Opel GT: Rasante Geburtstagsparty auf dem Hockenheimring

2018 wie 1968: Die Opel-Tage auf dem Motodrom

| Autor: Steffen Dominsky

Führte den Tross von 75 Opel GT am Hockenheimring an: Walter Röhrl mit dem GT-Designer Erhard Schnell als Co-Pilot.
Führte den Tross von 75 Opel GT am Hockenheimring an: Walter Röhrl mit dem GT-Designer Erhard Schnell als Co-Pilot. (Bild: Opel Automobile GmbH)

Für eine Stunde hielt der Hockenheimring den Atem an: Die Testteams mit ihren Formel-Rennern und Tourenwagen unterbrachen ihre Arbeit und stellten sich entlang der Boxenmauer auf – und da kamen sie: 75 tipptopp gepflegte Opel GT aus ganz Europa donnerten an Start-und-Ziel vorbei. Opel Classic brachte dabei den ältesten GT von 1968 („die Nummer 1“) und den jüngsten von 1973 an den Start. Angeführt wurde das Feld von Walter Röhrl, 1982 Rallye-Weltmeister auf einem Opel Ascona 400, und dem Designer des GT, Erhard Schnell, als Copilot. Die beiden saßen im privaten silberfarbenen Opel GT von Röhrl. Auch mit dabei: Opel-Rennlegende Volker Strycek, ebenfalls in seinem eigenen Opel GT Junior, sowie seltene Tuning-Varianten von Irmscher und Conrero. Sie alle waren und sind Teil der Grand Tour, die der Dachverband der europäischen GT-Clubs zwischen dem 19. und 22. September durchführt.

Anlass für die schnellen Runden über den Hockenheimring war der 50. Geburtstag des Opel GT. Vom 21. bis zum 29. Oktober 1968 hatte Opel einst zu den GT-Testtagen eingeladen. Bei der damaligen Präsentation standen 41 Opel GT 1100 und Opel GT 1900 sowie 44 weitere Sportmodelle vom Rallye Kadett bis zum Commodore GS bereit. Journalisten, Händler, Verkäufer, Kunden und Sportfahrer konnten sich von den Talenten des damaligen Newcomers überzeugen. Und getreu dem Werbeslogan „Nur Fliegen ist schöner“ zeigten die schwedischen Rallye-Piloten Lillebror Nasenius (Europameister 1966 auf Opel Rekord) und Sylvia Österberg auf Demorunden, wozu der neue Sportwagen aus Rüsselsheim fähig war – inklusive Sprungeinlagen.

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Auch Rallye-Legende Walter Röhrl mit von der Partie

50 Jahre später lenkte der zweimalige Rallye-Weltmeister Walter Röhrl seinen silberfarbenen Opel GT mit unnachahmlicher Präzision über den Hockenheimring. Der Perfektionist am Steuer hatte den Opel GT von einem langjährigen Weggefährten gekauft. Herbert Fabian rettete Röhrl 1982 den zweiten WM-Titel, als der Opel-Chefmechaniker bei der Rallye Elfenbeinküste dem Ascona 400 über Nacht eine neue Hinterachse einbaute. Das Team Röhrl/Geistdörfer gewann noch die Rallye und damit die Weltmeisterschaft.

2016 besuchte Walter Röhrl seinen Freund zu dessen Geburtstag im hessischen Trebur. Da zeigte ihm Fabian einen silberfarbenen GT in Bestzustand und eröffnete ihm, dass er das Coupé über zehn Jahre hinweg restauriert habe, es ihm aber inzwischen zu mühselig sei, in den engen Sportwagen zu krabbeln. „Dann verkauf’ ihn bitte mir!“, war Röhrls spontane Reaktion. „Es gibt drei Gründe, warum ich den GT haben wollte. Der erste ist, dass in meiner Jugend jeder, auch ich, von diesem Coupé träumte. Dann erinnert mich das Auto an die Zeit und die gemeinsamen Erfolge mit Opel und an die Freundschaft mit Herbert Fabian.“

Bei der Grand Tour traf Walter Röhrl erstmals auf jenen Künstler, der dem GT seine einzigartige Form schenkte – Erhard Schnell. Der Designer ist auch mit 91 Lebensjahren Feuer und Flamme für seinen großen Wurf. „Schon 1968 waren die Reaktionen großartig, doch heute, habe ich das Gefühl, wird der GT sogar noch ein bisschen mehr geliebt“, erzählt er. Schnell übernahm in Hockenheim die Rolle des Copiloten von Walter Röhrl. Zurück im Fahrerlager kam dem „Langen“ aus Regensburg eine Idee: Er bat Schnell, seinen GT auf einem der legendären Klappscheinwerfer zu signieren. Zum ersten Mal war es Röhrl, der jemanden um ein Autogramm bat.

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