein manuelles, sehr präzise zu schaltendes Viergang-Getriebe zur Hinterachse. Die optionale Dreigang-Automatik wurde von den europäischen Kunden äußerst selten gefordert, dafür erfreute sie sich in den USA umso größerer Beliebtheit. Immerhin knapp 70 Prozent der insgesamt 103.463 jemals produzierten GT-Modelle fanden dort ihren Erstbesitzer. Inzwischen sind viele dieser Exporte wieder zurück in Europa – und einige davon feierten 50 Jahre Opel GT auf der Grand Tour 2018.

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